Teure Managerfehler, Verluste der D&O-Versicherer – der erste stellt den Geschäftsbetrieb ein

Die meisten D&O-Versicherer (Managerhaftpflichtversicherer) machen in Deutschland seit einiger Zeit schon Verluste, jetzt zieht sich der erste Versicherer – MS Amlin von Amlin Insurances – vom deutschen D&O-Markt zurück. Seine Unternehmenskunden informierte der D&O-Versicherer denn auch über die „Einstellung des Geschäftsbetriebs“.

 

Inakzeptable Verlängerungsangebote 

„Die Prämien waren schon mehrere Jahre zu niedrig, aber die Schäden immer häufiger und immer teurer“, analysiert Managerhaftungsexperte und Anwalt Michael Hendricks. Der Industrieversicherer Chubb aus den USA – sein Marktanteil wird von Insidern in Deutschland auf zehn Prozent geschätzt – reagiert schon seit mehreren Monaten: Mit Kündigungen von Kunden, die teure Schäden verursachen. Darüber hinaus soll der Versicherer ihnen so exorbitant hohe Verlängerungsangebote vorlegen, dass sie für die Unternehmen inakzeptabel waren, beobachtet Brancheninsider Hendricks.

 

Managerhaftungs-Experte Michael Hendricks

Prämienerhöhungen in Sicht

Vom D&O-Marktführer Allianz gibt es die Signale, dass Prämienerhöhungen bevorstehen. Wenn die Münchner erhöhen, werden die anderen Anbieter nachziehen, erwartet Hendricks. Das wäre dann der Dammbruch. Schlimmstenfalls droht Unternehmen – so wie im Jahre 2003 nach dem Platzen der Dotcom-Blase mit hohen Verlusten für die D&O-Versicherer – ein sogenannter Deckungsnotstand. Dann könnten Unternehmen sogar Schwierigkeiten haben, überhaupt eine Police zum Schutz vor den teuren Manager-Fehlern zu bekommen.

 

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