Fragebogen Nahaufnahme mit Veggie-Pionier Godo Röben, der immer die Kühlschränke seiner Freunde inspiziert

Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Godo Röben, Aufsichtsrat sowie Business Angel und Investor bei veganen Food StartUps Perfeggt oder Project Eaden. Er ist zudem Beirat im Wissenschaftsministeriums Niedersachsen für „Zukunft der Ernährung” und Mitglied im „Beteiligungsprozess zur Erarbeitung der Ernährungsstrategie der Bundesregierung“. Zuvor war Geschäftsleiter bei Rügenwalder Mühle und machte sie zur größten Veggie-Marke Europas.

 

Godo Röben (Foto: Privat)

 

Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.

Ich möchte allen tierischen Produkten eine pflanzliche Alternative gegenüberstellen, so dass jeder Verbraucher überall und jederzeit auswählen kann, ob man ein Produkt mit oder ohne tierischen Inhaltsstoffen präferiert – von der Wurst, über die Milch bis hin zu Garnelen und sogar Hundefutter.

 

Womit beginnt Ihr Tag? 

Ich fahre morgens nach dem Aufstehen direkt in mein Büro – ein wunderschönes Loft – und mache mir einen Becher Kaffee. Dann setze mich dort auf’s Sofa, von dort aus habe ich den schönsten Blick auf die Weser. Dort lese ich dann erst einmal zwei Stunden jegliche Tages- und Fachzeitungen, Newsletter und meine Mails, bis ich dann um circa zehn Uhr eine Joggingrunde mit unserem Boxer drehe.

 

Was unterscheidet Sie von anderen im Auftreten und im Behave im Job?

In den 26 Jahren, die ich bei der Rügenwalder Mühle tätig war, war ich immer der Postbote für meine Mitarbeiter. Ich habe deren gesamte Post bekommen und diese dann persönlich im Haus verteilt. Das hatte den großen Vorteil, dass ich dadurch meine Kollegen jeden Tag persönlich gesehen habe und wir auch immer mal gerne über Privates und Berufliches Aug in Aug sprechen konnten. Außerdem hatte die Postrunde für mich zusätzlich noch den sportlichen Nebeneffekt, mich dem Ziel, täglich 10.000 Schritte zu tun, näherzubringen.“

 

… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?

„Stimmt!“

 

Tee oder Kaffee?

Schwarzer Kaffee ohne Gedöns.

 

Ihr Spitzname ist…?

Piefke. Mein Bruder wollte damit meine – in seinen Augen – geringe Körpergröße hervorheben. Was ich nicht verstehe. Mit stolzen 1,75 Meter habe ich eine ganz stattliche Größe – wenn ich in Osttimor leben würde.

 

Verraten Sie eine Marotte.

Ich öffne gerne ohne zu fragen die Kühlschränke meiner Familie und Freunde, um zu sehen, welche Marken sie verwenden, um sie danach darüber auszufragen, warum sie gerade diese Produkte verwenden.

 

Was bringt Sie in Harnisch?

Mein 86-jähriger Vater sagt immer: „Minsch sien mut de Minsch.“ (Mensch sein muss der Mensch.). Damit trifft er den Nagel auf den Kopf. Gehe menschlich mit allen um. Und wenn sich jemand nicht daran hält – ob beruflich oder privat – bringt mich das in Harnisch.

 

… und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?

Meine Rechthaberei. Aber das wahrscheinlich nur, weil ich immer recht habe.

 

Was möchten Sie gerne in Rente machen?

Ich würde gerne in der dunklen Jahreszeit und immer dann, wenn mir hier die Decke auf den Kopf fällt, an einem warmen Ort wohnen, an dem es von frühmorgens bis spätabends hell ist, wo man draußen essen, trinken und leben kann. Dort sollen mich und meine Frau dann unsere Kinder und Enkelkinder immer besuchen kommen.

 

Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?

Wenn sie ein großes Herz haben und dies privat und auch beruflich zeigen. Die Einstellung von Leuten, die meinen, man muss im Beruf seine Mitarbeiter  zusammenfalten, kontrollieren und maßregeln, ist mir zutiefst zuwider. Aber gottseidank sind solche Menschen eine aussterbende Spezies.

 

Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?

Nummer eins: Auf mein Smartphone. Aber das ist einfach eine der genialsten Erfindungen unsere Zeit, denn dadurch kann ich an jedem Ort der Welt meine Neugier stillen, Kontakt zu meiner Familie und Freunden halten und mich zurechtfinden, wenn ich mich mit meinem nicht vorhandenen inneren Navigationssystem wieder verlaufen oder verfahren habe.
Nummer zwei: Dazu das passende Tablet, da die Augen im Alter ja schlechter werden.
Nummer drei: Auf Anraten meines Arztes ein Glas Rotwein am Abend. Wer die Nummer meines Hausarztes wissen möchte – bitte Privatnachricht.

 

Was war Ihr peinlichster Moment?

Ich hatte zu dem Zeitpunkt gerade bei der Rügenwalder Mühle begonnen, zu arbeiten. Ich bin mit meinem Chef nach Oberhausen gefahren. Da ich ja kein inneres Navigationssystem habe und auch schlecht zuhören kann, wenn ich Auto fahre – und auch der freundlichen Dame vom Auto-Navi nicht wirklich zuhöre – habe ich es geschafft, dreimal die falsche Abfahrt zu nehmen. Da ich dadurch immer auf die gleiche falsche Autobahn abgefahren bin, musste ich jeweils 20 Kilometer bis zur nächsten Ausfahrt fahren und die gleiche Strecke wieder zurückfahren. Beim ersten Mal haben wir noch gemeinsam gelacht, beim zweiten Mal war mein Chef schon ziemlich entnervt, da wir dadurch unseren Termin nicht mehr pünktlich geschafft haben. Beim dritten Mal wurde die Lage dann doch ernst. Im Nachhinein hört sich das lustig an, aber ich kann mich noch heute an die etwas angespannte Stimmung auf der falschen Autobahn erinnern.

 

Auf welches Erlebnis hätten Sie lieber verzichtet?

Auf den Auszug unseres Sohnes im letzten Jahr und den baldigen Auszug unserer Tochter.

 

Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?

Da ich gerne Fußball gespielt habe, aber dabei als rechter Verteidiger mehr auf der Bank gesessen habe, als auf dem Platz stand  würde ich gerne mein Fußball-Trauma mit diesem Tag beenden. Ich würde mich gerne zurück zum 13. Juli 2014 beamen und Mario Götze sein, der uns zur Weltmeisterschaft schießt.

 

(Foto: Privat)

„Der Supi soll ich sein – er ist das Abschiedsgeschenk meiner Mühlenwald-Kollegen. Leider war das in der Corona-Zeit und ich bekam eine Videocall-Einladung und eine Stunde vorab ein großes Paket mit Bier und etwas zu knabbern, dazu ganz viele, liebe Anekdoten, persönliche Briefe und Andenken“, sagt Röben.

 

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