Fragebogen Nahaufnahme mit Ferchau-Chef Alexander Schulz, der mit seiner westfälischen Sturheit andere schon mal in Harnisch bringt

Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Alexander Schulz, Chef des Engineering- und IT-Dienstleisters Ferchau. Das Familienunternehmen aus Gummersbach hat rund 130 Niederlassungen in Europa mit 8700 Mitarbeitern. Der Umsatz 2024 betrug 820 Mio. Euro.

 

Alexander Schulz (Foto: PR / Ferchau)

 

Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.

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Womit beginnt Ihr Tag?

Wie ein Monteur von montags bis donnerstags um sechs Uhr im Hotel. Mein Wochenende startet immer im gleichen Rhythmus: Weckerfrei und trotzdem früh wachwerdend, die Küche vom Vortag aufräumend, Kaffee trinkend, Zeitung lesend, Semmeln holend, Tisch deckend – und erst dann kommt Leben in meine Familie.

 

Was unterscheidet Sie von anderen im Auftreten und im Behave im Job?

Jeden Morgen steuere ich als Erstes die beiden Kolleginnen am Empfang an, zum Schlagabtausch zum Thema Sport. Wer hat gestern wie lange trainiert – und was steht heute Abend auf dem Programm?

 

… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?

Das ist eindeutig: Die Kolleginnen sind besser als ich

 

Tee oder Kaffee?

Viel Kaffee.

 

Ihr Spitzname ist …?

Ich reagiere nicht darauf, schon der Schwimmlehrer in der Grundschule hatte keinen Erfolg mit Alex.

 

Verraten Sie eine (private) Marotte.

In bin ein Aufräumer – und nerve meine Familie auch an Sonntagen ab sechs Uhr früh, indem ich laut klappernd einräume, ausräume, abräume – und die Kaffeemaschine zum Mahlen und Zischen bringe.

 

Was bringt Sie in Harnisch?

Wer wandern will, muss früh raus – und wenn meine Familie dann nicht aus den Puschen kommt, steigt mein Puls. Noch höher geht er, wenn ich selbst etwas vergessen habe, wie den Akku für meine elektronische Rennrad-Schaltung zu laden.

 

… und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?

Meine westfälische Sturheit: Wenn andere etwas von mir wollen, was ich nicht will, kann ich das einfach ignorieren – und bewege mich dann, sagen andere, keinen Millimeter. Ob bei dem Plan meiner Frau, die Gartenhütte zu streichen – oder im Job beim Umsetzen mancher Entscheidungen.

 

Was möchten Sie gerne in Rente machen?

Mein Terminkorsett loswerden: nicht schon im Sommer wissen, was ich bis Weihnachten mache. Dann will ich ohne Zeitlimit verreisen, als erstes nach Kroatien.

 

Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?

Wenn Menschen so souverän sind, dass sie nicht alles auf die Goldwaage legen, tolerant sind.

 

Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?

Auf heißen Kaffee. Auf meinen Rucksack, den ich jeden Tag bei mir habe, inklusive einem kleinen Familien-Fotoalbum. Und meine Wanderschuhe

 

Was war Ihr peinlichster Moment?

Die Bruchlandung vor den Füßen meiner Sekretärin, die mich in Trikot, Helm und mit Schutzbrille nicht erkannte. Schuld war das glatte Straßenpflaster.

 

Auf welches Erlebnis hätten Sie lieber verzichtet?

Corona. Und: Ich habe vor vielen Jahren ein neues CRM-Tool eingeführt, ohne selbst die Entwicklung eng zu begleiten. Am Ende waren wir für den Change nicht gut vorbereitet und mussten über mehrere Wochen nacharbeiten.

 

Welche Eigenschaft haben Sie von Ihrer Mutter übernommen?

Ihr Verantwortungsbewusstsein und ihre hilfsbereite, kompetente Art. Meine Mutter war eine starke Frau, die – mit einer eigenen Wäscherei – sehr menschenorientiert und verbindend war gegenüber Kunden, in der Kirchengemeinde, in Vereinen. Ihr Verantwortungsbewusstsein und ihre hilfsbereite, zuversichtliche Art haben mich geprägt.

 

Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das? 

Da wäre ich gerne Pilot – und ich bin vorbereitet, weil das mal mein Berufswunsch war: Ich hatte einen Flugschein und habe Luft- und Raumfahrt studiert.

 

 

(Foto: Privat/PR Ferchau)

 

Das Segelboot mit der aufgemalten Mitarbeiteranzahl ist ein Geschenk von Frank Ferchau an Alexander Schulz.

 

 

 

 

 

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