Fragebogen „Nahaufnahme“ mit Messe-Düsseldorf-Chef Werner Dornscheidt: „Sternzeichen Widder, noch Fragen?“

Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Werner Dornscheidt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf, die 2018 rund 290 Millionen Euro Umsatz mit rund 850 Mitarbeitern machte.

 

Werner Dornscheidt (Foto: Rene Tillmann / Messe Duesseldorf)

 

Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.

Wir sind Innovations-Broker, indem wir Nummer-Eins-Fachmessen organisieren, auf denen wir alle Akteure einer Branche zusammen bringen, damit sie ihre Produkte präsentieren, Trends diskutieren, Themen weiter entwickeln und gemeinsam Weichen für die Zukunft ihrer Industrie stellen.

 

Womit beginnt Ihr Arbeitstag?

Frühmorgens zu Hause: Wenig sprechen, vier Zeitungen lesen, Kaffee trinken – ich bin spätestens um acht Uhr im Büro.

 

Wie würden Sie sich selbst als Chef beschreiben?

Ich lasse größtmögliche Freiheit. Die Mannschaft, die wir am Start haben, ist eigeninitiativ, agil und gibt 100 Prozent. Freiheit schafft Kreativität. Und ist gleichzeitig fordernd, weil jeder sich selbst strukturieren und Entscheidungen treffen muss. Bin selber eher zupackend und ungeduldig. Sternzeichen Widder, noch Fragen?

 

… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?

Wir arbeiten mit Spielraum, können gestalten und etwas bewegen. Bei Visionen rät er zum Arztbesuch. Er möchte Ergebnisse und Lösungen schnell, knapp und wenig klausuliert. Auch wenn er es nicht zugibt: er merkt, wenn er den Bogen überspannt hat. Und hofft, dass man das große Herz hinter der Fassade sieht. Aber nur heimlich.

 

Tee oder Kaffee?

Kaffee, mit Milch. Tee ist Medizin. Gut gegen Visionen.

 

Ihr Spitzname ist…?

Dorni.

 

Verraten Sie eine Marotte.

Auch wenn die Messe Düsseldorf dafür bekannt ist, dass sie ihre Geschäfte fast alle digital abwickelt: ich mag Füller. Gute alte Füllfederhalter. 54 sitzen bei mir hübsch nebeneinander im Schrank. Direkt neben den gestreiften Hemden.

 

Was bringt Sie in Harnisch?

Unhöflichkeit: Ich bin gern Gastgeber. Jeder, der auf dem Messegelände kein Namensschild trägt, ist ein potenzieller Kunde. Und Trägheit: dafür hab ich einfach zu viel Schmackes.

 

…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?

Kommt drauf an. Die einen die Füller, die anderen die Streifenhemden.

 

Was möchten Sie gerne mal machen, wenn Sie wirtschaftlich unabhängig wären, nicht mehr in Ihrer Firma und ganz viel Zeit hätten?
Im Sportbereich aktiv sein, ehrenamtlich, in NRW oder national.

 

Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?

Ich kann nichts mit Ja-Sagern anfangen. Oder großspurigen, arroganten Typen. Wirklich gar nichts. Ich mag gerade Rückgrat mit deutlicher Meinung, Höflichkeit mit ehrlichem Respekt, Loyalität und Humor.

 

Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?

Füller, Streifenhemden, Familie. Nur andere Reihenfolge.

 

Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?

Trainer beim Deutschen Behindertensportverband. Die Messe Düsseldorf organisiert und betreibt das Deutsche Haus während der Olympischen und Paralympischen Spiele im Auftrag des Deutschen Sport-Marketings DSM. Die Stimmung dort, der Teamgeist und die Leistungen der Sportler machen mir Gänsehaut.

 

 

Was ich keinesfalls hergebe: Meine Bücher, die mich richtig stolz machen – „The Library of Werner Dornscheidt“. Diese Worte präge ich in jedes meiner Bücher ein. Als ich den Prägestempel vor Jahren in der WiWo gesehen habe, musste ich ihn einfach haben. Meine Frau hat mir damit dann eine große Freude zu meinem Geburtstag bereitet.

 

 

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Alle Kommentare [1]

  1. Hallo, Herr Dornscheidt,
    Ihren privaten Einblick habe ich mit Interesse gelesen. Vielleicht könnten Sie
    – wenn Sie zur Ruhe kommen – einmal an etwas Sport denken, z.B. Schwimmen und/oder Wassergymnastik?
    Heute jedoch – etwas spät nachträglich – möchte ich Ihnen gratulieren zu der
    Entscheidung Ihres Hauses, Herrn Wolfram Diener als Geschäftsführer für das operative Geschäft zu holen! Für die CMA hat er erstklassige Arbeit als Objektleiter der Hamburgmesse geleistet. Schlicht gesagt, er war der beste von allen!
    Weiterhin viel Erfolg!