Beschäftigungstherapie à la GEZ

Was machen bloss die GEZ-Mitarbeiter, wenn sie nicht mehr schnüffeln brauchen? Wenn man ihre Schnüffel-Arbeit und ihre Fantasie in Sachen GEZ-Zahler-Suche einfach nicht mehr braucht? In der „Frankfurter Rundschau“ berichtet Daniel Kothenschulte http://bit.ly/b7B3D3http://bit.ly/b7B3D3 vom Besuch einer GEZ-Dame, die an seinem Fernseher scheiterte und einsehen musste, dass jener eben nicht empfangsbereit war und man auf ihm ausschließlich DVDs ansehen konnte.

In einem anderen Fall wollte die GEZ einer Frau, die seit über 15 Jahren verheiratet war, separat ein zweites Mal für denselben Haushalt zur Kasse bitten – für ihren Mädchennamen. Zwar klärte ein entrüsteter Anruf die Angelegenheit im Handumdrehen, jedoch stellte sich die Frage: Wo hatte die GEZ den Namen her nach so vielen Jahren? Angeblich vom Adressenlieferanten Schober, wo man für gewöhnlich solche Adressen herbekäme, hiess es. Doch die prompte Nachfrage bei Schober ergab: Jawohl, wir verkaufen der GEZ die Adressen von potenziellen zusätzlichen Gebührenzahlern, – aber diese eine mit dem betreffenden Mädchennamen war nicht dabei. Womit die Dame wieder am Anfang angelangt war und sich vorgeführt fühlte – die GEZ trug zur Wahrheitsfindung nichts mehr bei.

Noch ein Beispiel gefällig? Einer Augenarztpraxis schickt die GEZ jedes Jahr aus Neue – freundlich ausgedrückt – eine Einladung, GEZ-Gebührenzahler zu werden. Jedes Jahr, so zuverlässig wie das Weihnachtsfest. Und jedes Mal schreibt der Mediziner, dass er keine Disco betreibe, sondern seine Untersuchungen im Gegenteil strikte Ruhe bräuchten. Damit die Messergebnisse unbeeinträchtigt bleiben. Davon unbeeindruckt meldet sich die GEZ im Folgejahr wieder – seit über zehn Jahren jedes Jahr dasselbe Spiel. Manchmal schickt die GEZ im Übereifer dem Arzt gleich zwei dieser ultimativen Schreiben, einmal mit und einmal ohne Doktortitel oder so ähnlich.

Was uns das sagt? Wer so verzweifelt versucht, seine Kunden zu vermehren und so viel Arbeitszeit und Arbeitskraft mit sinnlosen Aktionen verschwendet, und auch noch anderen Leuten deren wertvolle Lebens-Zeit und Telefongebühren und Briefporto stiehlt, sollte sein Tun lieber auf Nützliches für die Gesellschaft richten. Etwas mit positivem, vorzeigbarem, produktiven Ergebnis und nicht nur eine Art Beschäftigungstherapie. Vielleicht etwas Handwerkliches? Auch Pfleger für Senioren sind durchaus gebraucht. Und die Senioren sind sogar dankbar – anders als die Formular-Gequälten und zu-Unrecht-Verdächtigten.

Fazit: Wem es absolut nicht mehr gelingt, seine Kundenzahl auf intelligente Weise und effizient zu steigern, dem ist mit einer Haushaltpauschale, wie sie nun geplant ist, ohnehin mehr gedient – Stichwort Arbeitszufriedenheit. Und allen anderen auch, wenn man dafür dann die Gebühren insgesamt senken kann. Weil die vielen GEZ-Häscher einfach nicht mehr gebraucht werden. Und die Opfer endlich aufatmen können.

Ob die GEZ-Gebühren dann bald sinken? http://www.newsroom.de/news/detail/%24FTJVJTMUFLFJ

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Alle Kommentare [1]

  1. Mit den dreisten Aktionen macht ja die GEZ schon immer Schlagzeilen. Zum Teil mit dem Druck der Mitarbeiter, die nun mal die Quoten bringen müssen. Schuld haben aber auch viele Rundfunk Nutzer, die sich einfach davor drücken wollen.

    Ob sich die neue Strategie bewährt, werden wir ja noch sehen.