Fragebogen „Nahaufnahme“ mit Legalbase-Chef Daniel Biene: „Ich reagiere allergisch auf Papierstapel“

Den Fragebogen „Nahaufnahme“ hat Daniel Biene, Mitbegründer des Rechtsdienstleistungs-Start-ups Legalbase, beantwortet:

 

Daniel Biene von Legalbase

Daniel Biene von Legalbase

 

Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut?

Legalbase.de ist eine Online-Plattform, auf der Konsumenten und Unternehmer Rechtschecks, Beratungen, Patientenverfügungen, Testamente, Unternehmensgründungen oder Markenanmeldungen zum Fixpreis bekommen.

 

Womit beginnt Ihr Arbeitstag?

Gegen acht Uhr zuhause mit dem Durchsehen und Beantworten der E-Mails. Ich frühstücke nie. Im Büro geht es dann erst gegen 9:30 Uhr weiter, denn die Digitalbranche zählt nicht zu den Frühaufsteherbranchen. Das kommt mir sehr entgegen.

 

Wie würden Sie sich selbst als Chef beschreiben?

Ich bin entscheidungsfreudig und gradeheraus, man weiß bei mir, woran man ist – und das stimmt sogar. Ich höre zu, nehme Mitarbeiter ernst und lasse viel Freiraum für eigene Ideen und Vorgehensweisen. Ich bin kein tyrannischer oder erratischer Chef und keiner, der sich in Einzelheiten verliert. Allerdings erwarte von meinen Mitarbeitern viel Engagement. Es geht mir um Sorgfalt, hohe Geschwindigkeit, offene Kommunikation und gute Ergebnisse. Das funktioniert am besten mit Mitarbeitern, die von sich aus leistungsorientiert, motiviert und organisiert sind. Ich sehe Mitarbeiter als Partner, nicht als Hilfskräfte. Wir sollten alle Spaß an der Sache haben.

 

… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?

Verlässlich, sachlich, pragmatisch, allürenfrei und sehr schnell. Lieber eine schnelle Entscheidung, von denen auch mal eine falsch sein kann, als langsam sein. Hin und wieder werde ich auf meine Herkunft als gebürtiger Westfale angesprochen. Und schnell bin ich wegen meiner ausgeprägten amerikanischen Sozialisation: Ich habe einige Jahre in New York studiert, gearbeitet und gelebt.

 

Tee oder Kaffee?

Kaffee.

 

Ihr Spitzname ist…?

Biene – natürlich. Aber spätestens seit dem Abitur ist der Spitzname ad Acta gelegt. Kassierer, die meinen Nachnamen auf der EC-Karte lesen, freuen sich aber immer noch.

 

Verraten Sie eine Marotte?

Ich reagiere allergisch auf Papierstapel und Aktenordner. Was angesichts meiner juristischen Ausbildung viele verwundert. Auf meinem Tisch werden Sie kein Stück Papier finden, und Schreibtischschubladen gibt es nicht. Alles geht durch Scanner und Schredder. Was dort nicht hinkommt, wird sofort entsorgt. Zuhause wie im Büro habe ich jeweils nur einen einzigen schmalen Ordner mit Papieren und keinen festen Arbeitsplatz.

 

Was kann Sie in Harnisch bringen?

Umständlichkeit, also wenn Dinge unnötig verkompliziert werden. Das ist gerade in der Rechtsberatungsbranche ja leider gang und gäbe, und häufig wesentlicher Teil des Geschäftsmodells. Darüber rege ich mich täglich auf.

 

…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?

Weil bei mir nichts liegen bleibt, fühlen sich Kollegen manchmal von mir bombardiert. Und wenn ich darauf bestehe, dass Arbeitsprodukte, die an Kunden und Partner gehen, 100-prozentig konsistent und fehlerfrei sind, empfinden das manche als kleinkariert. Meine mangelnde Toleranz gegenüber Vermüllung auf und unter Schreibtischen kommt auch nicht immer gut an. Aber ich bin überzeugt: Man kann die Qualität des Inhalts meist schon an der Qualität der Form ablesen.

 

Was möchten Sie gerne im Ruhestand machen?

Ich arbeite nicht darauf hin, nicht mehr arbeiten zu müssen. Ich betrachte das Leben als eine Reise, bei der es um den Weg geht, nicht um das Ziel Ruhestand. Irgendwie wird es schon immer weitergehen.

 

Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?

Ich mag es, wenn jemand eine ehrliche Haut ist. Schauspieler-Typen, die tricksen und Show machen, schätze ich nur auf der Bühne.

 

Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?

Ich würde etwas komplett anderes machen: Krankenpfleger, Taxifahrer oder Kellner. Den Kellner-Job hatte ich übrigens für einige Jahre im Mövenpick Hotel Münster, nachdem ich erst im Hauskeeping Böden und Fußleisten geputzt und dann Minibars aufgefüllt habe. Das hat mir viel Spaß gemacht. Mein Meisterstück war, als ich nach einem Konzert die Suite von Udo Lindenberg reinigen musste — da galt es einige Herausforderungen zu bewältigen. Ich denke, es hilft sehr, andere Perspektiven einzunehmen. Zumal es zwischen fast allen Berufen gewisse Parallelen gibt: es geht fast immer um den Umgang mit Menschen. Nur die Rollen wechseln.

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Im Bürokühlschrank von Legalbase liegt eine Fleischlieferung nach der anderen: Daniel Biene ist „gefühlt Kunde aller US-Frischfleischversender von Otto, Click´n Grill, Bosfood bis Gut Kleppelshagen“. Der Hobby-Koch
grillt, smoked und brät in der Pfanne. Auf seiner Terasse steht ein Big Green EGG aus Keramik, das US-Kultgerät. Biene: „Nur für einen Tisch habe ich nun keinen Platz mehr.“
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