Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Patrick Ströh, der vor sechs Jahren einen der führenden drei Online-Shops für Pferdefutter und Reitartikel mit einem Sortiment von über 4700 Produkten gründete.

Patrick Ströh (Foto: Ströh)
Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.
Ströh ist ein Online-Shop für moderne Pferdefütterung mit hoher Beratungskompetenz.
Womit beginnt Ihr Arbeitstag?
Ich kaufe einen Kaffee und ein Vollkornbrötchen (wichtig!), setze mich ins Auto und höre den Podcast von Gabor Steingart. So fängt der Tag gut an, ehe ich gegen 8.30 Uhr die neuesten Kundenbewertungen lese. Das ist für meine Branche spät.
Wie würden Sie sich selbst als Chef beschreiben?
Menschlich, humorvoll, zielstrebig, kreativ und fordernd. Manchmal etwas zu ungeduldig. Ich mag keine halben Sachen und stehe neuen Ideen immer offen gegenüber, auch wenn sie in dieser Form noch niemand umgesetzt hat.
… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?
Ein ordnungsliebender und strukturierte Gründer, der seinen Mitarbeitern vertraut, der aber auch unbequem werden kann – besonders wenn es dann nicht funktioniert. Er kann Verantwortung abgeben und ist immer für einen guten Witz zu haben. Er trägt sein Herz auf der Zunge.
Tee oder Kaffee?
Im Sommer Kaffee im Winter Tee aus meiner gusseisernen Kanne.
Ihr Spitzname ist…?
Ströh.
Verraten Sie eine Marotte.
Manchmal weiß ich nicht wo die Bremse ist: Manchmal arbeite ich zu lang. Das Homeoffice ist kein Segen, wenn man sich nicht im Griff hat.
Und: Mit dem Akkustaubsauger Fusseln vernichten, zuhause. Fusseln nenne ich alle Art von Staubbällchen und dazu gehören auch die Haare meiner Lebensgefährtin, die wie Eichhörnchen durch die Wohnung hoppeln wenn das Fenster auf ist.
Was bringt Sie in Harnisch?
Oberflächlichkeit und Ungenauigkeit. Ich habe Flugzeugbau gelernt. Mehr Reden als Tun ist in dieser Branche – wie für mich auch – ein absolutes „No-Go“.
Und Rosenkohl. Meine Freunden ziehen mich immer damit auf, dass ich der Erfinder des Rosenkohl-Prinzips bin. Meine Mutter hat jahrzehntelang versucht, mir Rosenkohl, den ich schon als Baby und Kleinkind nicht ausstehen konnte, schmackhaft zu machen. Daraufhin habe ich das Rosenkohlprinzip erfunden. Eine simple Methode zur Entscheidungsfindung. Was nicht schmeckt, schmeckt nicht. Was nicht passt, passt nicht. Da helfen auch keine Argumente. Ich werde seitdem zu jedem Essen, bei dem es Rosenkohl gibt, eingeladen – aber ich gehe nicht hin.
…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?
Meine Unnachgiebigkeit, wenn es darum geht, eine Sache zu Ende zu besprechen. Und auch meine Art, die Dinge manchmal allzu direkt anzusprechen. Und nein, ich bin nicht unpünktlich ..:-)
Was möchten Sie gerne mal machen, wenn Sie in Rente gehen?
Ein Segelboot kaufen und mit meiner Freundin um die Welt segeln. Ich bin bereits einmal 2014 im Rahmen der Atlantic Rally for Cruisers (ARC) über den Atlantik von Gran Canaria nach St. Lucia in die Karibik gesegelt. Großartig, wie klein man sich fühlen kann.
Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?
Zuverlässigkeit, Hilfsbereitschaft, Humor, Mut und Beständigkeit im Tun.
Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?
Meine lieben Menschen um mich herum, die Musik und das Meer.
Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?
Ich würde gerne auf einem Seenotkreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) arbeiten oder in einer Oldtimerwerkstatt alte Porsche reparieren.

(Foto: Ströh)
„Als leidenschaftlicher Segler habe ich immer eine Packung Fisherman`s Friends bei mir – Geschmacksrichtung: mint oder cherry,“ erzählt Patrick Ströh. Und weiter: „Die sind auch immer schön zum Verteilen. Mit einer Ausnahme: Als der fünfjährige Sohn einer Freundin fragte, ob er auch so ein Bonbon haben kann, habe ich den Werbe-Slogan `sind die zu stark, bist du zu schwach` vergessen. Es hat etwas gedauert, bis wir das scharfe `Bonbon` wieder aus seinem Mund gefischt hatten.“

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Sehr interessantes Interview
Beste Grüsse aus Zürich