Die Tücken der Give-Aways an – zufälligen – Kanzlei-Beispielen

Freshfields-Becher Edition 2012

 
 
Eigentlich sollte man als Unternehmen Give-aways erst mal einem Tauglichkeitstest unterziehen, ehe man sie – mit seinem Namen versehen – verteilt. Ich erinnere mich an den ersten Werbekuli, den mir je eine Kanzlei gab, der war von Baker McKenzie. Er sah nett aus, zierlich, fast vornehm, kam aber aus China und war am selben nachmittag hinüber. 
 
 
Eine andere Tücke hatte der Kaffeebecher von Freshfields aus der letzten Edition: er fasste keine zwei Wasserportionen aus einem Bürokaffeeautomaten und es war ein Balanceakt, den ich regelmässig verlor, wenn ich ihn unfallfrei über die langen Redaktionsflure zum Schreibtisch tragen wollte. Das hat jetzt ein Ende – Beweis siehe oben. Der neue Becher aus der Edition 2012 fasst bequem die deutschen Kaffeeautomatenportionen-Maße.
 
 
Falls Sie sich jetzt fragen, warum man überhaupt Give-aways verteilen soll? Damit die Schreibweise der Kanzlei insbesondere denen, die den Namen auch schreiben, wo auch immer, in Fleisch und Blut übergeht. Frei nach Donald Trump: „schreiben Sie über mich was Sie wollen, aber schreiben Sie meinen Namen richtig“.
 
 
Apropos: Ich kenne Kanzleien die durchaus anrufen und sich beschweren, wenn aus zwei Buchstaben in einem Ranking in der Schlußproduktion unbemerkt vom Autor ein Umlaut gemacht wurde.
 
 
Und wenn der Termindruck dafür sorgt, dass die Autokorrektur anspringt, wo sie es nicht soll, kann es ganz schrill werden:  Freshfields ist da leidgeprüft, nachdem eine Autokorrektur ihren Namen schon mal konstant zu „Fressfeind“ verunstaltete in fast 190 000 gedruckter Auflage. Und geben Sie mal „Nörr“ ein. Da möchte die Autokorrektur „Knörr, Narr, Knorr oder Nörz“ draus machen. Bei „Hogan“ wartet sie mit dem Ersatzwort „Hosen“ auf.
 
 
Hin wie her und zurück zur Tauglichkeit der Give-aways: Den bemerkenswertesten Kuli habe ich bei Glade Michel Wirtz ausgemacht: der ist knallorange, schreibt zuverlässig und ist – weil er recht schmal und zierlich ist – nicht nur Jackett-Taschengeeignet , sondern vor allem gut für die tiefen Abgründe von Frauenhandtaschen: er ist nämlich knallorange und damit recht gut auffindbar. Die rund  sieben Euro im EK netto sind dann gut investiert. 

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Alle Kommentare [1]

  1. Freut uns, dass der Kuli so prima ankommt. Und in unsere – natürlich – orangen Milch-Kaffeetassen passen sogar drei Portionen. Aber die gibt es nur bei uns im Haus, dafür mit richtig gutem Kaffee 🙂