Baker Tilly Roelfs@Ex-US-Konsulat

 

Die ehemalige amerikanische Generalkonsulat am Düsseldorfer Rheinpark ist keine Adresse, an die man zufällig gerät. Nur weil´s da gerade ein gutes Raumangebot gibt oder so. Etwas zurückgesetzt von der vierspurigen Cecilienallee mit ihren schönen Kastanienbäumen residiert hier neuerdings Baker Tilly Roelfs. Richtig, der verstorbene Gründer Jochen Rölfs schreibt sich nicht mit oe sondern mit ö und bis vor kurzem hieß die WP-Gesellschaft RölfsPartner.

.http://german.duesseldorf.usconsulate.gov/dusseldorf-ger/geschichte.html

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Nun gehört es seit ein paar Tagen für jeden erkennbar zum weltweiten Netzwerk der Wirtschaftsprüfungs (WP)- und Beratungsgesellschaften von Baker Tilly International mit seinen 26 000 Mitarbeitern in 131 Ländern und 3,4 Milliarden US-Dollar Honoravolumen – und zwar als „unabhängiger Partner“. Zum Vergleich: Roelfs stößt mit 750 Mitarbeitern an zwölf deutschen Standorten, davon 63 Partnern (davon immerhin zwölf Frauen) dazu. Weltweit stehe Baker Tilly Roelfs nun auf dem achten Platz, von den Big Four (KPMG, PWC, EY und Deloitte) trennten sie noch Thornthon, BDO und Nexia. Groß geworden in Deutschland ist Roelfs mit Restrukturierungen. Genaugenommen bestand der Verbund mit Baker Tilly International ja schon seit acht Jahren, aber der mittelständischen Klientel war das nicht bewusst – man hatte es nicht kommuniziert.

http://luenendonk.de/pressefeed/lunendonk%C2%AE-studie-2012-%E2%80%9Efuhrende-wirtschaftsprufungs-und-steuerberatungs-gesellschaften-in-deutschland%E2%80%9

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Eingangshalle Baker Tilly Roelfs in Düsseldorf

Eingangshalle Baker Tilly Roelfs in Düsseldorf

 

Doch zurück zur schicken modernen Location, wo bis 1987 das amerikanische Generalkonsulat arbeitete: Hier sass später – damals mit mordsdicken riesigen Eichenholztüren – die WP-Gesellschaft Arthur Andersen (AA), die schon damals die „Toten Hosen“ bei ihrer Anlagestrategie beraten hat, wie ihre Partner hinter vorgehaltener Hand erzählten. http://de.wikipedia.org/wiki/Arthur_Andersen

Auch Wirtschaftsprüfer Ralf Gröning – der heute zusammen mit seinem Münchner Anwaltspartner Wolfgang Richter Roelfs Geschicke als Managing-Partner-Duo leitet – arbeitete damals bei Arthur Andersen als Berufseinsteiger nach seinem BWL-Studium. „Ich war sehr stolz darauf, da antreten zu dürfen“, sagt er. Wie alle dort – war es doch die „angesagteste Adresse in Deutschland“ mit einer „großartige Stimmung“, die dort herrschte. Damals, als keiner ahnen konnte, dass einige wenige AA-Partner in kürzester Zeit in New York die Erfolgsberatung zerstören würden.

Beide Managing Partner, Groening wie Richter, arbeiten selbst eigentlich nicht in Düsseldorf, sondern in Dortmund beziehungsweise München. Das, obwohl Düsseldorf mit rund 300 Mitarbeitern der größte Roelfs-Standort ist mit seinen Spezialistenabteilungen wie Experten für Verrechnungspreise oder öffentliche Unternehmen. Zu den Mandanten zählen Red Bull, Deichmann, Versatel, Electronic Partner oder die Stadt Düsseldorf. Ausbauen wollen sie noch ihren Sportbereich.

 

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Managing-Partner von Baker Tilly Roelfs: Wolfgang Richter (l.) und Ralf Gröning

Die beiden Chefs erzählen vom hohen Grundvertrauen ihrer Unternehmensmandanten in die deutsche Wirtschaft, dass es so vielen gut geht und dass sie so gut aus der Lehman-Krise herausgekommen sind. Deren Probleme seien es, gute Mitarbeiter zu finden – Facharbeiter ebenso wie Führungskräfte. Gerade Ingenieure suchen sie und machen in ihrer Not bereits Entwicklungsgesellschaften in Rumänien auf. Und ihre Klienten beklagen, dass ihre Angestellten nicht mehr ins Ausland gehen wollen.

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Auch sie selbst seien – wie alle Beratungsunternehmen auch – beschäftigt mit dem Kampf um die besten Köpfe. Allein zehn Anwälte hätten sie in den vergangenen Monaten eingestellt – und es werden noch mehr, sagt Richter.

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Platz genug zum Expandieren ist jedenfalls da, gut 11 000 Quadratmeter sind es in der Cecilienallee zwischen den schönen alten Bäumen. Die seien nämlich nicht verhandelbar, weil die Stadt Düsseldorf auf sie bestehe. Doch die dicken Türen aus den AA-Zeiten gibt´s heute nicht mehr, dafür viel Glas und Türen, die alle Nase lang nur mit Kärtchen zu öffnen sind. Schicke Espresso-Küchen mit futuristisch anmutenden Tischen, an denen – wie in den meisten Beratungshäusern – dann doch nie jemand steht, Kaffee trinkt und sich austauscht. Die Mutmaßungen für dieses Phänomen gehen dahin, dass keiner auf dem Präsentierteller sitzen und des Nichtstuns verdächtigt werden will. Denn diese Küchenzeilen sind immer in Durchgangsflächen und meist wunderbar einzusehen. Vertrauliche Gespräche sind praktisch ausgeschlossen.

Roelfs steht im aktuellen Umsatzranking der Wirtschaftskanzleien bei „Juve“ auf Platz 37. http://www.juve.de/rechtsmarkt/umsatzzahlen

Lünendonk rankt RölfsPartner für 2012 mit 92,9 Millionen Euro Umsatz auf Platz acht http://luenendonk.de/pressefeed/neu-lunendonk%C2%AE-liste-2013-%E2%80%9Efuhrende-wirtschaftsprufungs-und-steuerberatungs-gesellschaften-in-deutschland%E2%80%9C

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