Fragebogen „Nahaufnahme“ mit Oliver-Wyman-Chefin Kütz, die gerne mal einen Tag BGH-Richterin wäre

Den Fragebogen “Nahaufnahme” hat Finja Carolin Kütz, Geschäftsführerin der Strategieberatung Oliver Wyman in Deutschland und Österreich beantwortet:

 

Finja Kütz von Oliver Wyman

Finja Kütz von Oliver Wyman

Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.

Wir unterstützen weltweit führende Unternehmen, indem wir mit tiefer Branchenexpertise und viel Leidenschaft im Team mit unseren Klienten an der Bewältigung herausfordernder strategischer Probleme arbeiten.

 

Womit beginnt Ihr Arbeitstag und wann?

Mit einer ausführlichen Zeitungslektüre. Gerne lese ich mehrere nationale und internationale Zeitungen. Wenn ich großes Glück habe, ist die „Börsenzeitung“ dabei. Die Sachlichkeit und die Inhalte sind erfrischend und die Haptik ein wahrer Genuss. Und natürlich der Blick von außen und nach außen in der „Financial Times“ oder der „Neuen Zürcher Zeitung“.

 

Wie würden Sie sich selbst als Chef beschreiben?

Ich bin fördernd und fordernd.

 

… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?

Konsultativ und integrierend in der Entscheidungsbildung, aber auch bestimmt, wenn Entscheidungen getroffen sind. Sie würden mich zudem als sehr leistungsorientiert beschreiben.

 

Tee oder Kaffee?

Tee – viel, bevorzugt schwarz, aber auch in anderen Farben, nur nicht mit Blümchen.

 

Ihr Spitznamen ist…?

Dieser Kelch ist bisher an mir vorübergegangen – vermutlich, da mein Name an sich schon recht ungewöhnlich ist.

 

Verraten Sie eine Marotte?

Ich bin seit Kindertagen weitsichtig und habe eine Lesebrille, mit der ich schon auf zwei Meter Entfernung nur unscharf sehen kann. Bin ich in Gesprächen wandert sie ständig auf die Nase, auf den Tisch, ins Haar…  Und wenn ich sie brauche, dann habe ich sie meist doch nicht direkt zur Hand, so dass ich blinzeln muss.

 

Was bringt Sie in Harnisch?

Menschen, die nicht über ihren Tellerrand schauen, bringen mich auf die Palme. Jeder sollte so weit die übergreifenden Ziele und Zusammenhänge im Blick haben, dass zumindest Fragen aufkommen, ob das eigene Handeln links und rechts auch rein passt.

 

…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?

Wenn ich etwas für wichtig halte, bestehe ich nachdrücklich darauf. Das kann dann über zwei oder drei Runden gehen und auch einmal lästig erscheinen.

 

Was möchten Sie gerne im Ruhestand machen?

Ich wollte als Jugendliche Schriftstellerin werden, habe dann aber einer anderen Leidenschaft folgend, Mathematik studiert. Das eine – Romane schreiben – hole ich nach, wenn ich Zeit habe. Das andere – die Begeisterung für Mathematik – möchte ich Mädchen und jungen Frauen nahe bringen. Mathematik ist eine großartige Ausbildung, um unsere Zeit in all ihrer Komplexität zu verstehen und mitzugestalten. Außerdem freue ich mich darauf, mehr zu lesen und wieder zu lesen, zum Beispiel Shakespeare im Original und von Frank Günther.

 

Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?

Ich schätze es, wenn Menschen Begeisterung für die Dinge haben, die sie tun und mich dazu bringen, anders auf die Welt zu blicken.

 

Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?

Ich wäre gerne Richterin am Bundesgerichtshof. Rechtsstaatlichkeit ist eine der größten Errungenschaften der Menschheit – bringt aber Risiken und Nebenwirkungen einer überbordenden juristischen Normierung mit sich, die persönliche und unternehmerische Freiheiten einschränkt. Die Gratwanderung zwischen Normierung und Liberalität mit zu gestalten, fände ich spannend.

 

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Finja Carolin Kütz´Lieblingsgegenstand ist ihre Bücherwand in ihrem heimischen Büro.

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