Buchauszug Elke Hauenstein-Stief: „Dein Gesicht spricht zu dir. Mit chinesischem Face Reading Kraft, innere Sicherheit und Freude finden“

Elke Hauenstein-Stief (Foto: Privat)
In der Zeit der chinesischen Kaiser in China galt es als unschicklich, Menschen körperlich zu untersuchen. Der Gesundheitszustand wurde daher über das Gesicht ermittelt, aber auch ob eine Kaiserin zum Kaiser als Frau passte und welcher Berater oder Verbündete am besten als Vertrauensperson geeignet wäre. Und tatsächlich wird in China heute noch auf die Methode des Face Readings zurückgegriffen, wenn es darum geht, eine wichtige Führungsposition zu besetzen. Manchmal werden auch zwei Experten einberufen.
Als Masterin des Chinese Face Reading nutze ich dieses Diagnose-Instrument aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), um Aussagen über das Potenzial eines Menschen zu machen, seine Charaktereigenschaften und seine Konstitution. Es ist wie eine Blaupause, die mir dazu dient, typgerechte, individuelle wie ganzheitliche Tipps und Anregungen zu geben. Bei beruflichen wie privaten Themen, aber auch bei gesundheitlichen Beschwerden wie Angstzuständen, Burnout oder Schlafproblemen. Dabei setze ich die vielen Mosaiksteinchen und Erkenntnisse aus dem Lesen eines Gesichtes zu einem Bild zusammen. Denn natürlich bedeutet eine große Nase, dass eine Person durchsetzungsstark ist, aber es gibt noch eine Stufe darüber. Dabei geht es intuitiv darum, in die Persönlichkeitsstrukturen eines Menschen hineinspüren zu können:
- „Wer ist das, wie geht er oder sie mit seinen, ihren Anlagen und Talenten um?“
- „Was ist sein, ihr Weg?“
- „Traut sich die Person, die vor einem sitzt, nicht ihrer Berufung oder ihren Bedürfnissen nachzugehen oder gemäß ihrer Disposition zu leben?“
Meine Lehrerin Lillian Pearl Bridges hat immer gesagt und bezog sich dabei auf ihre weise Großmutter: „Bis 25 hast du das von deiner Mutter geliehene Gesicht, mit 25 bis 50 Jahren erschaffst du dein eigenes Gesicht und hast ab 50 das Gesicht, das du verdienst.“ Sie beeilte sich dann aber anzufügen, dass sich das Gesicht auch bei über 50-Jährigen noch verändern könne.
Sie sagte außerdem, dass je länger zwei Menschen zusammenleben, sie umso mehr Empfindungen und Ausdrucksformen miteinander teilen würden. Gleichzeitig könne man Anlagen auch ausbalancieren und darum geht es beim goldenen Pfad: Es ist der Blick hinter die Kulissen und in die Seele hinein. So erfahren Klientinnen und Klienten auch, was sie vielleicht nicht hören wollen, denn im Gesicht sind Markierungen, die zeigen, ob man bestimmte Themen schon angepackt und gelernt hat, die einem auf seinem Lebensweg mitgegeben wurden oder nicht. Und was wir nicht lernen möchten, wiederholt sich, weil wir bei solchen Themen unbewusst oft in Vermeidungsstrategien gehen, aus Angst verletzt zu werden. Sei es bei Themen, die mit dem Job zu tun haben, mit den Eltern, mit dem Partner etc.
Mein großes Thema ist das Kümmern. Das hat Lillian mir, als sie mir vor vielen Jahren mein Gesicht gelesen hat, auch gesagt. Darin bin ich schon immer Meister gewesen: Mich um andere zu kümmern und dann erst um mich selbst. Dafür habe ich im Laufe meines Lebens oft meine Vorlieben zurückgestellt – etwa das Saxophonspielen, meine Auftritte als diplomierter Clown oder das Off-road Fahren mit meinem Geländewagen. Denn für alles hatte ich nicht die Zeit und auch nicht die Kraft. Schließlich bin ich mit dem Erd-Element nicht so gut ausgestattet. Menschen, die davon sehr viel mitbekommen haben, sind die wahren Kümmerer und können auch in der Pflege, als Erzieher oder Lehrerin arbeiten.
Ich musste lernen, mich um mich selbst zu kümmern oder gezielt meine Mutterinstinkte einzusetzen. Deshalb riet mir Lillian auch zu einem „Darling Puppy“, meinem Dackel Justus. Übrigens kann man Kümmerfalten gut im Gesicht rund um die Lippen erkennen – davon hatte ich genug. Diese Falten bemerken wir Frauen spätestens dann, wenn der Lippenstift dort „hineinklettert“ und es sternförmig um den Mund strahlt. Setzen wir dann hier an und leben uns und unsere Bedürfnisse stärker, werden auch diese Falten zarter.
Haben wir den Mut, uns selbst zu entdecken!?
Wie sehr Gesichter sich verändern, wird Ihnen persönlich sicherlich schon einmal aufgefallen sein, etwa wenn Sie eine Person lange Zeit nicht gesehen haben. Einen guten Freund oder eine alte Schulkameradin, der Sie vielleicht nach langer Zeit zufällig auf der Straße begegnen oder den Sie bei einem Klassentreffen wiedersehen. In solchen Momenten können Sie zum Beispiel erkennen, dass jemand sehr gealtert ist, die Nase wulstiger geworden ist und die Augenbrauen buschiger oder dünner. Das sind alles Zeichen, die darauf hinweisen, dass sich etwas in deren Leben verändert hat. Die Augenbrauen beispielsweise stehen für das Element Holz (wir gehen genauer darauf ein). Sie zeigen die Leberenergie an. Sind sie dünner geworden, kann das mit den Hormonen zusammenhängen oder signalisieren, dass sich etwas anderes im Körper verändert hat bzw. dass das Leben nicht aus seiner Essenz heraus gelebt wird.
Ein Beispiel: In unseren Anfangsjahren bestimmen unsere Eltern unser Leben sehr stark. Bei mir zum Beispiel war das so. Ich war ein sehr erdiges Kind: Mein Vater war von seiner Grunddisposition Erde und meine Mutter ebenso. Darüber hinaus lebten wir mitten in einem Weinberg, am Kallmuth in Homburg am Main. Bei uns wurde viel am Tisch gesessen – Sport und Bewegung waren kein Thema. Das war für mich fast nicht auszuhalten, weil ich trotz der Erde auch viel Holz- und Feuer-Element in mir habe und das durfte ich nicht leben. Etwa den ganzen Tag draußen verbringen. Ich liebte es beispielsweise dort vor meinen Kuscheltieren Veranstaltungen abzuhalten oder sie zu unterrichten, indem ich sie aufklärte, wie ihre Wirbelsäule aussieht und dass sie ein anderes Herzchen haben.
Ich liebte es, vor anderen aufzutreten und habe gerne Klamauk gemacht. Gerne bin ich etwa mit der Unterhose meines Vaters auf dem Kopf durchs Haus gezogen und habe Clown gespielt. Und dadurch, dass ich diese Bedürfnisse nicht wirklich ausleben durfte, weil man ja am besten den ganzen Tag artig am Tisch saß und auch nicht draußen war, weil man ja Dreck in die Stube tragen konnte, habe ich heute eine tiefe Furche in der Mitte der Stirn. Sie zieht sich von der Mitte der Nasenwurzel senkrecht zwei Finger breit nach oben und gilt auch als spirituelle Falte, weil darin auch sehr viel Potenzial steckt. Dieses konnte ich entfalten, als ich ausgezogen bin und dann auch meine Feuer-, Holz- und zusätzlich meine Metall-Anteile in mein Leben integriert habe.

Dein Gesicht spricht zu dir: Mit chinesischem Face Reading Kraft, innere Sicherheit und Freude finden : Hauenstein-Stief, Elke: Amazon.de: Bücher – Verlag Lapismedia, 19,90,Euro 144 Seiten
Ich musste mich dann auch nicht mehr auf der Toilette zum Lesen einsperren, sondern hatte so meinen Platz, um in Ruhe meine Bücher zu lesen und eine andere Ordnung leben zu können, die im Übrigen für Metall-Menschen sehr wichtig ist. Aber nicht nach den Ordnungsprinzipien meiner Mutter, die gerne Seidenblumen sammelte, sondern nach meiner eigenen Vorstellung. Und es hieß dann auch nicht mehr „unsere Elke ist etwas komisch“, wodurch ich mir selbst erstmal etwas suspekt vorkam. Ich dachte, vielleicht stimmt das ja. Doch nach und nach merkte ich durch erste Erfolge im Job, dass ich gut war, wie ich Dinge nach meiner Art machte, und dass meine Menschenkenntnis sehr hilfreich war. Ich erkannte, dass ich die Gabe habe, Menschen da abzuholen, wo sie gerade stehen, und spüren kann, was sie brauchen.
Veränderung formt unser Gesicht. Wie ein Bildhauer ein Stück Ton formen wir unser Gesicht durch unser Tun und können so Einfluss auf die Markierungen und Ausprägungen in ihm nehmen. Aber auch die Kraft in uns wecken, wenn wir die Talente und Anlagen, die in uns stecken und uns ausmachen, leben. Das bringt uns auf unseren Weg und dazu bedarf es der Frage: „Finden Sie das Vertrauen, den Dingen nachzugehen, die in Ihnen schlummern, die Sie finden können, so wie ein kleines Kind, das kurz vor Weihnachten durchs Schlüsselloch schaut und dort den festlich geschmückten Christbaum sehen kann?“
Wenn wir uns trauen, das zu erkunden und zu entdecken bzw. wenn wir jemanden finden, der uns dabei hilft, dann kommen wir in Kontakt mit unserer Essenz, mit dem, was uns persönlich ausmacht und was unsere Aufgabe im Leben ist. Oftmals zeigen sich unsere Potenziale in der Kindheit und in den Dingen, die wir gerne aus uns heraus gemacht haben. Vielleicht haben Sie als Kind gerne gezeichnet, sich verkleidet oder liebten es, auf Bäume zu klettern oder Musik zu machen? Dann sind hier Kerntalente verborgen, die Sie besitzen. Bei mir war es der Biologie-Unterricht, den ich meinen Kuscheltieren angedeihen ließ. Darin zeigte sich schon früh meine Leidenschaft, Vorträge und Seminare zu halten. Das schlummerte damals schon in mir und wenn ich dem nachkomme, bin ich ganz bei mir und fühle mich genährt und zufrieden. Lebe ich mein Potenzial, meinen goldenen Pfad, dann lenke ich mich nicht mit Themen ab und damit auch nicht von meinem inneren Wachstum, sondern ich bin auf meinem Weg und komme so in meine eigene innere Stärke.
Viele meiner Klientinnen und Klienten wollen gerne wissen, wo bzw. ob sich eine Krankheit in ihrem Gesicht andeutet. Doch dieses Thema ist so komplex, dass man das nicht schnell sagen kann, weil jeder Mensch ganz individuell ist. Das stelle ich immer wieder beim Gesichtslesen fest: Jeder Mensch sitzt mit seiner ureigenen Gesichtslandkarte, mit seinem ureigenen Gesichtsabdruck und seinem Rucksack an gelebtem Leben vor mir, und durch meine Arbeit lerne ich ständig Neues dazu. Denn Vieles steckt im Verborgenen und lässt sich in einem Reading, im Gespräch herauslesen, und dann schaut man plötzlich ganz anders hin. Folglich kann man das nicht ad hoc sagen.
Die Kenntnisse eines Gesichtslesers verfeinern sich ein Leben lang, weil mir auch immer andere, neue Markierungen begegnen, die zum Beispiel eine plötzliche Angst-Attacke anzeigen. Unlängst trat im Gespräch am Kinn eines Klienten plötzlich eine dunkelrote Färbung auf. Solche individuellen Gefühlsturbulenzen in Zusammenhang mit alltäglichen persönlichen Herausforderungen können sich zeigen, aber auch kollektive Auswirkungen auf uns Menschen lassen sich im Gesicht ablesen. Etwa was Corona mit unseren Kindern machte, insbesondere der Umgang in Form von Lockdowns, Homeschooling und Kontaktbeschränkungen. Viele Kinder hatten damals – und einige Kinder haben sie immer noch – eine Stressfalte im Gesicht. Ebenso ließen sich diese Beschränkungen und die damit einhergehenden psychischen und sozialen Auswirkungen an der Sprache, am sogenannten Mundbild ablesen. Denn es ist ein Grundprinzip von Gesundheit und von Leben, dass alles im Fluss ist – in einem ausgewogenen Energiefluss. Und nicht in einem plötzlich stockenden Energiefluss und ebenso wenig in einem unterkühlten. Daher hatte ich auch vor vielen Jahren immer kalte Hände im Winter, wie viele Frauen übrigens auch.
Schaue ich mich zum Beispiel im Hotel beim Frühstücken um, was so gefrühstückt wird, ist es bei Frauen oft ein Joghurt und rohes Obst, was viel zu sehr kühlt – gerade im Winter – während Männer gerne ein Spiegelei mit Speck wählen. Was gefühlt gesund erscheint, muss es nicht sein. Wir alle sind einzigartig: Jede und jeder einzelne von uns hat ganz besondere Anlagen von seinen Ahnen und von Mutter Natur mitbekommen. Sie zu leben und damit uns selbst, ist ein solches Geschenk, das wir uns machen können. Das zu entdecken, dabei hilft uns unser Gesicht.
Denn so wie es in der Ernährung die Wandlungsphasen gibt, um anhand der Jahreszeiten die passenden Lebensmittel jahreszeiten- und typgerecht einzusetzen, wird dieses Ordnungssystem aus der Traditionellen Medizin (TCM) – wovon das Gesichtslesen ein Teilaspekt ist – auf den gesamten Organismus eines Menschen übertragen. Folglich lassen sich bestimmte, charakteristische Merkmale in unseren Gesichtern auch mit den Wandlungsphasen deuten.
Es gibt fünf Wandlungsphasen, die auch als Elemente bezeichnet werden: Das Element Holz etwa zeigt sich an buschigen Augenbrauen, das Element Feuer an Falten im Gesicht, während das Element Metall an einer großen Nase festgemacht werden kann, Wasser an einer hohen Stirn und Erde zum Beispiel an vollen Lippen – und natürlich an vielen zusätzlichen Merkmalen. Doch geht es uns hier um Grundsätzliches, damit Sie das Wirken dieser Lehre leichter nachvollziehen können. Denn natürlich kennzeichnen jedes Element auch bestimmte Charakterzüge, Vorlieben und Führungseigenschaften.
Selbstverständlich ist in unserem Gesicht nicht nur ein Element vertreten, sondern alle. Allerdings wirkt meist ein Element oder wirken zwei Elemente vordergründig. Es können aber auch alle fünf ausgeglichen auftreten. Das deutet auf einen Menschen hin, der viele seiner Potenziale lebt, viele Talente besitzt und mit sich eins ist. Allerdings gibt es bei den meisten Menschen Elemente, die vorrangig sind, und diese sollten auch gelebt werden.
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