Der Deutsche-Markenarbeit-Chef Frank Dopheide über Chefs, die immer nur auf Sendung sind – nie auf Empfang. Serie: Glaubenssätze der Führungskräfte (5)

Frank Dopheide, Chef der Deutschen Markenarbeit schreibt exklusiv im Management-Blog über die zehn beliebtesten Glaubensätze der Führungskräfte, um in der Öffentlichkeit ein gutes Bild abzugeben:

Teil 5: Wer schreibt, der bleibt.

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Frank Dopheide, Chef der Deutschen Markenarbeit

Frank Dopheide, Chef der Deutschen Markenarbeit

Führt die Höhenluft auf der Karriereleiter möglicherweise zu einer Wahrnehmungsstörung? Mathematisch aufgerundet sind zehn von zehn Vorgesetzten der festen Überzeugung: ich bin ein guter Chef. Damit bewerten sie ihr Führungstalent höher als ihre Begabung zum Liebhaber oder Autofahrer.

 

Top-Manager-Risiko: Tinnitus Executivus

Die Mitarbeiter sehen das skeptischer. Neun Prozent der Angestellten denken: mein Chef hat den Führungsbogen raus. Dabei ist gerade das eine Herzensangelegenheit der Führungsspitze. Der Chef will nicht länger der Halbgott in grauem Flanell sein, sondern ein Mensch, wie du und ich. Mittendrin statt nur eine Stufe höher. Dennoch wächst mit dem beruflichem Aufstieg die Gefahr des Tinnitus Executivus: Hörschwäche im fortgeschrittenen Karrierestadium. An der Spitze ist es nicht nur einsam, sondern auch totenstill. Die Person im Cockpit hat in der Regel kein Sendungs-, sondern ein Empfangsproblem.

 

Wer das Perpetuum Mobile in Gang setzt – Mails im Sekundentakt

Der CEO stemmt sich mit ganzer Kraft dagegen und mailt was das Zeug hält. Der „heiße Daumen“, wird zum Wahrzeichen des hyperaktiven Teamplayers. Er ist immer on. Auf jede noch so kleine Mail gibt es Feedback im Sekundentakt. Der Chef fühlt sich im wahrsten Sinne des Wortes seinen Mitarbeitern verbunden und sendet gleichzeitig ein klares Signal an die Mannschaft: ich sehe, was du tust – ich bin im Boot.

 

Resultat: Mailen statt Arbeiten

Damit setzt er meist ein Perpetuum Mobile in Gang, denn der Mitarbeiter fühlt sich genötigt, wiederum zu antworten, was wiederum zu einem Kommentar des Chefs fühlt. Er kommt vor lauter Mailen kaum noch zum Arbeiten.

 

„Büro ist eben nicht wie Religion, wo du erst tot sein musst, damit du weißt, ob es den Chef überhaupt gibt,“ sagt Bernd Stromberg, Held der gleichnamigen Serie. Und da hat er Recht.  Schreiben Sie gleich mal ein paar Mails.

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