Ein Teller Antipasti mit Anwalt Michael Schlitt, der nach einer durchverhandelten Nacht plötzlich Feuerwehrleuten in die Augen sah

Von Michael Schlitt – der Frankfurter ist Kapitalmarktrechtler bei der britischen Großkanzlei Hogan Lovells in Frankfurt – kommt immer Weihnachtspost, die irgendwie etwas Besonderes ist. Wenn er beispielsweise ein Foto mailt, das ihn mit seinem ganzem Team zeigt. Da ist er der einzige Top-Anwalt, der sich die Mühe einer Foto-Session macht – und so viel Größe zeigt, gleich mit seinem Team zu grüßen – mit dem Hashtag #bestteam.

Eine fröhliche Abwechslung zu den meisten anderen Weihnachtsmails – insbesondere denen mit ziemlich biederen und nicht mal liebenswerten Zeichnungen. Solchen, die man sich gar nicht trauen würde, als Postkarte per Snailmail zu verschicken. Die beim Öffnen nur Zeit rauben und einen nicht mit etwas Nettem belohnen, sondern schlimmstenfalls auch noch mit irgendwie unangenehmen lauten Melodien erschrecken – und nerven. Und das ganze Großraumbüro aufschrecken.

Michael Schlitt (Foto: C.Tödtmann)

 

Ich bin nicht sicher, ob sich die Absender diese E-Karten erst mal selbst geschickt haben, probehalber. Und ob sie merken, wie groß die Kluft zu dem sonst so anspruchsvollen oder gar elitären Außenauftritt ihrer Kanzlei ist?

 

Grüße zum Nulltarif im Tausenderpack

Anyway, bald ist es wieder soweit und ich freue mich auf Grüße, die persönlicher sind – und vielleicht auch ein bisschen originell. Am liebsten natürlich per Post, so richtig im Briefumschlag und mit Hand unterschrieben – statt im Hunderter- oder vielleicht sogar Tausenderpack per Mail zum Nulltarif

 

Doch zurück zu Michael Schlitt und unserem Lunch im L´Amina in Düsseldorf, wo er sich einen Teller Antipasti bestellt hat – und später einen zweiten nachordert, weil´s doch nicht so satt gemacht hat. Und er erzählt wieder von einem Erlebnis, dass er zusammen mit seinem Team hatte. Morgens in aller Herrgottsfrühe um kurz nach sieben. Sie hatten zu sechs Mann hoch die ganze Nacht durchgearbeitet. Es ging um eine große Kapitalerhöhung bei einer Versicherung, die keinen Zeitaufschub duldete.

 

Antipasti-Teller im L´Amina in Düsseldorf (Foto: C.Tödtmann)

 

In der Kaffeeküche hatte sich gegen sieben Uhr früh einer seiner Kollegen Brötchen in der Mikrowelle aufbacken wollen, doch die ersten Calls gingen schon wieder los. Alle sammelt sich wieder im Konferenzraum. Doch nach wenigen Minuten stürmte plötzlich zur Überraschung aller ein ganzer Trupp Feuerwehrleute in voller Montur und Schläuchen bewaffnet in den Konferenzraum mit sicher 20 übermüdeten Anwälten, Mandanten undsoweiter. Keinem von ihnen allen war aufgefallen, dass aus der Kaffeeküche schon dicke Qualmwolken drangen.

Der Anwalt hatte seine Brötchen in der Mikrowelle vergessen, sie waren inzwischen auch zu Kohle zerbröselt – doch die Rauchmelder hatten gut funktioniert und die Feuerwehr auf den Plan gerufen. Was passiert war? Vor Erschöpfung hatte der Mann den Schalter statt auf 30 Sekunden auf 30 Minuten eingestellt – und damit gleich zwei Löschzüge der Frankfurter Feuerwehr in Gang gesetzt.

 

Ob das öfter vorkommt, frage ich nach. Zwei, dreimal im Jahr, sagt Schlitt. Das kann auch ich gut nachvollziehen. Doch da ist man als Journalist eher alleine mit seinem Laptop, einem Abgabetermin im Nacken, doch ohne ein Team. Vielleicht sogar ganz weit weg von der Redaktion und längst im Ferienort. Jedenfalls ohne Champagner am Ende, wie es in Kanzleien nach bedeutenden Transaktionen üblich ist.

 

Bei Schlitt und seinem Team wird in solchen langen Nächten Pizza bestellt, Salate oder Tacos. Und trotzdem schlafen manchmal Kollegen am Tisch ein, berichtet er. Dann wird die ganze Nacht lang durchverhandelt. Am Ende der Transaktion machen die einen den Prospekt fertig, die anderen verhandeln den Vertrag zwischen Banken und Unternehmen, wieder andere Anwälte gucken den Prospekt durch und melden Änderungswünsche an.

Und eins ist klar: Im ganzen Haus herrscht Rauchverbot, auch bei anstrengenden Nachtsitzungen.

 

PS: Wie die Team-Ostergrüße von Michael Schlitt mit seinen Kollegen und Mitarbeitern aussahen, kann man noch bei Instagram angucken. Denn auf dem Kanal ist er durchaus visibel und teilt schöne Blicke und Augenblicke.

 

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