Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Dominik Benner, Geschäftsführer von Schuhe24 aus Wiesbaden, einem Online-Handels für Schuhfachhändler, der den Internetriesen die Stirn bieten will – nachdem er vor sieben Jahren die elterlichen fünf Schuhgeschäfte übernommen hatte.

Dominik Benner (Foto: Schuhe24)
Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.
Wir verkaufen bei Schuhe24 für 1.000 Fachgeschäfte Schuhe und wollen so dem Einzelhandel helfen, gegen Amazon & Co. eine Chance zu haben.
Womit beginnt Ihr Tag?
Ich gehe ab sechs Uhr meinen Kalender durch, trinke einen Espresso und überleg, was die schlimmsten Baustellen heute sein werden. Meine Kids Ann-Sophie und Leonard sind da meist schon bei mir und bringen mich beim Müsli auf andere Gedanken.
Wie würden Sie sich selbst als Chef beschreiben?
Ich schaue mir viele Details an und lasse mir Details berichten. Mein Büro ist relativ klein, Mitarbeiter sitzen auch mal direkt bei mir mit am Schreibtisch bei Besprechungen neben Schuhkartons an einem kleinen Tisch nebenan.
… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?
Die würden sagen: Stimmt, dass er echt pragmatisch ist, aber auch immer wieder viel zu sehr in die Details eintaucht und das wahrscheinlich auch oft nervt. Dafür gibt es immer schnelle Entscheidungen, keiner wird wegen Fehlern platt gemacht und Probleme werden gemeinsam „ausgelöffelt“. So hatten wir an einem späten Freitagnachmittag mal eine ordentliche IT-Herausforderung zu stemmen, das haben wir dann bis spät in die Nacht gemeinsam gelöst, zwischen Pizza-, Asianudel- und natürlich Schuhkartons :-).
Tee oder Kaffee?
Espresso – leider eine Sucht und fünf bis sieben Mal am Tag. Am besten aus der Siebdruckmaschine.
Ihr Spitzname ist…?
Der Doktor. Weit bevor ich tatsächlich promoviert habe. Vielleicht, weil die Leute schon immer zu mir gekommen sind, wenn sie Rat gebraucht haben.
Verraten Sie eine Marotte.
Wenn ich ein Restaurant betrete, rechne ich sofort Belegung, Durchschnittsbon, Umsatz und Kosten aus – meine Frau nervt das.
Was bringt Sie in Harnisch?
Wenn Mitarbeiter Fehler verheimlichen und sie heimlich ausbügeln wollen.
…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?
Dass ich mich mit dem operativen Doing auch beschäftige, weil ich oft einen anderen, strategischen Blick auf die Sache habe. Ich liebe es, Kundenmails zu lesen, um zu wissen, was schief läuft.
Was möchten Sie gerne in Rente machen?
In 20 Jahren werde ich entweder Bücher schreiben oder Professor werden, mal schauen, was mir dann mehr Spaß macht und ob mich dann einer will.
Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?
Wenn Menschen ungefiltert sind und ein gutes Herz haben. Ich stelle danach auch Bewerber ein, das ist viel wichtiger als Schul- oder Studienabschlüsse. Es gibt viel zu viele Karrieristen, die alle paar Monate etwas Neues suchen oder dauernd ihr eigenes Leben optimieren wollen.
Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?
1. Espresso, am liebsten von Kimbo, weil er für mich am authentischsten schmeckt. Seit ich ihn bei einer Neapel-Reise vor vielen Jahren zum ersten Mal getrunken habe, kommt einfach nichts an diesem Geschmack vorbei.
2. Mein iPhone X – ich bin einfach Smartphone-süchtig und fühle mich ohne wie ein halber Mensch.
3. Youtube. Ich stöbere einfach gerne nach Dokus oder Aktuellem. Als Familienvater sind Live-Hack-Videos auch superwichtig – wie baue ich ein Zelt auf, wie installiere ich einen Fahrradcomputer und und und.
Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?
Als Kind wollte ich Pfarrer werden, das würde ich heute noch gerne mal für ein paar Tage machen. Er hat eine klasse Mischung aus Leuten helfen, Seelsorger, Dinge voranbringen, Spirituellem und innerer Reflexion.

Der Nintendo Game Boy Classic im Sideboard von Dominik Benners Büro stammt aus den 90er Jahren, auf dem er noch heute manchmal Super Mario oder Tetris spielt.

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