Top-Arbeitsrechtler Löw geht zu Allen & Overy

Rainmaker wollen gehegt und gepflegt sein. Jene Juristen, die es geschafft haben, sich in der Wirtschaftswelt auch ausserhalb der Kanzleiszene einen Namen zu machen. Sonst gehen sie stiften und manch profitables Mandant gleich mit. Adressen, die sie nur zu gerne abheuern, gibt es für solche Leute genug. Seit die Law-Firm-Manager der internationalen Kanzleien in den vergangenen Jahren bewiesen haben, wie schnell und bedenkenlos sie dem kurzfristigen Profit zuliebe auch bewährten Partnern den Laufpass geben, ist die Botschaft beim einzelnen Anwalt ebenso angekommen. Heute Partner, morgen weg – wie Du mir, so ich Dir. Jedenfalls sobald sich eine günstige Gelegenheit bietet. Wer nicht selbst betroffen war, hat vom Zuschauen gelernt. Partner hat mit der eigentlichen Bedeutung des Worts in den internationalen Law-Firms nichts mehr gemein, sondern ist nur noch ein Gradmesser für die Gehaltsklasse.

Der Arbeitsrechtler Hans-Peter Löw, 53, ist solch ein Schwergewicht, der nun überraschend seiner bisherige beruflichen Heimat, der Kanzlei Hogan Lovells,  ade sagt und stattdessen bei Allen & Overy ankert. Umziehen braucht er wegen seines Wechsels nicht, er kann in Frankfurt bleiben. Ihn zeichnen vor allem schnelle Reaktionsfähigkeit, Souveränität und juristischer Mut aus – tough cookie wäre wohl der Begriff auf Neudeutsch, wie es bei Juristen so beliebt ist. Ganz abgesehen davon, dass ihm Attribute, die ansonsten schon mal in seiner Gewichtsklasse vorherrschen wie zum Beispiel Überheblichkeit oder Selbstverliebtheit, fremd sind. Löw zählt zu den prominentesten Arbeitsrechtlern Deutschlands und wurde von der Fachredaktion „Juve“ auch schon zum Arbeitsrechtler des Jahres geadelt.

Zu Löws Referenzen gehört das Mandat der Commerzbank bei der Integration der Dresdner Bank. Er hat auch hier im Management-Blog schon mehrmals exklusive Gastbeiträge oder erhellende Kommentare geliefert.

Dumm nur für Hogan Lovells: Er ist keinewswegs der erste Top-Arbeitsrechtler, der ihnen abhanden kommt und zu Allen & Overy weggeht: Erst Anfang des Jahres war Thomas Ubber mit seinem Team zu Allen & Overy übergelaufen.

Da ist es leicht, den Ex-Kollegen zu folgen, wenn jene schon mal das Terrain ausgeforscht haben.

Wenn die Mandanten ihren Ratgebern dann wie eine hübsche  Mitgift folgen – und davon dürfte in vielen Fällen auszugehen sein – trifft der Weggang solcher Rainmaker die Portemonnais der Partner der verlassenen Kanzlei auch direkt.

Der letzten verfügbaren Umsatzstatistik zufolge erzielt Allen & Overy je Anwalt deutlich mehr Umsatz als Hogan Lovells (zuvor Lovells) : http://www.wiwo.de/blogs/management/2010/09/29/wie-gut-verdienten-die-top-kanzleien-2010-etliche-transaktionskanzleien-bewiesen-keinen-langen-atem/

Weltweit hat Allen & Overy 5.000 Mitarbeiter, von denen 470 Partner an 36 Standorten sind. In Deutschland sind es 170 Anwälte und davon 37 Partner.

www.allenovery.com

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