Britische Agentur verordnet Nacktarbeit

Wäre es nicht die seriöse ARD-Homepage tagesschau.de, so würde man denken, man habe sich im Datum vertan. Und eigentlich sei heute der 1.April. Oder man habe sich nur verlesen und es gehe um „Nachtarbeit“ – aber nein, dort geht es um Nacktarbeit. http://www.tagesschau.de/schlusslicht/nacktarbeit100.html Eine britische Agentur aus Newcastle habe seinen Mitarbeitern verordnet, nackt zu arbeiten, zitiert tagesschau.de aus dem „Telegraph“ http://www.telegraph.co.uk/news/newstopics/howaboutthat/5718984/Staff-strip-naked-to-improve-morale.html.Es spielt die Fantasie – vermutlich höchst gewollt. Die Firmen tun ja heute alles mögliche, um in die Presse zu kommen: OK, in den USA schrubben ja angeblich in obskuren Waschstraßen halbnackte Frauen Autos. Aber hier soll eine britische Marketingagentur diese Idee umsetzen. Es soll die Idee eines britischen Arbeitspsychologen namens David Taylor sein. Denn das würde ausgerechnet der Arbeitsmoral dienen. Weil die Kollegen ihre Hemmschwellen ablegten und so viel ehrlicher und offener miteinander reden könnten. Nicht zuletzt steigere das gemeinsame Ausziehen das Vertrauen in sich selbst und in die Kollegen, führt Taylor aus. Immerhin hätten auch die Mitarbeiter der Marketingagentur nicht gleich Hurra geschrieen, sondern es habe einer Woche Zeit bedurft, um sie von der Aktion zu überzeugen. Es soll wohl kein Dauerzustand sein. Aber dann hätten doch alle die seltsame Aktion mitgemacht – auch wenn selbst die Geschäftsführerin Sam Jackson sehr nervös war, wie sie erzählt.
Ob das vom deutschen Arbeitsrecht sprich dem Direktionsrecht gedeckt wäre, solch eine Anweisung? Wohl kaum. Schon das verordnete Duzen hat in Deutschland ja schon zu Prozessen vor den Arbeitsgerichten geführt. Wie soll das erst bei verordnetem Ausziehen aussehen?
Zum Arzt gehen und für einen Tag krank schreiben lassen funktioniert nach der Gesetzgebung der vergangenen Jahre ja auch nicht mehr, seit Ärzte bei unberechtigten Krankschreibungen persönlich für den Lohn haften.
Doch ob dieses Beispiel überhaupt Schule macht und auch außerhalb der Insel sein Fans findet, wer weiß? Ganz sicher aber wird keine renommierte Anwaltskanzlei, keine Bank oder irgendein anderer gediegener Laden mitmachen, der einen Ruf zu verteidigen hat und weiter ernst genommen werden will.
Und zu kalt ist es ohnehin – jedenfalls heute und in NRW.

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Alle Kommentare [2]

  1. Hallo Frau Tödtmann, wenn Sie Links in Ihrem Blog einsetzen, dann nutzen Sie diese doch auch so, wie es sich gehört: Als klickbare Links. Ist ein bisschen mühsam so… 😉

  2. Die Schweiz befördert Arbeitsmoral durch angemessene Vorschläge der Business-Kleidung. Richtiges Outfit soll Selbstvertrauen und Vertrauen zu Kollegen und dem Kunden herstellen, als ausgemachter Dauerzustand:

    „Welches Outfit trägt die Businessfrau im Sommer 2009? Was denkt die Männerwelt über den weiblichen Dresscode?“

    https://www.sf.tv/sendungen/eco/manual.php?docid=style-teas&catid=ecomanual

    Wahrscheinlich fehlt den Briten die fünfte Jahreszeit – der Karneval!?