Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Claudia Frese, CEO des Handwerkerportals MyHammer, dem Online-Marktplatz, auf dem private und gewerbliche Nutzer Handwerks- und Dienstleistungsaufträge ausschreiben und vergeben können. MyHammer hat 78 Mitarbeiter und machte zuletzt 11,28 Millionen Euro Umsatz.

Claudia Frese (Foto: MyHammer)
Erklären Sie bitte in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.
Als Deutschlands Handwerkerportal Nummer eins unterstützen wir Handwerker bei der Auftragssuche und helfen Verbrauchern, den passenden Betrieb für ihren Auftrag rund um Haus und Garten zu finden.
Womit beginnt Ihr Arbeitstag?
Kurz vor sieben vor dem Frühstück ein kurzer Blick in meine Emails, um halb neun sitze ich am Schreibtisch und lese sie dann tatsächlich.
Wie würden Sie sich selbst als Chef beschreiben?
Ich kommuniziere sehr direkt und höre intensiv zu. Meine Rolle liegt darin, den Kurs vorzugeben, alle Fähigkeiten innerhalb der Organisation zu orchestrieren und Hindernisse aus dem Weg zu räumen, damit wir unsere gesteckten Ziele erreichen können.
… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?
Ich habe sie gefragt. Meine Mitarbeiter sagen, dass sie meine klare Kommunikation schätzen, dass sie gut finden, dass ich tief in Themen reinschaue, weil dies Wertschätzung ausdrückt, ohne Ihnen die Verantwortung zu nehmen. Und dass ich durch fachliche und leidenschaftliche Diskussion auch mal eine starke Meinung einbringe.
Tee oder Kaffee?
Definitiv Kaffee.
Ihr Spitzname ist…?
Habe ich ehrlich nicht, nie gehabt.
Verraten Sie eine Marotte?
Es gibt eine richtige Art, eine Spülmaschine einzuräumen. Da muss ich gelegentlich umräumen, bis es gut aussieht.
Was bringt Sie in Harnisch?
Langsamkeit – ich bin wahnsinnig ungeduldig. Und Unentschlossenheit – wenn aus meiner Sicht die Fakten klar auf dem Tisch liegen.
…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?
Meine Ungeduld. Und dass ich manchmal zu schnell entschieden bin, obwohl aus der Sicht der Anderen noch nicht alle Fakten auf dem Tisch liegen.
Was möchten Sie gerne im Ruhestand oder dann machen, wenn Sie wirtschaftlich unabhängig sind, nicht mehr in Ihrer Firma tätig sind und ganz viel Zeit haben?
Längere Reisen gehören sicher dazu, ich bin ein großer Lateinamerika-Fan. Aber ich werde wohl immer in irgendeiner Form arbeiten wollen, entweder im Kontext einer Organisation oder selbstständig.
Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?
Persönlichkeit. Ich mag Menschen, die eigene Vorstellungen und Vorlieben haben, und sich dessen bewusst sind. Solche Menschen strahlen eine positive Energie aus, die ansteckt.
Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?
Meine Familie, Sonnenlicht, frische Luft.
Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?
Ich habe den größten Respekt vor allen Menschen in sozialen Berufen. Ich weiß, dass ich das selbst nicht auf Dauer könnte, aber für einen Tag würde ich gerne erfahren, wie es ist, in der Pflege zu arbeiten.

(Foto: MyHammer)
Dieses Bild gegenüber von Claudia Freses Schreibtisch stammt von ihrem Ehemann, dem Künstler Jörg Reckhenrich. Frese schätzt an diesem Bild mit der „mehrdimensionalen Rasterstruktur, die gleichzeitig sehr komplex und ganz leicht aussieht“, dass es „so wirkt, als ob man ganz tief hineinschauen kann. Und das finde ich so schön.“

