Und da dachten die Anwälte der Top-Ten-Kanzlei Noerr – das ist die mit einem Outsourcing-Auftrag der Deutschen Bank – es gehe übers Wochenende zu einer Firmenveranstaltung nach Österreich. Also nicht zu weit weg vom Stammsitz in München, die Spesenaufsicht wirds danken.
Der Witz an der Geschichte: Erst an Ort und Stelle am Fuschl-See dämmerte den 450 Betriebsausflüglern, dass es keineswegs in ein schickes Sternehotel zwecks Motivationsförderung ging, sondern vielmehr in Pensionen mit Frühstück. Und auch nicht, um sich der Juristerei zu widmen, sondern um Säge, Hammer und Pinsel zu schwingen. Charity-Projekt statt Anwälte-Motivation.
Andere Kanzleien schicken ihre Partner auch schon mal Freitagsnachmittags in einen Klettergarten, damit sie besser zusammenwachsen, Teamgeist entwicklen undsoweiter. Mit dem durchschlagenden Erfolg, dass sich der ein oder andere hochbezahlte Jurist dabei gleich einen Knochen bricht oder eine andere langwierige Verletzung zuzieht.
Doch zurück zu Noerr: Zu bauen waren zehn bunt bemalte Wagen aus Holz, in denen je vier sozial benachteiligte Kinder aus Deutschland, Rumänien oder Österreich campieren und in diesem Sommer Ferien machen sollen. Über zehn gemeinnützige Spendenorgansationen stehen hinter dem Projekt, bis zu 600 Kinder sollen eine Woche in Fuschl Urlaub machen können.

Noerr-Crew beim Werkeln
Noerr angelte sich zusätzliche Sponsoren und spendiert nun den Kiddies ihre Reisen.
Dass die Anwälte nur übers Wochenende und nicht etwa in der Arbeitszeit werkelten, ist typisch. So wie die Kanzlei, die ihre Partner auch erst Freitagsnachmittags in den Klettergarten liess. Damit ab Montag wieder Stunden gebillt werden können.

Noerr-Anwälte beim Charity-Projekt in Fuschl: Hämmern, sägen und bemalen










