Firmenchefs denken, sie sind unsterblich. Oder können einen Unfall haben. Die wenigsten sorgen für ihre Nachfolge vor

Ich bin unsterblich. Oder fast. Jedenfalls nicht so schnell. Ich und ein Unfall? Paah. So ungefähr denken die allermeisten Unternehmer. Sie halten sich quasi für unverletzlich. Denn, so zeigt eine Umfrage von The Alternative Board (TAB)  unter 165 Firmenchefs kleinerer und und mittlerer Unternehmen:

 

  • 81 Prozent der Unternehmer haben keinen Notfallplan
  • Zwölf Prozent sehen ihre Firma in Gefahr, wenn sie ausfallen
  • 61 Prozent haben keine ausreichenden Testaments-Regelungen für die Nachfolge getroffen
  • 65 Prozent beschäftigen sich kaum oder gar nicht mit dem Thema

Dabei: Auch wenn sie nichts regeln, keine Vorsorge treffen, so haben sie dennoch feste Vorstellungen.

Am liebsten ist es 46 Prozent von ihnen, wenn eigenen Kinder ihre Nachfolge übernehmen.

An zweiter Stelle wünschen sich 37 Prozent, dass die eigenen Mitarbeiter den Betrieb fortführen.

Was dagegen steht? 27 Prozent der befragten Unternehmenschefs fürchten, dass die auserkorenen Nachfolger nicht antreten und 26 Prozent, dass sie nicht ausreichend vorbereitet sind.

Die Umfrage weiter: 68 Prozent der Firmenchefs wollen ihr Unternehmen noch vor dem 65. Geburtstag an einen Nachfolger übergeben. Nur 24 Prozent können sich vorstellen, über das 65. Lebensjahr hinaus als Unternehmer zu arbeiten.

Ein Großteil möchte peu à peu in Rente gehen und will nach dem Ausscheiden weiter die Firma arbeiten: Entweder als regelmäßiger Berater (24 Prozent) oder gelegentlicher Berater bei strategischen Fragen (46 Prozent).

 

Die Ergebnisse im Detail:

1.Wie detailliert haben Sie sich bereits mit dem Thema Nachfolge auseinandergesetzt?

  • Sehr ausführlich 13,9 Prozent
  • Ausführlich 21,7 Prozent
  • In groben Zügen 31,3 Prozent
  • Ein wenig / kaum 23,5 Prozent
  • Gar nicht 9,6 Prozent
  • Weiß nicht / kann ich nicht sagen 0 Prozent

 

2. Wenn Ihnen etwas zustößt: Wie ist die Fortführung des Unternehmens sichergestellt? Mehrere Antworten waren möglich.

  • Es gibt einen zweiten Geschäftsführer oder Nachfolger im Unternehmen 37,6 Prozent
  • Es gibt einen Notfallplan für die Fortführung (Verkauf, Einstellung eines Geschäftsführers) 18,8 Prozent
  • Habe eine (oder mehrere) Generalvollmacht(en) erteilt 29,1 Prozent
  • Habe Bankvollmachten, Handlungsvollmachten oder Prokura erteilt 35,8 Prozent
  • Habe keine oder nur unzureichende Vorkehrungen getroffen 22,4 Prozent
  • Wenn ich ausfalle, ist der Unternehmensfortbestand gefährdet 11,5 Prozent
  • Weiß nicht / kann ich nicht sagen 0,6 Prozent

 

3. Haben Sie testamentarisch Regelungen für die Nachfolge im Falle Ihres Todes verfügt – umfassend und auf aktuellem Stand?

  • Ja 37,6 Prozent
  • Nein 60,6 Prozent
  • Weiß nicht / kann ich nicht sagen 1,8 Prozent

 

Welche Art der Nachfolge wäre Ihnen am liebsten?  (Bis zu drei Antworten möglich…)

  • Familieninterne Nachfolge durch Kinder 45,5 Prozent
  • Nachfolge durch anderes Familienmitglied oder Verwandten 9,7 Prozent
  • Eigentumsnachfolge innerhalb der Familie, aber mit Fremd-Geschäftsführer 12,7 Prozent
  • Externer Nachfolger 23 Prozent
  • Nachfolge durch Mitarbeiter 37 Prozent
  • Verkauf an anderes Unternehmen / Investor (nicht Wettbewerber) 28,5 Prozent
  • Verkauf an Wettbewerber 21,2 Prozent
  • Weiß nicht / kann ich nicht sagen 6 Prozent

 

5.  Welche Art der Nachfolge ist in Ihrem Fall die wahrscheinlichste?
(Bis zu drei Antworten möglich…)

  • Familieninterne Nachfolge durch Kinder 30,3 Prozent
  • Nachfolge durch anderes Familienmitglied oder Verwandten 9,1 Prozent
  • Eigentumsnachfolge innerhalb der Familie, aber mit Fremd-Geschäftsführer 13,3 Prozent
  • Externer Nachfolger 20,6 Prozent
  • Nachfolge durch Mitarbeiter 24,2 Prozent
  • Verkauf an anderes Unternehmen / Investor (nicht Wettbewerber) 24,2 Prozent
  • Verkauf an Wettbewerber 20,6 Prozent
  • Einstellung der Geschäftstätigkeit 6,1 Prozent
  • Weiß nicht / kann ich nicht sagen 11,4 Prozent

 

6. In welchem Alter wollen Sie an einen Nachfolger übergeben?

  • Mit 50 Jahren (oder früher) 2,4 Prozent
  • Mit 55 bis unter 60 Jahren 25,9 Prozent
  • Mit 60 bis unter 65 Jahren 39,2 Prozent
  • Mit 65 bis unter 70 Jahren 20,5 Prozent
  • Mit 70 bis unter 75 Jahren 3,6 Prozent
  • Mit 75 Jahren (oder später) 0,6 Prozent
  • Dazu gibt es keine Vorstellungen oder Planungen 6 Prozent
  • Weiß nicht / kann ich nicht sagen 1,8 Prozent

 

7. Was könnte eine Unternehmensnachfolge erschweren?
(Mehrere Antworten möglich…)

  • Habe zum Thema Nachfolge keine konkreten Vorstellungen 11,5 Prozent
  • Für mein Unternehmen lässt sich nur schwer ein Nachfolger finden 21,2 Prozent
  • Vorgesehene Nachfolger sind auf die Nachfolge ungenügend vorbereitet 26,1 Prozent
  • Es ist unklar, ob die vorgesehenen Nachfolger die Nachfolge antreten 26,7 Prozent
  • Es gab bereits einen Nachfolger, eine Übergabe erfolgte jedoch nicht 3 Prozent
  • Muss mich mit anderen Gesellschaftern abstimmen 12,1 Prozent
  • Andere Gesellschafter haben Einfluss auf meine Entscheidung, beispielseise durch Vorkaufsrechte 6,1 Prozent
  • Ich sehe keine Hindernisse 23,6 Prozent
  • Weiß nicht / kann ich nicht sagen neun Prozent

 

8. Wie hoch wird später Ihr Beratungsbedarf sein, um die Nachfolge praktisch zu regeln?

  • Sehr hoch (umfassende professionelle Beratung und Begleitung) 3,6 Prozent
  • Hoch (professionelle Beratung und Begleitung) 35,8 Prozent
  • Gering (Beratung nur zu spezifischen Fragen, etwa Steuer- oder Rechtsfragen) 41,2 Prozent
  • Sehr gering (Beratung zu sehr wenigen spezifischen Fragen) 6,7 Prozent
  • Kein Beratungsbedarf 5,5 Prozent
  • Weiß nicht / kann ich nicht sagen 7,2 Prozent

 

9. Werden Sie nach der Übergabe fürs Unternehmen arbeiten?
(Mehrere Antworten möglich…)

  • Ja, als Geschäftsführer 12,7 Prozent
  • Ja, regelmäßig als Berater 24,1 Prozent
  • Ja, gelegentlich als Berater bei strategischen Fragen 45,8 Prozent
  • Ja, für operative Tätigkeiten in geringem Umfang 18,7 Prozent
    Nein, stehe dem Unternehmen nach einer Übergabe nicht mehr zur Verfügung
  • 6,1 Prozent
  • Weiß nicht / kann ich nicht sagen 12,7 Prozent

 

 

Befragtenbasis: Bis 500.000 Euro Umsatz machen 9,6 Prozent, über 0,5 bis 2 Millionen Euro 34,9 Prozent, über zwei bis fünf Millionen Euro 24,1 Prozent, über fünf bis zehn Millionen Euro 17,5 Prozent, über zehn bis 25 Millionen Euro neun Prozent, über 25 bis 50 Millionen Euro 2,4 Prozent, über 50 Millionen Euro 2,4 Prozent.

 

 

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