Wer traut noch seinem Banker? Nur noch gut jeder zweite.

Den Angehörigen welcher Berufsgruppe vertrauen Sie am meisten? Banker jedenfalls haben ein deutliches Vertrauensproblem – nur noch 57 Prozent der Bürger vertrauen ihnen, im Vorjahr waren es immerhin noch 73 Prozent. Das ist besonders schlecht, wenn das ihr eigenes Geschäftsmodell auch noch auf Reputation basiert. Schließlich werden sie nicht mit Erfolgsprämien von ihren Kunden bezahlt.

Denn viel besser sieht es zum Beispiel bei den Berufsträgern aus, um die man einfach nicht herumkommt – so man sie benötigt: Auf Platz Eins stehen die Feuerwehrleute (87 Prozent) auf Platz Zwei die Ärzte (87 Prozent und auf Platz Drei die Polizisten (86 Prozent) gefolgt von den Lehrern (85 Prozent) und den Richtern (83 Prozent). Erfragt hat das der Nürnberger Marktforscher GFK in 19 Ländern.

Imageprobleme hat jetzt – kaum erstaunlich nach den Skandalen – auch der Klerus, dem im Vorjahr noch 72 Prozent vertraueten und jetzt nur noch 55 Prozent. 

Gegenüber Anwälten, Gewerkschaftern, Journalisten, Marketingfachleuten, Managern und Werbeexperten äußerten sich laut GFK mehr als die Hälfte der Befragen kritisch.

Die Politiker liegen in allen Ländern auf dem letzten Platz – ihnen vertrauen gerade mal 14 Prozent. Ausser ihnen sind es die Manager mit nur 17 Prozent, die am wenigsten vertrauenswürdig erscheinen. 

Verblüffend ist übrigens, dass die Banker in Deutschland im Ländervergleich noch am besten abschneiden. Von den Italienern dagegen trauen nur 24 Prozent den Finanzfachleuten und in Frankreich 27 Prozent.

Befragt wurden 18 800 Leute in 15 europäischen Ländern sowie den USA, Brasiolien, Kolumbien und Indien.

Vertrauen der Deutschen in die einzelnen Berufsgruppen in Prozent

Berufsgruppe 2010 2009
Feuerwehr 97 98
Ärzte 87 89
Polizisten 86 88
Lehrer 85 84
Postangestellte 84 86
Richter 83 79
Militär 82 79
Umweltschutzorganisationen 76 77
Rechtsanwälte 72 72
Marktforscher 69 73
Wohltätigkeitsorganisationen 62 66
Gewerkschaften 59 59
Banker 57 63
Beamte 56 57
Klerus 55 72
Marketingfachleute 43 40
Journalisten 42 43
Werbefachleute 33 35
Manager 17 15
Politiker 14 14

Quelle: GfK Vertrauensindex Frühjahr 2010, GfK Custom Research

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Alle Kommentare [4]

  1. Das Ergebnis für Politiker von 14 Prozent Zusage, ist eine klare Aussage. Trotzdem machen wir diesen „Bock“ zum „Gärtner“, d.h., die Berufsgruppe, die hauptsächlich die Situation des entlosen „deficit spendings“ zu verantworten hat, sollen ’schnell mal‘ Wunder schaffen!?
    Mario Barth würde sagen: „Bin ich denn blöd!?“ Keiner will verstehen, daß die „Quantitaive Demokratie“: „Jeder Wähler eine Stimme“ uns Alle in diese Sackgasse geführt hat und wir nur ein „Wunder“ schaffen, wenn wir selbstkritisch unsere Demokratie reformieren, an dem Polititsumpf vorbei! Die Mitbestimmung und die „Direkte Demokratie“ sind Elemente, die uns als Bürger + Nettozahler der Misere wohl zustehen! Um die Qualitätsfrage kommen wir nicht herum, so oder so. Wenn wir der Berufsgruppe Politiker so mißtrauen, müssen wir die politische Führung selber schultern! http://www.globalvoter.org

  2. Wow, 57 Prozent vertrauen noch ihrem Banker? Das überrascht mich angesichts der Finanzkrise der letzten Jahre doch sehr, ich hätte hier eher mit unter 30 Prozent gerechnet und mich nicht gewundert. Bei 57 Prozent Vertrauen würde ich den Titel glatt in „Wer traut noch seinem Banker? Immer noch gut jeder zweite.“ umbenennen.

    Interessant wäre mal diese Statistik für Griechenland 😉

    VG,

    http://www.Kapitalmarktexperten.de

  3. Politiker machen sich immerhin Gedanken um den Vertrauensverlust (sie sehen ihn als logische Folge ihrer Bestechlichkeit und wägen nur zwischen persönlichem Gewinn und Verlust von Macht ab), aber von Journalisten hab ich das noch nie gehört.

    Im Gegensatz zu Bankern und Versicherungsvertretern, bei denen bekannt ist daß sie die Kunden im Interesse ihres Brötchengebers die Hucke voll lügen und über den Tisch ziehen sollen, müssten Journalisten nicht so lügen.

    Man glaubt aber ihren Ausführungen noch viel weniger als den Bankern. Das sollte Journalisten zu Denken geben. Aber welcher Journalist denkt schon noch. So lange es keine Reuters Meldung gibt, die man nur noch mit eigenen Worten (und unter Verlust von Genauigkeit in der Aussage wie bei Stiller Post) abtippen muß, werden Journalisten doch keine Artikel zum eigenen Vertrauensverlust schreiben.

  4. Es ist schon eigenartig, daß die, die unseren Wohlstand erwirtschaftet haben, die Facharbeiter, die Qualität Made in Germany produzieren, nicht gelistet sind. Wirklich eigenartig!
    Aber Bankern würde ich nicht einmal Falschgeld anvertrauen.