Fragebogen „Nahaufnahme“ mit John-Deere-Präsident Markwart von Pentz, der sich in seiner Patientenverfügung Joghurt-Eis bis zum Tod sichert

Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Markwart von Pentz vom Landmaschinenhersteller John Deere, er ist Präsident für Europa, CiS und Lateinamerika.

 

Markwart von Pentz (Foto: Stefan Tovornik)

 

Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.

John Deere hilft als Landmaschinenproduzent, die Welt nachhaltig zu ernähren.

 

Womit beginnt Ihr Tag?

Typischerweise stehe ich zwischen fünf Uhr und 6.30 Uhr auf und mache dann mindestens dreimal in der Woche Sport und danach trinke ich einen Tee. Manchmal muss ich aufpassen, dass ich nicht vom Crosstrainer falle, wenn ich noch arg müde bin.

 

Wie würden Sie sich selbst als Chef beschreiben?

Ich liebe Zahlen, aber ich entscheide vorrangig aus Erfahrung. Zahlen helfen mir, meine Aussagen zu stützen. Außerdem höre ich mir gerne erst einmal an, was die Sachlage ist – auch aus Fairness gegenüber den Beteiligten. Ich versuche, glaubwürdig zu sein. Ob das ankommt, müssen andere einschätzen.

 

… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?

Dass ich auf Augenhöhe mit meinen Gesprächspartnern bin, seien es Kollegen, Kunden oder Vertriebler. Jede dieser Gruppen hat individuelle Bedürfnisse und auf diese kann ich, so höre ich immer wieder von Kollegen, glaubwürdig eingehen.

 

Tee oder Kaffee?

Vorzugsweise Tee. Aber im Lauf des Tages auch gerne Kaffee.

 

Ihr Spitzname ist…?

In meiner Kindheit hat mich meine gesamte Familie MV genannt: die ersten beiden Buchstaben von MVP, also Markwart von Pentz. Diese Abkürzung läutete meist allerlei Fakten ein, wie „MV ist mal wieder ausgebüchst“, oder „der MV hat mal wieder was verloren“. Im Unternehmen werde ich oft mit MVP abgekürzt, international steht das für „most valuable player“. Die amerikanischen Kollegen machen sich da gerne einen Spaß draus. Meinen Eltern war jedenfalls nicht klar beim Namen-Aussuchen, was MvP in den USA bedeutet.

 

Verraten Sie eine Marotte.

Meine Frau meint, die Sauberkeit in meiner Werkstatt (ich repariere gerne Dinge) sei mir wichtiger als die Sauberkeit in Küche oder Bad. Das stimmt.

 

Was bringt Sie in Harnisch?

Wenn jemand zu langsam und zu lethargisch auf Dinge reagiert und „nicht in die Puschen kommt“. Vor allem, wenn deshalb Kundenbedürfnisse auf der Strecke bleiben.

 

…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?

Auf der anderen Seite bin ich für manche zu geduldig bei komplexen Entscheidungen. Ich möchte, dass die Organisation idealerweise alleine entscheidet. Das ist mein Versuch „von hinten zu führen“. Das wird manchmal missverstanden. Es dauert, bis ich wütend werde. Meine Familie kommt aus Mecklenburg und Bismarck hat über Mecklenburg auch schon gesagt: Dort geht die Welt hundert Jahre später unter. Das steckt auch in mir. Auf der anderen Seite lässt mich mein starkes Nervengerüst gut schlafen.

 

Was möchten Sie gerne in Rente machen?

Nicht reisen, davon habe ich dann genug. Mehr privat fliegen, ich habe einen Pilotenschein, den ich mir gerade so noch am Leben erhalte. In meiner Lebensphase drei möchte ich Landwirt werden. Das steckt in der Familie. Im Weserbergland und in Mecklenburg habe ich zwei landwirtschaftliche Betriebe, Landwirt zu sein liegt irgendwo in der Tradition der Familie – väterlicher wie mütterlicherseits.

 

Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?

Bei mir steht ganz oben: Humor und Zuverlässigkeit. Ich mag Menschen, die in schwierigen Situationen auch noch Humor beweisen und gleichzeitig berechenbar und zuverlässig sind.

 

Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?

An erster Stelle auf die Familie, auch im größeren Kreis. Und das zweite, auf das ich nicht verzichten möchte, sind Freunde, die sind ganz wichtig für den Ausgleich zum Beruf. Das Dritte steht sogar in meiner Patientenverfügung: Joghurt-Eis, bis zum bitteren Ende. Stellen Sie sich vor, Sie haben einen Schlaganfall und können sich nicht mehr äußern aber noch schmecken und es gibt ihnen keiner Joghurt-Eis… das wäre wirklich schlecht!

 

(Foto: Stefan Tovornik)

 

Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?

Ich wäre ganz gerne mal Langstreckenpilot für einen Tag. Diese technische Herausforderung, die Vorbereitung, die Konzentration auf den Flug – das reizt mich sehr, dieser Fokus, diese Mischung aus Anspannung und Entspannung. Ich würde kein Golf mehr spielen, weil ich bei meinem eigenen Firmenturnier miserabel versagt habe. Ich bin da leider sehr unbegabt. So sehr, dass man mir sehr direkt davon abgeraten hat, Golf weiter zu spielen. Es gelingt einem nicht alles im Leben.

 

 

 

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