Fragebogen „Nahaufnahme“ mit Productsup-Gründer Johannis Hatt, der nicht länger als zehn Minuten auf andere wartet

Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Johannis Hatt, Chef und Mitgründer des Berliner Internetunternehmens Productsup – einem Technologieanbieter für Onlinehändler – mit Standorten beispielsweise in München, San Francisco, London, aber auch Sidney oder Singapur. Zu seinen Kunden gehören Trivago, Ikea, Triumph, Galeria Kaufhof oder Gourmondo.de.

 

 

Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut?

Productsup kurbelt die Umsätze von E-Commerce-Händlern an, indem wir die Daten der einzelnen Produkte – Preis, Beschreibung, Bild – optimieren und diese automatisch auf allen Marktplätzen von Amazon über Google bis Instagram aussteuern.

 

Womit beginnt Ihr Arbeitstag?

Zum Wachwerden ein doppelter Espresso mit etwas Milch, dann mit den Hunden eine Runde spazieren gehen und meiner Tochter „Guten Morgen“ sagen, bevor es in Richtung Büro geht.

 

Wie würden Sie sich selbst als Chef beschreiben?

Man erkennt mich an meinen weißen Stan-Smith-Turnschuhen, die ich im Sommer wie im Winter trage. Gegenüber meinen Mitarbeitern bin ich freundlich, loyal, zuverlässig und fair. Außerdem habe ich großes Vertrauen darin, dass sie das Richtige tun. Deshalb gebe ich ihnen viele Freiheiten.

 

… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?

Ich gehe fest davon aus, dass sie dies bestätigen würden. Außerdem würden sie wahrscheinlich noch meine Reaktionsgeschwindigkeit hervorheben und dass sie sich jederzeit und mit jedem Thema an mich wenden können.

 

Tee oder Kaffee?

Espresso Macchiato, nur nach dem Sport: Hibiskustee.

 

Ihr Spitzname ist…?

Da gibt es einige – je nachdem, wen Sie fragen. Meine Eltern nennen mich Hannis, meine Freunde aus der Schulzeit Jo. Und ich bin mir sicher, es gibt noch ein paar, von denen ich nichts weiß.

 

Verraten Sie eine Marotte?

Auch da gibt es einige: Ich laufe zum Beispiel den ganzen Tag mit Kopfhörern in den Ohren durch die Gegend, da ich viel telefoniere. Weil nicht immer klar ist, ob ich gerade in einem Gespräch bin oder nicht, ist das für die Mitarbeiter schon mal sehr verwirrend. Außerdem habe ich den Drang, die Mails in meinem Posteingang bis zum Ende des Tages immer komplett abzuarbeiten. Wenn ich in Meetings ein Smartphone sehe, das mehrere hundert oder sogar tausend ungelesene Mails anzeigt, kann ich das absolut nicht nachvollziehen.

 

Was bringt Sie in Harnisch?

Zum einen Unzuverlässigkeit, insbesondere Unpünktlichkeit. Leider ist es in Meetings wie in Telefonkonferenzen gesellschaftlich akzeptiert, zu spät zu kommen. Wenn jemand seine Verspätung ankündigt, finde ich das in Ordnung – ansonsten warte ich nicht länger als zehn Minuten.

Und: Ungerechtigkeit macht mich wütend. Wenn ich eine Situation beobachte, die ich als ungerecht empfinde, kann ich nicht nicht reagieren – egal ob ich persönlich davon betroffen bin oder nicht.

 

…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?

Ich denke, dass ich meinem Gegenüber des Öfteren mit meiner direkten Art auf die Füße trete und damit auch verletze. Außerdem kann ich meinen Mitmenschen mit meiner Akkuratesse schon mal auf die Nerven gehen. Für mich sind auch Kleinigkeiten wichtig, weil ich finde, dass sich nur aus ihrer Summe ein professionelles Gesamtbild ergeben kann.

 

Was möchten Sie gerne im Ruhestand machen?

Ich lese seit meiner frühen Kindheit liebend gern und das ist eines der Hobbys, für das ich mir mehr Zeit wünsche. Ich würde auch gerne einen Roman schreiben, um diesen kreativen Entwicklungsprozess kennen zu lernen. Und mehr gemeinsame Zeit mit den Menschen haben, die für mich wichtig sind, das ist etwas, das ich mir wünsche.

 

Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?

Humor, Zuverlässigkeit, eine gewisse Leichtigkeit, Intelligenz und Authentizität.

 

Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?

Grundlegend kann ich auf alles verzichten, am schwersten würde es mir jedoch bei meinem Handy, Kaffee und guten Bücher fallen.

 

Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?

Am liebsten wäre ich für einen Tag ein Universalgelehrter wie Leonardo Da Vinci. Mich würde wirklich interessieren, wie er es geschafft hat, auf so vielen Gebieten exzellent gebildet und seiner Zeit so weit voraus zu sein.

 

Dieses Foto steht auf Johannis Hatt Schreibtisch, er hat es bei einem Urlaub in der Toskana aufgenommen. „Wir verbrachten drei Wochen in der Umgebung von Florenz, um ein Gefühl dafür zu bekommen, ob Italien unser Alterssitz werden könnte. Den Hunden Holly und Balou hat´s gut gefallen, aber wir haben uns dagegen entschieden und suchen weiter. Obwohl die Toskana mit gutem Essen, gutem Wein und Sonne schon mal drei der wichtigen Kriterien erfüllt hätte,“ erzählt Hatt.

 

 

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