Missglückte BKK-Daten-Experimente: Muss der Chef seine Erfolgsprämie zurückzahlen? Wegen Misserfolgs?

Wenn der BKK-Gesundheit-Vorstandschef 130 000 plus Erfolgsprämie 25 000 Euro in 2008 erhalten hat – muss er dann nicht wenigstens die Erfolgsprämie für diesen Outsourcing-Misserfolg zurückzahlen? Wie findet man das denn, wenn die hauseigenen Daten über die eigenen Kunden zuerst von einem bayerischen Dienstleister – MediaKom- und dann von einem Unter-Dienstleister in Berlin – Value 5 Health Care- „betreut“ werden? Kommt einem das als oberstem Verantwortlichen nicht schon so merkwürdig genug vor? Wie wurde denn da gecheckt, ob das überhaupt gutgehen kann? Was sagen die Juristen dazu?
Und womit droht nun der Erpresser der BKK Gesundheit? Er will die Daten veröffentlichen – dem Staat hat er keine Diskette angeboten. Die geforderte Summe ist unbekannt. Da kommt Freude auf, wenn sich im Internet nachlesen lässt, was die BKK-Mitglieder so verdienen und wer welche Krankheiten hat.

Es beschleicht einen nur leider das Gefühl: Läuft es bei anderen Unternehmen genauso? Haben nicht sehr viele auf Teufel komm raus und unter allgemeinem Applaus outgesourct, was das Zeug hält? Wie las man so oft in der Presse – oft adressiert von Unternehmensberatern, die gern dabeibehilflich sein wollten:Deutsche Manager schöpfen ihre Outsourcing-Potenziale nicht aus.Accenture zum Beispiel, um nur eine von vielen herauszugreifen. http://www.welt.de/print-welt/article298551/Studie_Firmen_koennten_durch_Outsourcing_Milliarden_sparen.html Ob die Berater sich solche Folgen wie die beschriebene nicht vorstellen konnten oder können? Oder ist das egal? Hauptsache rasch „gespart“, Prämien der Manager erhöht, teure Beraterhonorare locker gemacht – und eigene Mitarbeiter entlassen. Nach mir die Sintflut.

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Alle Kommentare [2]

  1. Nun, wenn man nur an die Billig-Dienstleister outsourced ist das kein Wunder.

    Die Beratungen dürften auf zertifizierte und kontrollierte Betriebe abzielen.

  2. Herdentrieb statt nachhaltigen Managements..
    Der Wortstamm „Berater“, so hat man oft den Anschein geht auf „raten“ zurück. Die Maxime dabei ist: weil es alle so machen, machen auch wir das jetzt so. Die Masse wird sich nicht irren. Das tut sie aber doch. Von Diversifizierung über die Konzentration auf die jeweiligen Kernkompetenzen bis hin zu Outsourcing – wer in den vergangenen Jahrzehnten alle Strategiekonzepte der Berater brav mitgemacht hat, hat zumindest die Berater reich gemacht. Mit nachhaltigem unternehmerischen Management hat das aber nur wenig zu tun.