Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Christoph Magnussen, CEO des Beratungsunternehmens Blackboat aus Hamburg, das spezialisiert ist auf digitale Transformation. Es berät Kunden wie die Melitta-Gruppe, Otto Group oder die Deutsche Telekom.

Christoph Magnussen (Foto: PR/Blackboat)
Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.
Blackboat hilft Unternehmen, neue Technologien, vor allem KI, in den Arbeitsalltag zu bringen.
Womit beginnt Ihr Tag?
Zwischen fünf und sechs Uhr mit Meditieren. Auch wenn es nur zehn Minuten sind. Im Hotelzimmer wird dann eben der Mülleimer zum Meditationsbänkchen oder ich stapel Kissen. Dann Journaling – Aufschreiben von Gedanken, Gefühlen und Erlebnissen – , immer handschriftlich. Dann kümmere ich mich um die Kinder und fahre sie mit dem Fahrrad zur Kita und zur Schule.
Was unterscheidet Sie von anderen im Auftreten und im Behave im Job, haben Sie ein unverwechselbares Erkennungsmerkmal?
Ich liebe es, Menschen etwas zu erklären, so dass sie es verstehen und anwenden können. Ich liebe es auch, auf Sendung zu sein in den sozialen Medien, auf YouTube, auf Bühnen. Mein unverwechselbares Merkmal: das Create-Tattoo auf meinem linken Unterarm.
… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?
Dass ich oft auch eine Fotokamera um den Hals hängen habe. Am liebsten etwa eine Leica M3, ein echtes Liebhaberstück.
Tee oder Kaffee?
Kaffee. Zu Hause aus der Moccamaster, am liebsten mit Bohnen von JB Kaffee. Ich schleppe meinen Kaffee sogar mit French Press in den Urlaub.
Ihr Spitzname ist…?
Maggi. So nennen mich vor allem alte Freunde.
Verraten Sie eine Marotte.
Ich reise immer so, als müsste ich jederzeit arbeitsfähig sein: extra Hotspot, manchmal sogar Starlink, Tagebuch, MacBook, Kaffee-Setup.
Was bringt Sie in Harnisch?
Wenn neue Technologie nur als Show behandelt wird. KI als Buzzword, aber niemand fragt: Welcher konkrete Arbeitsschritt wird dadurch besser? Außerdem: Meetings, die eigentlich eine Mail hätten sein können.
… und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?
Meine Ungeduld. Wenn mich etwas packt, will ich es sofort machen. Ich rufe sofort an, probiere Ideen sofort aus, baue sofort den ersten Prototypen. Wenn ich nur eine Sekunde zögere, habe ich meistens eigentlich keinen Bock mehr drauf. Meine Familie kennt das aus dem Urlaub, wo ich oft in der Lobby sitze oder in einer ruhigen Ecke und tüftle.
Was möchten Sie gerne in Rente machen?
Ich hätte dann gerne mein Holzdeck am See an einem Ort, der morgens schon schöne mediterrane Wärme hat. Ich wüsste nicht, warum ich im Alter nicht mehr arbeiten sollte. Den ganzen Tag meditieren ist zu anstrengend, nur Kaffee trinken ist ungesund.
Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?
Bei meinen Freunden vor allem ihre Zuverlässigkeit, gerade in schwierigen Lagen. Ansonsten: Neugier, Klarheit und Umsetzungswillen. Ich mag Menschen, die wirklich verstehen wollen, was möglich ist, und dann nicht ewig um das Problem kreisen, sondern ins Machen kommen.
Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?
Internetzugang, mein Tagebuch plus Blackwing-Bleistift (damit kann man wirklich schneller schreiben) und mein MacBook.
Was war Ihr peinlichster Moment?
Ich bin einmal zu einem wichtigen Vortrag angereist und habe aber am Eingang der Location gemerkt: Shit, ich habe ja gar keine passende Präsentation dabei. Die Besprechung mit dem Event-Management vor Ort war mir superunangenehm. Ich habe den Auftritt dann komplett improvisiert. Es hat funktioniert, aber in dem Moment davor wäre ich am liebsten im Boden versunken.
Auf welches Erlebnis hätten Sie lieber verzichtet?
Auf meine echte Lebenskrise mit Scheidung, gleichzeitig mit harter Zeit im Unternehmen, Corona und allem auf einmal.
Welche Eigenschaft haben Sie von Ihrer Mutter übernommen?
Dieses Sofort-Machen. Danke, Mama!
Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?
Wenn ich mich entscheiden muss, dann würde ich gerne einen Tag in den Schuhen von KI-Unternehmern wie Sam Altman von OpenAI oder Dario Amodei von Anthropic stecken. Dann wüsste ich, welche KI-Neuigkeiten schon in der Mache sind.

Das Tagebuch von Christoph Magnussen fürs Journaling (Foto: Privat)
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