„Nahaufnahme“-Fragebogen mit Cocodibu-Chef Stefan Krüger mit dem Hashtag #HastemalneMinute

Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Stefan Krüger, Ex-Chefredakteur des Fachmagazins „w&v“ und Co-Chef der PR-Agentur Cocodibu in München, die spezialisiert ist auf B-to-B-Geschäft. Zu den Referenzkunden gehört dmexco, die weltweite Leitmesse für die digitale Wirtschaft.

Cocodibu fiel kürzlich besonders auf mit einer höchst ironischen Stellenanzeige (siehe ganz unten): Bewerber sollten bei der Agentur „langweilige Pressemitteilungen“ schreiben, „sinnlose Produktfotos“ posten und „öde“ Videos drehen. Kandidaten sollten „keine Hunde mit zum Bewerbungsgespräch“ mitbringen, „150.000 Instagram-Follower“ haben, ein „ortografiesches Gespür“, „jede Menge Durchhaltevermögen“ und „Erfahrung mit üblen Kantinen“.

Im Gegenzug gebe es: „Kolleginnen aus der Hölle, unsympathische Chefs, kein Bällebad und jede Menge Arbeit“ sowie „weitgehend stupide Aufgaben, die sich aber oft wiederholen“, „jede Menge Arbeit und klare Hierarchien“  oder „Murmeln statt Kicker“. Immerhin ließe sich mehr als 20 Bewerber davon nicht abschrecken und akzeptiert wurde am Ende auch eine Kandidatin.

https://www.wuv.de/marketing/mit_humor_und_ironie_die_richtigen_mitarbeiter_finden

 

Was Cocodibu vergessen hat, aufzuzählen: Dass Bewerber viel Geduld am Telefon brauchen mit Journalisten, die immer erst mal rückfragen: „Cocodiwas, bitte?“

Die Erklärung für den Namen: Es ist eine Abkürzung für Communication consultants for digital business.

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Stefan Krüger von Cocodibu

 

Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.

Wir sind eine PR-Agentur und verschaffen Unternehmen Öffentlichkeit – vor allem Unternehmen aus Zukunftsbranchen wie der digitalen Wirtschaft.

 

Womit beginnt Ihr Arbeitstag?

Großzügig ausgelegt nach dem Frühstück gegen 7:30 Uhr – mit dem Checken der Mails und dem Scannen der Social-Media-Kanäle. Dafür erlaube ich mir den Luxus, erst gegen 9.20 Uhr in der Agentur aufzuschlagen. Also ein Zeitpunkt, zu dem die meisten Manager in der Regel schon zwei Meetings abgehalten haben.

 

Wie würden Sie sich selbst als Chef beschreiben?

Als eine Mischung aus Wolfgang Schäuble, Jupp Heynckes und Ozzy Osbourne. Konservativ, was grundsätzliche Werte und Arbeitsmodelle betrifft, wirklich bemüht, das beste Team zu formen, entscheidungsstark,  vergleichsweise uneitel und gern auch unkonventionell und spontan. Manchmal sogar mit Humor. Allerdings auch mit Schwächen, was Organisation und interne Kommunikation angeht….

 

… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?

Wer ist Ozzy Osbourne?

 

Tee oder Kaffee?

Kaffee

 

Ihr Spitzname ist…?

Ich habe vor ein paar Jahren mit drei Kumpels eine Band gegründet. Die nennen mich „Steve“ – das liegt an den noch ausbaufähigen Deutschkenntnissen unseres englischen Sängers. Der Name soll sich, so hab ich gehört, inzwischen in der Firma verselbständigt haben.

 

Verraten Sie eine Marotte?

Ich mag Papier. Für unsere Digitalbranche eigentlich ein Anachronismus, aber ich ziehe es immer noch vor, Texte, Konzepte handschriftlich auf Papier zu redigieren. Sehr zum Leidwesen aller mit einer echten Sauklaue.

 

Was bringt Sie in Harnisch?

Ehrlich gesagt eine ganze Menge: Antriebslosigkeit, Unehrlichkeit, Phrasendrescherei, Status-Gehabe, Rechthaberei, Ängstlichkeit

 

…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?

…wahrscheinlich auch eine ganze Menge. Allen voran, dass ich alle regelmäßig im Tagesgeschäft unterbreche, wenn ich gerade eine Idee hab. Wir arbeiten hier ja mit der Generation Hashtag zusammen. Meiner ist #HastemalneMinute…

 

Was möchten Sie gerne im Ruhestand oder dann machen, wenn Sie wirtschaftlich unabhängig sind, nicht mehr in Ihrer Firma tätig sind und ganz viel Zeit haben?

Innere Gelassenheit geniessen. Ich mag die Szene, in der Diogenes zu Alexander dem Großen sagt: „Geh mir ein wenig aus der Sonne!“ Wobei: Es muss wirklich nicht unbedingt eine Tonne sein.

 

Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?

Ehrlichkeit, Humor, Eigenmotivation.

 

Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?

Materiell? Gitarre, Verstärker, mein altes Auto – ein Audi Cabrio aus den 90-ern.

 

Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?

Band-Booking bei Wacken – wenn ich die Bands aussuchen könnte, wäre dann das Festival der Superlative.

 

 

 

In Krügers Büro hängen diese alten Konzertplakate von Metallica (1992) und Kiss (1979), die er einst in Californien/USA und in Hartford/Großbritannien besuchte.

 

 

 

 

Zu Stefan Krüger: 

http://www.horizont.net/medien/nachrichten/-Stefan-Krueger-meldet-sich-zurueck-86683

 

 

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