Der deutsche Schnitt im Büro: Elf Mail-Eingänge pro Tag

Der durchschnittliche Berufstätige in Deutschland bekommt gerade mal elf Mails am Tag auf seinen PC im Büro. Diese Zahl, die der IT-Branchenverband Bitkom da vermeldet www.bitkom.org , kommt mir dermaßen niedrig vor, dass ich mich frage, wer da untersucht und befragt wurde bei den genannten 747 Berufstätigen. Ob nur Büro-Bewohner mit PC befragt wurden oder ob der Schnitt verdorben wurde durch ganz viele Berufstätige, die in ihrem Job weder einen PC haben noch unbedingt benötigen: Briefträger etwa, Fließbandarbeiter und ähnliche, angestellte Drucker, Schuster, Friseure oder Kfz-Mechaniker.

Immerhin gucken fast täglich alle einmal in ihre elektronisches Postfach hinein (94 Prozent): Das beruhigt, erlebt man doch im Alltag immer wieder bei berufsständischen Organisationen und vielen anderen wenig serviceorientierten Betrieben, dass es die Mitarbeiter für unnötig halten, überhaupt hineinzuschauen in ihren Posteingang, geschweige denn Mails zu beantworten. „Der hat´s nicht so mit dem Computer“, lautet dann eines Tages die Entschuldigung des Kollegen, der dann doch mal antwortet – nach Wochen und erbittertem Nachhaken.

Doch weiter im Text mit Bitkom: 38 Prozent der Inhaber sagen, sie seien dauernd auf Empfang – bleibt die Frage, warum sie oft nicht oder erst so spät antworten.

Je älter umso mehr Mails
Auch Unterschiede nach Alter hat Bitkom eruiert: Je älter desto mehr Mails, so die Faustregel: Wer unter 29 Jahren alt ist, bekommt im Schnitt acht Mails im Job, wer über 50 jahre ist, erhält 13. und dann kommt, was ich ahnte: Die Älteren sind „beim Mail-Management entspannter“, schildert Heinz-Paul Bonn, Vize-Bitkom-Chef. Die Hälfte der über 50-Jährigen ruft lediglich mehrmals am Tag die Mails ab (so wie es Zeit-Management-Ratgeber übrigens auch landauf landab immer wieder empfehlen) – und haben nicht ständig ihren Mail-Eingang im Blick.

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Alle Kommentare [1]

  1. Und noch eine Studie…

    Ich gebe es freimütig zu: Ich scheine ein absoluter Ausreißer zu sein – zumindest statistisch, wenn ich den Angaben von BITKOM folgen darf.

    Ich kann mich kaum an einen Arbeitstag erinnern, an dem ich zwölf oder weniger E-Mails erhalten habe – aber ich bin auch schon über 40.
    In der Regel erhalte ich mehr als die doppelte Zahl der als Durchschnitt angegebenen Menge elektronischer Zusendungen.

    Was sollte mir diese Studie von BITKOM und die herausgearbeiteten Ergebnisse sagen?

    Die denkbaren Ableitungen der veröffentlichten Ergebnisse zeigen ganz präzise nur, dass es sehr wenig Sinn macht, derartige Befragungen ohne wirklich greifbaren Hintergrund – und im Ergebnis dann auch ohne wirklich nutzbare Aussagen – in Auftrag zu geben.

    Die Fragen, die sich dem Einen oder Anderen nach Lektüre der Ergebnisse der Studie erst stellen, bleiben durch BITKOM ganz und gar unbeantwortet.

    Alexander Kroll
    https://www.alexander-kroll-online.de