Durchsetzungsfreudige Managerinnen und risikofreudige Banker

Frauen in Führungspositionen sind ehrgeiziger als Männer, versuchen schneller ihr Aufgabenziel zu erreichen als Männer und legen obendrein auch noch mehr Wert auf Unabhängigkeit im Denken. Auf dieses Ergebnis kommt eine Studie des Berufsverbands „Die Führungskräfte“ in Zusammenarbeit mit der Uni Hamburg www.die-fuehrungskraefte.de/index.php?id=347&tx_ttnews[tt_news]=348&tx_ttnews[backPid]=346&cHash=6d27412d59. Männer dagegen würden eher dem Mainstream folgen, so Matthias Burisch, Psychologieprofessor an der Uni Hamburg. Für ihn überraschend: Dass Männer geduldiger seien und dass die Frauen in puncto Durchsetzungsfreudigkeit höhere Werte erreichten.Der Psychologe schränkte aber gleich ein: Wahrscheinlich läge dieses Ergebnis daran, dass zu den weiblichen Befragten ja ohnehin nur diejenigen Frauen gehörten, die sich bereits an die Spitze durchgebissen hätten.
Interessant auch die Ergebnisse über Manager der einzelnen Branchen: Manager im Handel sehen sich als Macher und Praktiker. Energieversorgungs-Managern hätten analytisch-theoretische Neigungen. Führungskräfte der Versorgungswirtschaft wollten dagegen eher durch ihr Fachwissen statt durch Führungsstärke überzeugen. Energieversorgungsmanager und Banker und Versicherer seien überdurchschnittlich interessiert an Wissensaustausch – im Gegensatz zur Führungskräften der öffentlichen Verwaltung. Dasselbe gelte für deren Risikofreudigkeit. Was nun wieder keine Überraschung ist.
Am stärksten ausgeprägt ist die Risikofreudigkeit nach dieser Studie dagegen bei den Bankern – und die hätte man sich aus heutiger Sicht eher nicht gewünscht, merken selbst die Urheber der Studie an.

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Alle Kommentare [2]

  1. Welche Risikofreude ist denn da gemeint. So riskofreudig können da (Bank-) Manager doch gar nicht sein. Ansonsten wäre sie nicht Angestellte, sondern selbständige Unternehmer geworden. Die in der Studie angeführte Risikofreude dieser Berufsgruppe bezieht sich dann doch eher auf den Einsatz von Geld was einem selbst nicht gehört…

  2. Wie schön, daß Studien und Statistiken zweierlei sind! Da nur zehn Prozent der Befragten Frauen waren, nämlich 37 oder 38, liegt hier kein repräsentatives Ergebnis vor, das als Grundlage für Vergleiche zwischen Männern und Frauen taugt. Beim Präsentieren einer solchen Studie kann bestenfalls von Häufungen oder von Auffälligkeiten gesprochen werden.

    Dr. Ulrich Goldschmidt: „Diese Studie sollte den Unternehmen genügend Anregungen geben, verstärkt auf den Einsatz weiblicher Führungskräfte zu setzen, um deren spezifische Führungskompetenzen nutzen zu können.“.

    Weil das alles so schön ist, zitiere ich gerne den IT-Consultant Oliver Knittel, eine männliche Führungskraft, der über eine weibliche Führungskraft folgendes aussagt: „Jacqueline Irrgang, Betriebswirtschaftlerin, Systemischer Coach und Executive Interimsmanager ist seit 30 Jahren im Bereich Kundenservice unterwegs. Heute zeigt sie als Unternehmensberaterin leicht und verständlich auf, wie das Schlagwort vom exzellenten Service in Unternehmen Wirklichkeit werden kann.“

    Mir drängt sich in dem Zusammenhang die Frage auf, was für junge Führungskräfte in Unternehmen nützlicher ist: Das Weitergeben von Wissen durch erfahrene Führungskräfte oder studentische Übungen, die anschließend als Studie veröffentlicht werden.

    Hans Kolpak