Ich bin gaaaanz toll – und Sie glauben mir das sogar

Wie kommt es, dass bei Beförderungen immer wieder Leute zum Zug kommen, die nicht wirklich kompetent sind? Die Blender? Diejenigen, die selbst ihre  größten Bewunderer sind – und sich vermutlich jeden Morgen vor dem Spiegel  versichern, wie großartig sie sind. Oder ihre Ehefrau übernimmt den Part.

Nur nicht die Kollegen, Mitarbeiter undsoweiter.

Dennoch fallen deren Vorgesetzte auf genau diese Typen immer wieder rein.  Ob die es nicht mal hinterher erkennen? Anyway, selbst wenn sie es bemerken sollten, reagieren sie typischerweise so: Bloß keinen Fehler zugeben, an der Beförderung und dem Kandidaten wird festgehalten bis es gar nicht mehr anders geht. Wenn die Abteilung den Bach runtergeht oder die Fluktuationsquote unerträglich wird. Und das kann locker zehn Jahre dauern. Denn Fehl-Beförderungen sind ein Tabu-Thema und fast niemand hat die Größe, solch eine rückgängig zu machen. Aus Angst, selbst das Gesicht zu verlieren. Lieber lässt man der Katastrophe ihren Lauf.

Eine fast unerträgliche Erklärung lieferten jetzt die Wissenschaftler der Universität Berkeley, Cameron Anderson mit drei Kollegen auch von der University of Navarra – die jeden soliden Arbeitertyp auf die Palme bringen dürfte: Wer sich selbst für ganz toll hält, dem wird auch mehr Respekt entgegen gebracht. Quasi als Automatismus.

Banal gesagt: Genau diese Selbstüberschätzung  steigert das Ansehen des Eingebildeten und erhöht auch noch seinen sozialen Status. Dabei waren die Kandidaten, die die Wissenschaftler ausforschten, nicht mal als selbstverliebte Typen gebrandmarkt und unter den Kollegen beliebt. http://www.cio.de/karriere/2890998/ . Die Wissenschaftler machten immerhin mit 1200 Leuten entsprechende Experimente.

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Alle Kommentare [1]

  1. Krass. Die Studienergebnisse spiegeln aber einen Eindruck wieder, den ich durch Erfahrungen auch schon hin und wieder gewonnen habe. Der Vorgesetzte ist überzeugt, der Selbstverliebte sowieso, nur die, die direkt mit ihm arbeiten müssen, merken ganz schnell, was er kann und was nicht. Dass dabei Frustration aufkommt ist klar. Fehlt dem Chef dann der Mut zum einlenken, dann passiet das, was sie gesagt haben: „Lieber lässt man der Katastrophe ihren Lauf.“
    Manchmal geht es schon verrückt zu…