Die Geldklammer – Gastbeitrag von Frank Dopheide zur Serie „Aussterbende Insignien der Macht“

Frank Dopheide, Gründer von Deutsche Markenarbeit

Teil 8 – Die silberne Geldklammer.

Geld regiert die Welt, das war so und das bleibt so. Nur das Geld verändert seine Form und sein Gewicht. Im dunklen Mittelalter war der lederne Geldbeutel, ein echtes Machtsymbol. Er war von Gewicht und ließ die Taler sanft klingen. Nur die fürstlichen Schatztruhen machten noch mehr Eindruck – waren aber mehr Teil der eigenen Vorstellungskraft, als tatsächlicher Bestandteil des täglichen Lebens.  Mit dem Wechsel von Gold und Silber auf „billiges“ Papiergeld wandelte sich auch die Form des hoheitlichen Behältnisses. Der Beutel wurde zur Börse. Edles Leder in schlanker Form mit dem richtigen Markenzeichen gerne von Etienne Eigner kamen in Leben der Top Manager und auf die Vorstandsetagen. Der Entscheider von Welt trug Börse und Aktenkoffer Ton in Ton und vom selben Hersteller. Ansonsten zählte vor allem die schlanke Form.  Bloß nicht auftragen – weder im Jackett und schon gar nicht in der Hosentasche.

 

Es dauerte nicht allzu lange, dann trennte sich auch hier der Arbeiter vom Geldadel. Denn wer es sich leisten konnte, verzichtete auf das verschlossene Portemonnaie und leistete sich eine glanzvolle Geldklammer. Sie machte Eindruck, denn hier sah jedermann, wieviel Geld man so locker hatte und man so locker ausgeben konnte. Die Geldklammer zeigte auch jedem Kellner, dieser Mann legt keinen Wert auf Kleingeld, das die Hosen ausbeult. Hier wird großzügig aufgerundet und die Taschen bleiben figurbetonend. Wenn sich nicht wieder die Bezahlweise geändert hätte. Die Kreditkarten kamen in zeigten in Schwarz und Rot höchste Exklusivität. Wer brauchte noch Geld? So haben sich die wirklich Wichtigen dieser längst davon verabschiedet.

 

Sie essen aufs Haus. Lassen die Rechnung auf die Firma schreiben – oder bitten doch ihre Kollegen und Assistenten, sich um diese kleinen, aber lästigen Angelegenheiten zu kümmern. Das ist die wahre Elite. Sie hat kein Portemonnaie, sie trägt keine Geldklammer – sie bezahlt einfach mit Ihrem guten Namen. Womit wieder einmal bewiesen wäre – Werbung wirkt doch.

http://www.deutschemarkenarbeit.de/

 

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