Lesetipp: „Ruf! Mich! Nicht! an!“ – Telefonieren ist rückständig, sagt „Zeit“-Autor Schmitt

 Lesetipp:  „Ruf! Mich! Nicht! an!“

Mich nerven die Anrufer, die fragen, was sie auch selbst nachsehen könnten. Schneller vermutlich. Und mit mehr Aha- und Lerneffekten, als wenn ich es vorbete. Denn vom Gesagten bleibt beim Zuhörer ohnehin nur ein Minimum hängen – wenn er es denn überhaupt richtig versteht.

 

Zeitdiebe

Ohne Hemmungen wird meine Arbeit unterbrochen. Und: Man klaut mir Zeit, die ich von meiner Freizeit anschließend wieder hinten dran hängen muss. Denn viele wie ich müssen Ergebnisse liefern, nicht Zeit absitzen.

Selbst mal ins Internet schauen? Och nö. Selbst mal Vorbilder aus der jüngeren Vergangenheit zusammensuchen und analysieren? Wieder och nö.

Ungeniert. Eigene Recherche? Fehlanzeige.

 

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Rückständiges Telefonieren

 „Telefonieren aber ist rückständig, eine Kulturtechnik des letzten Jahrhunderts.“, sagt denn auch „Zeit“-Autor Stefan Schmitt. Vor allem in Zeiten von Großraumbüros.

Es ist super, wenn man ein hochkonzentriertes Telefonat führt und der Kollege aus der anderen Abteilung im Stehen drei Meter weiter lautstark Dienstgespräche führt und nicht im mindesten auf die Idee kommt, dass andere gerade äußerste Ruhe brauchen.

Umgekehrt stören lange Gespräche am Telefon die restlichen Großraumbüro-Bewohner, die ebenfalls ihr Soll erreichen müssen und keine Ablenkungen brauchen können. 

Mehr noch: Kaum ein Anrufer fragt erst mal, ob er gerade stört. „Für den Anrufer ist das praktisch. Er brettert quasi auf der Überholspur in einen Moment hinein, vorbei an Menschen oder Gedanken, denen bis dahin unsere Aufmerksamkeit galt“, beschreit es Schmitt. 

Und weiter im Text: Den Anrufen wegdrücken? Lieber nicht, kommt wie ein Affront an und bringt nur neuen Ärger.

 

Zeitautonomie

Autor Schmitt huldigt der „Zeitautonomie“ und dass er selbst bestimmen, will, wann er mit wem redet – falls überhaupt.Dass für schnelle Verabredungen eine SMS das richtige ist, für Geplauder zum Zeitvertreib Facebook Messenger, für Abstimmungen zwischen mehreren Leuten WhatsApp und „für längeres Hin und Her mit Amt, Handwerker, Versicherung oder Bank der Klassiker: E-Mail“. Denn „Gemeinsam haben sie alle eines: Man kann antworten, wann man will – entspannter, konzentrierter„.

Schmitts Fazit: Und Anrufen wird das Rauchen der zwanziger Jahre – eine rücksichtslose Gewohnheit, die lange als unabänderlich galt.

 

Doch lesen Sie selbst den vollständigen Artikel:

http://www.zeit.de/2015/50/telefonieren-kommunikation-whatsapp-sms-mail-facebook-messenger/komplettansicht

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