Wann Sie Ihrer PR-Agentur die Freundschaft aufkündigen – oder zumindest einen Honorarabzug machen sollten (1)

Und zwar dann: Wenn eine PR-Agentur eine Pressemeldung über Ihr Unternehmen als Auftraggeber an die Redaktionen verschickt – mitsamt einer Adresse für Rückfragen -, aber der nachfragende Journalist leider nur postwendend eine automatische Abwesenheitsmeldung erhält. Frei nach dem Motto „nach Diktat verreist“.
Was glauben Sie? Hebt sich auch nur ein Redakteur so eine Meldung auf und lauert begierig auf den Tag, bis der betreffende Agenturmitarbeiter wieder zurück ist? Wc – wohl kaum.
Sie denken, das kann nicht oft vorkommen? Irrtum, nach meiner Erfahrung ist dieser Prozentsatz durchaus erheblich. Und der Frust beim potenziellen Nachfrager auch.
Auftraggeber sollten nicht nur sich selbst ebenfalls die Pressemeldung schicken lassen, in der selben Aussendung wie für die Journalisten. Sondern sie sollten diese Schwachstelle grundsätzlich austesten. Ganz so, als wären sie selbst Empfänger der Pressemtteilung. Sie würden sich manchmal wundern.
Und ihnen würde schlagartig klar, warum manche, vielleicht lückenhafte oder komplizierte Mitteilung nirgendwo aufgegriffen wird. Auch wenn sie gar nicht so uninteressant ist.

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Alle Kommentare [3]

  1. Also ich kann den Ärger natürlich nachvollziehen, auch wenn ich mir gut vorstellen kann wie es regelmäßig zu solchen Phänomenen kommt.

    Da arbeitet er liebe PR-Mitarbeiter den ganzen lieben langen Tag an seiner Meldung und ist natürlich mächtig stolz wenn er fertig ist und den Mist erst mal von seinem Schreibtisch runter hat. Schließlich ist die schöne Meldung ja verschickt und die Arbeit getan. Und was macht man, wenn man seine Arbeit getan hat?
    Na klar, man geht nach Hause. Schließlich hat man sich den Feierabend verdient 😀

    So kommt es natürlich dazu, dass niemand mehr die Fragen beantworten kann. Wer ist jetzt Schuld? Der Redakteur, der keine Geduld hat? Der PR-Mitarbeiter der nach seinem Job nach Hause geht? Vermutlich eher der Auftraggeber. Er könnte ja besser bezahlen 🙂

  2. Der Redakteur ohne Geduld? Wenn es nach ihm ginge, vielleicht. Aber der Produktionsschluss und die allgemeine Arbeitsverdichtung obendrein lassen ihm gar keine Wahl. Ganz abgesehen davon, dass Infos ja eine extrem verderbliche Ware sind und man nicht mehr recht punkten kann, wenn`s schon im Internet steht oder bei der Konkurrenz im Blatt. Wenn man dafür gründlichere Infos oder die ganze Sache besser durchdacht und dargestellt hat, hilft das einem heute leider nicht mehr wirklich.
    Und: Diese automatischen Ätsch-bin-schon-weg-Infos kommen nicht etwa nur nach 16 Uhr nach einem schweren Tag, sondern mit schöner Regelmäßigkeit auch morgens und mittags.

  3. Das ist schlicht eine bodenlose Frechheit. Der PR-Verantwortliche hat die Pflicht, für Nachfragen da zu sein. Ich verstehe ohnehin nicht, warum manche Kollegen Pressemitteilungen gern möglichst spät am Tag versenden. Am liebsten noch am Freitag…
    Selbst wenn sie „nach Diktat verreisen“, besteht ja die Möglichkeit, Anrufe auf das Handy umzuschalten. Auch wenn das nicht gerade den Feierabend versüßt, es zeugt von professioneller Arbeit.
    Für mich ist dies ein wunderbares Beispiel für das Phänomen „Presseverhinderer“, dem ich mich seit geraumer Zeit widme.
    Mehr dazu hier: https://www.marketing-blog.biz/blog/plugin/tag/presseverhinderer