Kennen Sie Wiedereinstellungszusagen?

Warum schafft ein deutsches Unternehmen in Amerika, was es hier im Inland nicht zuwege bringt? Da vermeldet das „Handelsblatt“, dass „NordamerikaDaimler ehemalige Mitarbeiter zurückholt“. http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/daimler-holt-ehemalige-mitarbeiter-zurueck/4272472.html

Bei einer Auftragsflaute hatten die Autobauer in mehreren Fabriken in Nordamerika Massenentlassungen vorgenommen. Das kommt auch hierzulande vor. Doch der entscheidende Unterschied:  Jetzt, wo es wieder aufwärts geht – zum Beispiel in den Werken in Portland, Mount Holly, Gastonia und in Saltillo/Mexiko – und stellt der Stuttgarter Autobauer wieder 1300 Leute dort ein.

Aber nicht irgendwelche Leute, sondern diejenigen, die vorher dran glauben mussten. Diejunigen, die damals in die Wüste geschickt wurden.

Nun will Daimler die meisten Stellen mit den eigenen früheren Mitarbeitern besetzen.

Ein feiner Zug. Und warum auch nicht.

Das arbeitsrechtliche Instrument, Mitarbeitern Wiedereinstellungszusagen zu geben – falls es dann wieder bergauf geht – gibt es auch hierzulande. Nur habe ich noch keine Firma erlebt, die dies ingrößerem Stil oder überhaupt bei normalen Mitarbeitern angewandt hat.

Und vielleicht tut es manchem Unternehmen, das jetzt Facharbeitermangel oder sonst einem Personalmangel beklagt, schon leid, dass es seine früheren Mitarbeiter zu schnell entlassen hat. Ohne solch eine Zusage, mit der  jedenfalls so mancher Abschied vom Arbeitgeber für die Menschen nicht ganz so schmerzhaft und verletzend geworden wäre. Und mit der die Firma manchen guten Mann oder gute Frau nun zurück bekäme. Dem Vehikel, das den Abschied gleich offiziell zu einem unfreiwilligen und womöglich nur vorübergehenden gemacht hätte. Ganz zu schwiegen von den ersparten Anzeigen- und Rekrutierungskosten.

Nach dem 11. September gab es eine Firma, die viele Mitarbeiter bei dem Anschlag verloren hatte. Bedrohlich viele. Die Führungkräfte kamen auf die Idee, Ex-Mitarbeiter anzusprechen und zu bitten, ihre Ex-Firma mit zu retten. Und siehe da: manche halfen, kamen und ließen ihren aktuellen Arbeitgeber sitzen.   Sie hatten ihre Ex-Company in so guter Erinnerung, dass es ihnen den Einsatz wert war. Die Geschichte stand damals im „ManagerMagazin“. Ob solche Parallelfälle in Deutschland denkbar wären? Vermutlich eher nicht.

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