Nur ein Vorname und bitte auch kein Middle Initial – Gastbeitrag von Frank Dopheide, Teil 1

Gastbeitrag von Frank Dopheide, Inhaber der Agentur Deutsche Markenarbeit, über aussterbende Insignien der Macht (Teil 1)

 

Ein Blick vor die Tür, in den Fernseher, in das Netz und in die „WirtschaftsWoche“ zeigen, unsere Welt ist auch nicht mehr das, was sie mal war. Und mit der Welt ändern sich auch unsere Vorstellungen von den Mächtigen an ihrer Spitze. Genügte früher die Macht des Amtes, um ein Unternehmen zu regieren, braucht es heute die Macht der Identifikation.

Die Entscheider müssen Haltung zeigen und Identifikationspotential bieten. Das Verbindende wird das Entscheidende. Nicht das Abheben von der Masse, sondern das Dazugehören ist wird wichtig für den Chef. Altbekannte Zeichen der Macht werden zur aussterbenden Spezies.

 

Teil 1: Der doppelte Vorname.

Der erste Eindruck entscheidet. Auch beim Namen. Da war es ein leichtes sich von der breiten Masse abzuheben – durch das extra Stück Vorname.

Man musste es nicht gleich so weit treiben wie Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester von und zu Guttenberg.

Meist genügte der zweite Name. Gerne auch als Kürzel.

So war schon beim ersten Blick auf die Visitenkarte klar – der Mann hat mehr zu bieten.

Und so wurde das persönliche „Extra“ zelebriert. Als Monogramm auf dem Hemd, dem Füllfederhalter, dem eigenen Notizblock und der Emailadresse. Das Who is who hatte den Buchstaben mehr.

 

Das gilt nicht mehr. Heute sind Doppelnamen ein Zeichen von fehlender Lässigkeit und eher auf der zweiten und dritten Führungsebene anzutreffen. Sie zu zelebrieren ist uncool geworden.

Einen Allerweltnamen Weltruf zu verleihen zeigt heute die wahre Klasse. Helmut Schmidt, Bill Gates, Michael Schumacher – waren die Vorreiter.

Sebastian Vettel, Dirk Nowitzki, Rene Obermann und Freunde sind die Selbstverständlichen von heute.

Und in den Olymp der wirklich Wichtigen und Zugehörigen schaffen es nur wenige, die, die nicht mal mehr einen Nachnamen brauchen.

Führungsfiguren, die wir beim Vornamen nennen, weil wir sie kennen und sie uns vertraut erscheinen: der Steve, die Angela, der Franz.

Womit wieder einmal bewiesen wäre – weniger bringt mehr.

www.deutschemarkenarbeit.de

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Alle Kommentare [1]

  1. Eigentlich sind doch die Eltern Schuld gewesen 🙂 Die verpassten ihren Eltern dch den Doppelnamen.

    Heute schämen sich die Kinder von damals dafür und erwähnen ihn erst gar nicht mehr.