Ein Teller Entenbrust-Salat mit Harald Proff: Die dritte Frage ist die nach der Firmenwagenregelung

„Ein guter Firmenwagen ist für manche der Grund, nicht die Firma zu wechseln“, verblüfft mich Harald Proff. Die dritte Frage von Führungskräften an ihn sei regelmäßig die Frage nach der Dienstwagenregelung in dem Unternehmen, für das er sie anspreche. Aber das mag auch an der Branche liegen, in der er Executive-Search betreibt und für die er Human-Ressources-Strategien entwickelt. Denn Proff ist seit zwei Jahren Geschäftsführer bei Kienbaum Management Consultants, bevor er zehn Jahre bei McKisey war und davor bei Mercedes Benz in der Entwicklung und im internationalen Marketing.

 

Harald Proff, Partner bei Kienbaum Management Consultants und Experte für die Autoindustrie

Harald Proff, Geschäftsführer bei Kienbaum Management Consultants und Experte für die Autoindustrie

Der Vater von zwei Kindern erzählt, dass rund 55 Prozent aller Autos in Deutschland auf Organisationen zugelassen sind und nur rund 45 Prozent auf Privatleute. Und dass die deutsche Automobilindustrie auf einer Insel der Glückseligen lebt, weil die Deutschen ihre Autos so irrational kaufen. Franzosen beispielsweise, die ein ähnliches Pro-Kopf-Einkommen haben, kaufen Autos in einer Klasse niedriger als Deutsche. Statt einem Golf tut´s auch ein Polo, statt einem Megane ein Clio. „Die Deutschen sind unglaublich bereit, für Autos Geld mit vollen Händen auszugeben, das sie nicht haben“, so der Autoexperte, der übrigens verheiratet ist mit einer Hochschullehrerin – Heike Proff, Professorin an der Universität Duisburg-Essen -, die sich ebenfalls mit der Automobilindustrie beschäftigt. Beide gemeinsam haben ein Fachbuch geschrieben mit dem Titel „Dynamisches Automobilmanagement: Strategien für international tätige Automobilunternehmen im Übergang in die Elektromobilität“ (Gabler Verlag Dezember 2012, 330 Seiten).

 

Einsatz in Pietkong

Der  Job hat ihn gut herumkommen lassen: In Brasilen hat er schon gelebt, in Südkorea – und im Pietkong, erzählt Harald Proff grinsend. Pietkong? Genau, das sei die Schwäbische Alp, erklärt er mir als Rheinländerin. Wers googelt, findet bei www.reise.net Erklärungen wie diese: die Umgebung von Stuttgart sei im vergangenen Jahrhundert besonders von Pietismus geprägt gewesen, wovon noch heute viele Gewohnheiten, Rituale und Einstellungen übrig geblieben seien. Insbesondere der Hang zu Sparsamkeit und Ernsthaftigkeit.

 

Schulbeste und im Hausfrauenlager

Da könne es einem passieren, dass man nach drei Jahren wieder wegzieht, ohne inzwischen da auch nur einen zu kennen. Obwohl der Einzelne extrem nett ist, sagt Proff. Seine Frau Heike und er hätten über die Schulfeste der Kinder Kontakte geknüpft zu den Schwaben. Dabei hat er die Einstellung etlicher Frauen dort kennengelernt „ich muss nicht arbeiten, mein Mann verdient genug“, hiess es etwa. Und das sagen dann Frauen, die die Schulbesten waren, studiert haben und nun im Hausfrauenlager seien.

 

Es gibt auch Frauen, die beinhart sind

Proff fände es gut, die Frauen so früh in die Unternehmen zu bekommen, dass sie mehr Erfolge vorweisen könnten, wenn sie Kinder bekämen – und unentbehrlicher sind. „Dann finden Firmen auch individuelle Lösungen“, weiss er. Und dass Frauen sich durchaus im Job behaupten und hoch kämpfen können, davon ist er überzeugt: „Ich habe in Konzernen Frauen erlebt, die beinhart waren und genauso unterm Tisch treten können wie Männer.“

Ach und bestellt hat sich Harald Proff im Basil´s einen Salat mit Entenbrust.

 

Salat mit Entenbrust im "Basil´s"

Salat mit Entenbrust im „Basil´s“

 

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