Wenn Kinder das Kriterium sind für eine Job-Ehrung

Preise gibt es alle mögliche, Frauenförderpreise sowieso und auch bei den geschlechtsneutralen Ehrungen für berufliche Leistungen sind Frauen derzeit gerne genommen. Macht es sich doch heute für jedes Unternehmen gut, eine oderbesser mehrere Vorzeigefrauen auch in den oberen Abteilungen zu haben. Und das nicht nur wegen der Political correctness, sondern auch um drohenden Quoten und einem möglichen Run auf das begrenzte Kontingent der qualifizierten Frauen zuvorzukommen.

Doch heute kam die Meldung über einen bemerkenswerten Preis, den die deutsche Unesco, der Kosmetikkonzern L`Oréal und die Stiftung Christiane Nüsslein-Volhard ausloben: Drei Doktorandinnen der experimentellen Naturwissenschaften sollen Ende Oktober in Bonn gekürt werden, die Kinder haben. damit diese nämlich wegen der Kinder gar nicht erst unterbrechen oder aussteigen müssen, bekommen sie drei Jahre lang je 20 000 Euro. aber die nicht etwa zur freien Verwendung, sondern für Kinderbetreuung, Haushalthilfen und spezielle Weiterbildungsmassnahmen. Zugegebenermassen ist dieser Preis nicht nur altrusitisch, sondern soll sicherstellen, dass dieses qualifizierte Potenzial der Forschung nicht verloren geht. Die Sache verdient Respekt und hebt sich wohltuend von dem – oft unkritischen – Hochjubeln der Damen ab, die ohne Kinder den Weg an die Spitze  (oder fast bis an die Spitze) schaffen. Dises Förderprogramm heisst übrigens ´For Woman in Science`.

Mit Kindern Karriere machen ist nochmal eine ganz andere Sache als ohne. Und das meine ich jetzt nicht nur wegen der Verpflichtung, die 24 Stunden am Tag dauert, wegen der Doppelbelastung undsoweiter. Sondern einfach weil man als Frau mit Kind(ern) in Unternehmen meist gleich abgestempelt ist. Das wird keiner Frau ins Gesicht gesagt, jedenfalls nie ausdrücklich. Aber wenns an die Überlegeung geht, wer wird befördert, heisst es hinter vorgehaltener Hand bei den Entscheidern über die Personalie: Die hat ja Kinder, die „steht gar nicht zur Verfügung“. Wie immer das gemeint ist genau. Ich habe es bis heute nicht begriffen. Nicht im Zeitalter moderner Kommunikationsmittel.

Ausnahmefrauen wie Regine Stachelhaus, die inzwischen im Eon-Vorstand ist, gibt es in der Wirtschaft nicht viele. Und dass sie es trotz und mit Kind soweit gebracht hat, wird viel zu selten dazugesagt. Fotografen lassen sie lieber mit ihrem Motorrad als mit ihrem Kind posieren.

Für den öffentlichen Dienst und die Politik gilt ohnehin anderes, da haben sich Frauen bereits länger durchgesetzt und hochgearbeitet.

Deshalb ist auch der Vorschlag, der vor einigen Monaten ausgerechnet und völlig unerwartet aus der CSU kam, umso bemerkenswerter: Keine Frauen, sondern eine Mütterquote für die Wirtschaft. Oder meinetwegen neben der Frauenquote eine Mütterquote, damit sich nicht plötzlich die Frauen ohne Kinder diskriminiert fühlen.

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