PR-Lehrstück: Verantwortung übernehmen leicht gemacht – am Beispiel Amazon.

Irgendwie ist das Geschäfstleben ganz einfach. Auch Verantwortung übernehmen, kein Problem. Am besten geht das so, wie es gerade der Online-Versender Amazon vormacht. Gegen Ende der Woche brannte nach einem unangenehmen TV-Bericht plötzlich die Hütte lichterloh, weil die Art und Weise des menschlichen Umgangs wohl nicht der allerfeinste war, der dort bislang gepflegt wurde. Die Image-Hütte brannte natürlich nur. Doch als auch noch Ministerin von der Leyen mit dem empfindlichen Mittel „Lizenzentzug“ für den Subunternehmer Hess drohte, wurde es besonders eng für das Unternehmen, bei dem man ohnehin nur schwer einen Menschen wenigstens ans Telefon bekommt – als Kunde zumindest.  Berichtet wurde weltweit. http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/arbeitsbedingungen-von-leiharbeitern-von-der-leyen-fordert-aufklaerung-von-amazon-1.1602079

Und wie übernimmt Amazon nun Verantwortung? Da schreibt nun die Süddeutsche: „Nun aber zieht der Online-Versandhändler Konsequenzen: Amazon feuert den Sicherheitsdienst Hess, wie Unternehmenssprecherin Christine Höger auf Anfrage von Süddeutsche.de bestätigt: „Amazon hat veranlasst, dass die Zusammenarbeit mit dem kritisierten Sicherheitsdienst mit sofortiger Wirkung beendet wird. Als verantwortungsvoller Arbeitgeber von rund 8000 festangestellten Logistikmitarbeitern hat Amazon eine Null-Toleranz-Grenze für Diskriminierung und Einschüchterung – und wir erwarten das gleiche von allen Unternehmen, mit denen wir arbeiten.“

 

Die PR-Strategie „Ich war´s nicht“

Schwuppdiwupp, so einfach ist das. Man ruft wie ein kleines Kind „Der war´s“, alle gucken dorthin und man selbst reibt seine Hände in Unschuld.

Ist doch eine klasse PR-Strategie, oder?

 

Outsourcen = Image-Probleme wegdelegieren

Und was lehrt das Unternehmen, die auch auf gar keinen Fall in solche PR-Fallen tappen wollen? Genau: man outsourced noch mehr Leute, deren Arbeitskraft durchaus gebraucht wird  – an irgendwelche zwischengeschalteten Dienstleister. Gibt´s dann Probleme…siehe oben.

 

Wie Amazon Konsequenzen zieht, die gar nicht weh tun: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/leiharbeit-im-online-warenhaus-amazon-feuert-sicherheitsdienst-1.1602949

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