Wer guckt denn da? Sie selbst?

Wie finden Sie denn das: Sie gehen zum Stehempfang anlässlich der Jubiläumsfeier eines Dienstleisters Ihre Company – und entdecken sich anschliessend in einer Bildergalerie im Internet. Die steht noch nicht mal auf der Homepage des Gastgebers, sondern wird irgendwie zur Werbung benutzt, als Erfolgsausweis von dessen PR-Agentur. Auf der Bildunterzeile steht sorgsam Ihr voller Name – mit Vor- und Nachname – und damit auf ewig auffindbar im Netz.
Wenn Sie Pech gaben, sind Sie auch noch ungünstig getroffen: Doppelkinn, rote Augen, Augen zu, mit vollem Mund, mit sichtlich gequältem Lächeln, Pfannkuchengesicht, …
Dumm nur, gefragt hat vorher keiner: Jeder zweite Internet-User hat schon Fotos online gestellt, ohne die Abgebildeten vorher um Erlaubnis zu fragen, zeigt eine Umfrage unter 3.000 Leuten von der Internet-Suchmaschine Yasni und der Datenschutzorganisation Naiin auf die Frage:

Haben Sie schon mal Fotos mit anderen Menschen darauf ins Internet gestellt und mit wem?

Die Antworten:

22%: Von meinen Freunden.
12%: Von meinen Kindern.
8%: Von meinen Arbeitskollegen.
8%: Von Fremden.
50%: Noch nie.

Ob das auch noch dann lustig ist, wenn die PR-Agentur des Eingangsbeispiels, sagen wir mal, in Misskredit kommt? Oder Sie einfach die PR-Leute nicht mehr leiden mögen. Oder wenn Sie einfach Ihre Firma verlassen haben und auch nicht mehr für sie weiterhin im Internet Reklame-stehen wollen. Einfach weil Sie gar nicht mehr in dem Zusammenhang auftauchen wollen, oder weil der Urheber dieser Webseide irgendetwas damit anstellt, was Ihnen nicht passt. Dämliche Botschaften etwa verkündet. Doch jetzt plötzlich dagegen vorgehen, ist auch irgendwie peinlich – und meist auch schwer.
Das Gegengift von Steffen Rüfl, Geschäftsführer bei Yasni, lautet – natürlich: regelmässiges Monitoring. Via Google Alert – oder eben Yasni. Unauffälligerweise.

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Alle Kommentare [1]

  1. Vielen Dank für das Aufgreifen unserer Meldung und die griffigen Beispiele. Ich glaube aber, Herr Rühl hat beim Monitoring schon eher an Yasni, als an die Google Alerts gedacht. Wir sind ja schließlich auf Personensuche spezialisiert… 😉