Die ewige Schwachstelle Mensch

Da kann man noch so viel Geld in teure IT und deren Absicherung investieren: die ewige Schwachstelle ist der Mensch. Und zwar nicht mal, weil die Mitarbeiter böswillig sind, sondern eher – sagen wir mal leutselig, etwas dösig, allzu gottvertrauend oder naiv.Und dagegen ist so schnell kein Kraut gewachsen, denn dann kann es so laufen: 

Dann schicken clevere Kriminelle den einzelnen Mitarbeitern Mails, die angeblich von der hauseigenen IT-Abteilung kommen. Und die fragt mal eben nach dessen Passwort. Etwa wegen „Wartungsarbeiten“, erzählt Dieter Kempf, der neue Chef des IT-Branchenverbands Bitkom. Während dieser „Wartungsarbeiten“ wird dann ein Trojaner installiert oder Daten kopiert. Kempf: „Und der Mitarbeiter hat das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben.“

Die anderen Variaten spielen sich offline ab, abends an der Theke etwa nach einer Messe in der Hotelbar: Wenn gezielt Unternehmensabgehörige ausgehorcht werden.

Oder so: Man lädt Mitarbeiter eines Konkurrenzunternehmens gezielt zu einem Vorstellungsgespräch ein und horcht ihn dann nach allen Regeln der Kunst aus – was auch gute Chancen hat, wenn die Angestellten schon länger wütend sind auf ihr Unternehmen. Und weil die Deutschen in puncto Loyalität zum Arbeitgeber ziemlich weit hinten stehen europaweit, dürften manche Konkurrenten leichtes Spiel haben mit den innerlich längst gekündigten Mitarbeitern.

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*

Alle Kommentare [2]

  1. Unwissenheit oder sträflicher Leichtsinn?

    Vor wenigen Tagen durfte ich erneut an Bord eines ICE von Berlin nach Hamburg die Erfahrung machen, dass vier Projektmanager eines Berliner IT-Unternehmens mir und rund zwanzig anderen Reisenden lautstark eineinhalb Stunden lang detaillierte Informationen über Geschäftsprozesse, Sc Schwierigkeiten, Kunden und Kampagnen, Wettbewerber u. v. m. mitteilten: ungefragt und ohne jegliche Vorbehalte.

    Diese Erfahrung ist nicht die erste, die ich in dieser Form gemacht habe.

    Es ist mir ein Rätsel, wie es dazu kommen kann, dass offensichtlich hoch qualifizierte Mitarbeiter, die Datenschutz sogar in diesem Gespräch thematisierten, derart verantwortungslos mit ihnen anvertrautem Unternehmenskapital umgehen.