Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Michael Voss, Geschäftsführer des Bauverlags in Gütersloh

Michael Voss (Foto: PR/Bauverlag)
Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.
Wir liefern Fachwissen, Orientierung und Netzwerke für Architektur und Bauwirtschaft – als führendes B2B-Medienunternehmen.
Womit beginnt Ihr Tag?
Der Wecker klingelt um 5.30 Uhr. Danach eine kurze Runde im Fitness-Center mit etwas Cardiotraining und Geräten, dann um 6.30 Uhr ein gesundes Frühstück mit Joghurt und Müsli mit Mango, Passionsfrucht und Himbeere und ganz viel Kaffee.
Was unterscheidet Sie von anderen im Auftreten und im Behave im Job?
Ich schreibe im Job fast immer mit Füller und mache viele Notizen noch ganz klassisch handschriftlich. Ich trage immer Kniestrümpfe, kurzärmlige Hemden gibt es bei mir nicht.
… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?
Dass ich einen klaren Hang zu Süßigkeiten habe – je nach Tagesform Schokolade oder Gummibärchen. Im Konferenzraum sitze ich immer auf demselben Platz. Wenn wir essen, sitze ich so, dass ich die Tür im Blick habe. Und dass ich als Hamburger in Ostwestfalen bis heute ein Exot bin.
Tee oder Kaffee?
Beides. Tagsüber Kaffee, abends Tee.
Ihr Spitzname ist…?
In der Kindheit und der Familie war es Michi, in früheren Zeiten im Büro Vossi.
Verraten Sie eine Marotte.
Da ist zum einen mein Ordnungssinn. Und: Egal wie warm es ist, trage ich immer Kniestrümpfe zum Anzug.
Was bringt Sie in Harnisch?
Verschwendung – vom achtlos weggeworfenen Essen bis zum ungebremsten Kaufrausch. Ich mag keine Unachtsamkeit und Gleichgültigkeit.
…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?
Meine unausgesprochenen Worte. Ich trage vieles erst mal mit mir aus und spreche Dinge oft erst an, wenn sich schon einiges mehr angestaut hat. Dann kommt meist alles auf einmal rausgesprudelt.
Was möchten Sie gerne in Rente machen?
Reisen, auf jeden Fall möchte ich noch nach Irland oder Schottland, um dort mit „Bed and Breakfast“-Hopping das Land und die Menschen kennenzulernen. Und: Nach Island, das Land ohne Mücken und Schlangen. Wie wunderbar.
Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?
Loyalität. Wer loyal ist, bekommt meine volle Unterstützung – ohne Nachfragen, gerade in schweren Zeiten. Mein Bruder ist einmal mitten in der Nacht aufgestanden, um mich auf der Straße aufzulesen, weil ich einen Autounfall hatte. Das wird mir immer im Herzen bleiben. Mir imponieren Menschen sehr, die nicht immer sofort eine Gegenleistung einfordern.
Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?
Meine Montblanc-Füller, denn damit habe ich alle wichtigen Verträge in meinem Leben unterzeichnet. Eine Armbanduhr, weil ich Pünktlichkeit liebe, und meinen Ring.
Was war Ihr peinlichster Moment?
Beim Skifahren: Bei einem Sturz auf einer Eispiste habe ich mich überschlagen und die Ski mit ihren scharfen Kanten zerschnitten nicht nur die Skihose, sondern auch die lange Skiunterhose und sogar die Shorts darunter. Diese Talfahrt mit der Gondel werde ich nie vergessen.
Auf welches Erlebnis hätten Sie lieber verzichtet?
Den Tod meines Vaters, als ich 17 Jahre alt war. Meine Kindheit war so abrupt zu Ende und ich konnte mich nicht verabschieden. Ich hatte ihm noch so viel zu sagen.
Welche Eigenschaft haben Sie von Ihrer Mutter übernommen?
Meine Mutter war ein von Grund auf positiver Mensch, der immer das Gute gesehen hat. Dieses Denken und Fühlen ist auch Teil von mir. Deshalb gehe ich auch mit dieser Eigenschaft auf Menschen zu, die ich nicht kenne, und sehe häufig nur das Gute in ihnen. So wurde ich natürlich auch manchmal enttäuscht.
Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?
Ich würde gerne einen Tag Herzchirurg an einem Hamburger Klinikum sein und das Leben eines Menschen retten. Dieses besondere Glück – auch die besondere Last – mit meinen Händen Gutes zu tun, würde ich gerne einmal unmittelbar erfahren.
