Fragebogen „Nahaufnahme“ mit Schrammek-Geschäftsführer Helmut Drees mit dem Spitznamen „Blonder Blitz“

Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Helmut Drees, Geschäftsführer und Managing Director des Familienunternehmens und Kosmetikproduzenten Schrammek

 

Helmut Drees (Foto: Privat)

 

Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.

Wir entwickeln in dritter Generation medizinisch inspirierte Hautpflegeprodukte für Kosmetikerinnen, Dermatologen und Konsumenten.

 

Womit beginnt Ihr Tag?

Wenn mich der Wecker um 6.40 Uhr aufscheucht, brauche ich erst mal Zeit für mich alleine, setze mich in die Küche und trinke Tee. Nur am Wochenende gibt’s dann ein stundenlanges Familienfrühstück mit Omelett oder Spiegeleiern und allem drumherum.

 

Was unterscheidet Sie von anderen im Auftreten und im Behave im Job?

Fürs Team bringe ich öfter Belgische Reisfladen und Aachener Printen mit, das sind Spezialitäten aus Aachen, wo ich seit dem Studium hängen geblieben bin.

 

… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?

Dass sie das super finden …nur diejenigen nicht, die gerade auf Diät sind.

 

Tee oder Kaffee?

Im Job trinke ich ausschließlich Kaffee und das aus meiner Glücksbringertasse: Die spüle ich selbst, damit sie ja nicht abhandenkommt. Sie ist ein Geburtstagsgeschenk meiner früheren Kollegen vor zwölf Jahren gewesen.

 

(Foto: Privat)

 

Ihr Spitzname ist…?

In der Kindheit und Jugend habe ich in Friesoythe – das ist meine Heimatstadt in der Nähe von Oldenburg – als Rechtsaußen leidenschaftlich Fußball in der Landesliga gespielt und hieß blonder Blitz. Blond bin ich noch heute …

 

Verraten Sie eine Marotte.

Ich trage gerne gute, handgefertigte Lederschuhe von Budapestern bis Mokassins. Mein Vater war Schuhmacher, er hatte ein eigenes Schuhgeschäft mit einer Werkstatt. Den Geruch von Leder und den Materialien dort habe ich noch heute in der Nase.

 

Was bringt Sie in Harnisch?

Menschen, die nicht wirklich zuhören können. Wenn ich eine Frage stelle und der andere nur einhakt, um von sich selbst und etwas ganz anderes zu erzählen. Dann braucht der andere nur ein Stichwort, will sich gar nicht wirklich mit mir austauschen und guckt womöglich aufs Handy oder weg. Inzwischen frage denjenigen direkt, ob es ihn „nicht interessiert, worüber wir gerade reden“ oder ob er „weg muss“?“

 

…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?

Meine Frau sagt: mein Dickkopf und dass ich zu viel Fußball gucke.
Was möchten Sie gerne in Rente machen?

Im Keller mir ein Musik-Bibliothek-Zimmer einrichten und meine Schallplattensammlung aus mehreren tausend PL´s sortieren. In meiner Studienzeit war ich DJ und verdiente mir Geld fürs Studium mit Auftritten bei Hochzeiten, Familienfeiern und sonstigen Partys. So kommts, dass in der Sammlung alles mögliche vertreten ist, von Toni Marschall bis Frank Zappa und bis heute kaufe ich auf Flohmärkten weitere alte Schätzchen.

 

Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten? 

Wenn sie verbindlich sind. Ich meine damit, wenn ich ihnen vertrauen, sie beim Wort nehmen und mich auf sie verlassen kann.

 

Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?

Meine Schallplattensammlung, meine Lederschuhe und meine Brille – sonst sehe ich nix!

 

Was war Ihr peinlichster Moment?

Bei den Schulmeisterschaften meines Gymnasiums hatte ich es geschafft, mich zu qualifizieren für den 1000-Meter-Lauf der Jahrgangsstufe über meiner. Nach zwei Runden auf der Tartanbahn lag ich in Führung. Als ich dachte, ich hätte gewonnen, schmiss mich ins Gras und wälzte mich vor Freude. Als dann aber alle anderen an mir vorbeiliefen, kapierte ich, dass ich noch 200 Meter hätte laufen müssen. Es war mir so peinlich, dass ich vortäuschte, ich habe eine schlimme Zerrung gehabt.

 

Auf welches Erlebnis hätten Sie lieber verzichtet?

Als ich mit 18 Jahren gerade meinen Führerschein gemacht hatte, musste dringend Verpflegung aus dem Nachbardorf für unser Jugendlager der Kirchengemeinde besorgt werden. Zusammen mit meinem Freund fuhr ich mit dem Bulli der Gemeinde los, weil der Pfarrer fort war und die Haushälterin keinen Führerschein hatte. In einer langgezogenen Kurve kam uns auf unserer Fahrspur plötzlich ein VW Käfer entgegen, ich musste ausweichen, das Auto kam ins Schlingern, überschlug sich mehrmals und rauschte einen Abhang herunter. Wir hatten nur ein paar Schrammen, aber der Bulli hatte Totalschaden, – und blöderweise war der Fahrer des VW Käfer abgehauen. Daraufhin glaubten uns weder Polizei noch Pfarrer noch unsere Eltern, dass nicht ich schuld war an dem 5000-Euro-Schaden, den die Gemeinde und mein Vater letztlich zahlten. Dass ich als Depp und Lügner dastand, war für mich am schlimmsten.

 

Welche Eigenschaft haben Sie von Ihrer Mutter übernommen?

Ihre Haltung und Fähigkeit, offen und freundlich mit Menschen umzugehen, auf sie einzugehen. Sie verkaufte in unserem Laden die Schuhe mit viel Engagement und zur Not auch mal Sonntagsmittags. Dass ihr deshalb manchmal die Kartoffeln auf dem Herd anbrannten, weil sie sich um Kunden kümmerte, focht sie nie an.

 

Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?

Der Papst! Er hätte so viel Macht und Einfluss Gutes in der Welt zu bewirken und ich möchte begreifen, welche Mächte ihn daran hindern.

 

 

 

 

 

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