Business Behave: „Fragen Sie doch jemand anderen“. Oder: Wie dreiste Pressestellen die Chefjustiziare bevormunden

 Werden Sie auch immer erschlagen von Dutzenden von Umfragen? Prasseln jene auch immer erbarmungslos auf Sie ein und stehlen Ihnen wertvolle Lebenszeit? Ausgerechnet der Pressestelle eines größeren Unternehmens jedenfalls scheint es so zu ergehen – und sie scheint sehr darunter zu leiden, statt froh zu sein,

a) überhaupt gefragt zu werden und

b) sich durch Presseanfragen die Jobs legitimieren zu können und

c) zur Transparenz einer undurchsichtigen Dienstleistungsbranche beizutragen – und davon am Ende als Auftraggeber derselben auch noch Vorteile zu haben.

Aber nein, diese Presseabteilung antwortete der „Wirtschaftswoche“ auf ihre aktuelle Umfrage bei den 1500 größten unternehmen beziehungsweise deren Rechtsabteilungen ganz schnöde und wenig nonchalant so:
„Ich bitte um Nachsicht, daß wir Ihren Fragebogen nicht beantworten können. Jede Woche erreicht uns eine Vielzahl ähnlicher Anfragen. Sie alle zu beantworten, erforderte einschließlich notwendiger Recherchen inzwischen eine gut dotierte Teilzeitstelle, für die wir die Mittel nicht haben. Deshalb hat die Geschäftsleitung entschieden, aus Zeitgründen generell keine Fragebogen zu beantworten.“

Dabei hatten wir eigentlich nur darum gebeten, unsere Anfrage weiter zu reichen zur hauseigenen Rechtsabteilung. Doch die darf in diesem Unternehmen offenbar gar nicht selbst entscheiden, ob sie die Umfrage mitmachen will – und dafür anschliessend auch die Gesamtergebnisse zu bekommen mit aufschlussreichen Zahlen und Fakten, die noch nirgendwo anders zu finden sind. Denn eigentlich waren die Pressestellen darum gebeten worden, das Fax zur Umfrage weiterzureichen an die Rechtsabteilung….und nicht diese zu zensieren.

Betroffene Rechtsabteilungsleiter können sich gerne direkt bei joerg.forthmann@faktenkontor.de  – er ist der Chef der Hamburger Agentur, mit der die Wiwo kooperiert – melden und bekommen dort das Wiwo-Schreiben samt Zugangscode zur Umfrage.

Oder anders herum: Wenn Sie, lieber Leser/in aus einer Rechtsabteilung einer der 1500 größten Unternehmen sind, freuen wir uns über Unterstützung und Weiterleitung dieses Blogbeitrags.

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