ü 50 : „Was wissen Sie heute, was Sie mit 40 nicht gewusst haben?“ Johann Lafer, Regina Ziegler, William Verpoorten und andere Promis verraten es

Für die Themenwoche Ü50 auf WiWo.de stehen Prominente Rede und Antwort: Was wissen Sie heute, was Sie mit 40 nicht gewusst haben?“

Hier sind die Langfassungen der Antworten für die Bildergalerie auf WiWo.de: http://www.wiwo.de/erfolg/management/50-plus-was-manager-ueber-50-besser-wissen-/9379794.html#image

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Filmproduzentin Regina Ziegler, 69: „Man kann fast alles erreichen“

Regina Ziegler, Professorin und Filmprodzentin (Foto: Julia Terjung)

Regina Ziegler, Professorin und Filmprodzentin (Foto: Julia Terjung)

„Dass man fast alles erreichen kann, was man sich vornimmt. Aber nicht Gesundheit. Die wird  immer mehr das eigentliche und einzige Nadelöhr, durch das der Mensch durch muss.“

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Johann Lafer, Sternekoch und Unternehmer, 56: „Leider hören zu wenige hin“

Johann Lafer, Sternekoch und Unternehmer

Johann Lafer, TV- und Sternekoch sowie Unternehmer

„Dass die Familie immer wichtiger wird steht außer Frage. Aber wir empfinden es bewusster, je älter wir werden.

Was ich heute besser weiß als mit 40 Jahren, ist die Tatsache, dass purer Aktionismus uns in sozialen Herzensangelegenheiten nicht weiterbringt.

Man kann wichtige Botschaften anpreisen, wie man will, leider hören zu wenige hin. Wie sagt man so schön: An den Taten sollst Du sie erkennen!

Ich spreche von den Ernährungsgewohnheiten in Deutschland. Erst seit ich mich mit eigener Kraft und eigenem Risiko im Thema Schulverpflegung unternehmerisch engagiere, horchen Politik sowie Gesellschaft auf und engagieren sich mit  für dieses Thema.“

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Michael Käfer, 55, Edelgastronom und Chef der Käfer Gruppe: „Heute erlaube ich mir Bauchgefühl“

Michael Käfer, Chef der Käfer-Gruppe

Michael Käfer, Chef der Käfer-Gruppe

„Ich habe heute einen weit größeren Schatz an persönlichen unternehmerischen Erfahrungen als noch vor 15 Jahren – sowohl positiver als auch negativer Natur. Dadurch überlegt man zwar mehr als früher, aber es erlaubt mir auch, meinem Bauchgefühl zu folgen. Ich würde einige Entscheidungen, bei denen ich in der Vergangenheit auf die Einschätzung von Beratern gehört habe, jetzt anders treffen und auch ein höheres Risiko eingehen. Und ich habe gelernt, dass Erfolg nichts zählt. Erfolg bedeutet immer Vergangenheit, worum es aber geht, sind Gegenwart und Zukunft.“

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Jochen Kienbaum, 67, Chef der gleichnamigen Personalberatung: „Junge Menschen in einem Gesichtsbuch“ 

Jochen Kienbaum

Jochen Kienbaum

Mit 40 wusste ich noch nicht dass Deutschland zum
dritten Mal Fußballweltmeister wird und Bayern München das Triple holt.

Ich habe mir auch nicht träumen lassen, dass junge Menschen permanent über ein so
genanntes „Was ist app“ miteinander kommunizieren und in einem „Gesichtsbuch“
teils privateste Dinge mit der ganzen Welt teilen und auch Unternehmen auf der
Jagd nach likes sind.

Ich wusste aber auch mit 40 schon ganz genau, dass es in
25 Jahren Dinge geben würde von denen ich zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal
träumen konnte – wie zum Beispiel die WIWO auf dem ipad.

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Ulrich Dietz, 56, Chef des Softwareanbieters GFT: „Lieber Familie als Networking-Party“

Ulrich Dietz, CEO des Softwareanbieters GFT

Ulrich Dietz, CEO des Softwareanbieters GFT

 

„Mit 50 weiß man, dass Vorhaben, gerade im unternehmerischen Umfeld, mehr Zeit und Engagement benötigen, um erfolgreich werden zu können, als man ursprünglich denkt. Während man mit 40 noch der Auffassung ist, neue Projekte immer zügig anzugehen und umsetzen zu müssen, zur Not mit der Brechstange, weiß man mit 50, dass Hektik und Zeitdruck eher kontraproduktiv sind.

Für nachhaltigen Erfolg ist  zu- Ende- und gründlich Denken – und dann konsequent umsetzen- wichtiger.

Mit 50 weiß man, dass es manchmal notwendig ist, Vorhaben wider der Meinung
der Mehrheit, aufgrund der eigenen Erfahrung und des Bauchgefühls anzugehen
und sich nicht beirren zu lassen.

Mit 50 wird einem klar, dass der eigene Körper mit Sport und gesunder Ernährung
bei Laune gehalten werden muss, um weiterhin im Spiel zu bleiben. Mit 40 ist man da etwas unbekümmerter.

Mit 50 erkennt man, dass die abendliche Lektüre eines guten Buches, oder das
vertraute Gespräch im Familien- und Freundeskreis, wichtiger und erfüllender
ist als Networking-Veranstaltungen und Dinner-Parties.“

 

William Verpoorten, 57, Chef des gleichnamigen Eierlikör-Produzenten: „Mitarbeiter nehmen wie sie sind“

Verpoorten

William Verpoorten

„Nach meiner Einschätzung ist es  äußerst wichtig, die Mitarbeiter so zu nehmen wie Sie sind. Man muss Sie fördern und auch fordern. Sie wertschätzen/respektieren und entsprechend motivieren, damit Sie sich täglich für die Familienunternehmung mit einbringen.“

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Roland Mack, 64, Chef des Europaparks Rust: „Dass Großvater-sein so viel Freude bringt“

Mack, Europapark Rust

Roland Mack, Europapark Rust

„Ich war schon immer ein Freund des europäischen Gedankens und im Europa-Park haben wir bereits 1982 ein Europa ohne Grenzen umgesetzt. Aber ich wusste mit 40 noch nicht, welch positiven Effekt die Grenzöffnungen in Europa auf unser Unternehmen haben würden. In der Zwischenzeit haben wir den Anteil unserer Gäste aus dem europäischen Ausland im Europa-Park um über 100 Prozent gesteigert und unser Herstellerbetrieb Mack Rides hat den Exportanteil verdreifacht. Auch die digitale Welt hat sich in diesen Jahren mit rasender Geschwindigkeit verändert, unsere Kommunikation macht ebenfalls  schon lange nicht mehr an Grenzen halt.

Das alles ergab neue Umsatzchancen für unser Unternehmen, gerade haben wir knapp fünf Millionen Besucher begrüßt und eine Jahresproduktion nach China verkauft. Das wäre damals undenkbar gewesen. Ich wusste damals auch nicht, dass Großvater sein so viel Freude bringt und dass somit der Fortbestand unseres über 230-jährigen Familienunternehmens möglich wird.“

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Leo Lübke, 50, Chef der Möbelunternehmen Cor und Interlübke: „Immer sensibler für Qualität“

Leo Lübke von Interlübke

Leo Lübke von Interlübke und Cor

Der Mensch wird im Laufe seines Lebens immer sensibler für Qualität und Hochwertigkeit. Das gilt nicht nur für Möbel, sondern auch für Nahrung, Urlaub, Begegnungen undsoweiter. In vielen Bereichen spüre ich bereits jetzt, dass ich mit 40 Jahren fitter war als mit 50, aber in Bezug auf Wertschätzung und Erkennen von Qualität lernt man wahrscheinlich ein Leben lang.

 

Weitere Links: 

Regina Ziegler im WiWo-Fragebogen „Alles oder nichts“

http://blog.wiwo.de/management/2013/09/30/wiwo-fragebogen-regina-ziegler-pfauenrader-sind-ihr-lieber-als-rennrader-und-mountainbikes/

Jochen Kienbaum im WiWo-Fragebogen „Alles oder nichts“:

http://blog.wiwo.de/management/2011/08/24/jochen-kienbaum-mag-sylt-und-mallorca/

Und im Interview „Die Zeit der Ertragsmaximierer ist vorbei“:

http://www.zeit.de/karriere/beruf/2013-09/top-manager-interview-kienbaum

 

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