Woydich in New Delhi (1): Ein Wirtschaftsstudent in Indien

 

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Woydich in New Delhi

Tobias Woydich, 26, studiert Wirtschaftswissenschaften in Wuppertal, macht seinen Master und absolviert gerade für drei Monate am Management Development Institute (MDI) in Gurgaon, einer Satellitenstadt 20 Kilometer von New Delhi entfernt, ein Auslandssemester.

Bis vor kurzem war er Werkstudent beim 360-Grad-Team der Verlagsgruppe Handelsblatt und berichtet für die Leser des Management-Blogs Überraschendes, Spannendes und Fremdes aus Indien: Das MDI in Gurgaon ist die Partner-Uni der Bergischen Universität Wuppertal und die Stadt hat knapp 900.000 Einwohner. Mehr als die Hälfte der „Fortune“-500-Unternehmen haben hier eine Niederlassung. Das MDI, das ausschließlich MBA-Studiengänge anbietet, ist die erste international akkreditierte Business School in Indien.

 

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Abflug aus Frankfurt

Nach einem Sektfrühstück am Samstagfrüh mit meiner Freundin – wir wohnen zusammen in Düsseldorf – , meiner Mutter und einer meiner beiden Schwestern ging´s zusammen zum Frankfurter Flughafen. Von da aus geht täglich ein Direktflug nach New Delhi – mit einem  A380. Zwei Stewardessen für 40 Passagiere in der Economy – das stellt guten Service sicher.

Tobias Woydich und seine Freundin beim Abflug vom Frankfurter Flughafen

Tobias Woydich und seine Freundin beim Abflug vom Frankfurter Flughafen

In den vergangenen Wochen war alles so turbulent mit den Vorbereitungen rund um das Visum, den Finance-Kursen an der Uni, der Reisemedizin, so dass ich erst jetzt, am Gate in Frankfurt nach Aufgabe meines Koffers so richtig realisierte, wie schwer mir der Abschied fällt, Schwerer als gedacht. Wie aufregend die nächste Wochen werden und dass unser einziger Kontakt bald nur noch über Skype und WhatsApp laufen wird. Auch meinen 27. Geburtstag im November werde ich ohne meine Family und meine Freundin feiern.

 

Landung in New Delhi

Angekommen bin ich nach indischer Zeit am Sonntag nachts um 00:50 Uhr, bis ich mein Gepäck bekommen und die letzte Passkontrolle passiert hatte, war´s dann kurz vor zwei Uhr. Mein Buddy am MDI – ein Student der mein Ansprechpartner sein wird -, hatte einen Fahrer organisiert, der mich zur Uni bringen würde. Nur: Bezahlen musste ich ihn selbst und in bar.

 

Kein einziger funktionierender Geldautomaten am Airport 

Weil man aber keine Rupien nach Indien einführen darf und ich gelesen hatte, dass Geld-Abheben vor Ort günstiger sei, als die Wechselstuben am Flughafen, musste ich erst mal einen Geldautomaten finden. Und dann wurde es kompliziert. Abheben wollte ich 4.000 Rupien, das sind etwas 50 Euro. An meinen Ankunftsterminal, Terminal Drei, stehen auch acht Geldautomaten – doch kein einziger spuckte Geld raus. Gleich nach dem Drücken der ersten Tasten brach der ganze Prozess jedesmal ab, der Bildschirm wurde schwarz oder fror das Bild ein. Nur musste ich schon vorher die Pin-Nummer eingeben – und tatsächlich wurde mir, wie ich später auf meinem Konto sah, der Betrag abgebucht. Ohne dass ich ihn bekam. So, wie ich´s gleich befürchtet hatte.

Die einzigen Leute, die ich im nächtlichen Terminal um Hilfe bitten konnte, waren schwer bewaffnete Sicherheitsleute, die mir meine englischen Fragen aber nur mit sinnlosen Gesten antworteten. Mir blieb also nichts anderes übrig, als den Fahrer anzurufen und ihn um Hilfe zu bitten. Doch als ich ihn auf dem Weg zum im Auto dann mein Problem schilderte, antwortete er kaum. Doch 20 Minuten später auf dem Campus-Gelände, nachts gegen drei Uhr, fuhr er mich direkt vor einen Geldautomaten – er hatte mich also doch verstanden.

 

 

Angekommen in Gurgaon

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Cheese-Omelett auf dem Campus unter Bäumen bei 36 Grad im Schatten

Untergebracht bin ich im Studentenwohnheim, wo auch meine Kommilitonen von der Uni Wuppertal wohnen. Die Wahl, wo wir frühstücken wollten – zwischen mehreren Kiosken und der Mensa – fiel leicht, drinnen war es richtig kalt. Die Tische unter den Bäumen bei 36 Grad im Schatten waren da viel netter.  Nach vier Stunden Schlaf gab es für mich dann Sonntagmorgen das erste Frühstück in Indien: Cheese Omelett. Nur: es schmeckt nicht wie ein Omelett – es ist total fettig, aber das ist jetzt gerade richtig.

 

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Bei allem Verkehrschaos guckte diese Ziege seelenruhig aus dem Autofenster auf einer Schnellstraße:

 

Ziegen werden in New Delhi schon mal auf dem Rücksitz transportiert

Ziegen werden in New Delhi schon mal auf dem Rücksitz transportiert

 

 

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