Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Taschenhersteller Georg Picard, der das gleichnamige Familienunternehmen in Obertshausen im Landkreis Offenbach leitet und das 1928 gegründet wurde.

Georg Picard (Foto: PR / Picard)
Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.
Wir entwickeln Taschen im Premium-Segment, die Menschen ein Leben lang begleiten und ihnen ermöglichen, ihre Persönlichkeit zu leben.
Womit beginnt Ihr Tag?
Meist wache ich kurz vor dem Wecker auf, stehe als Nicht-Morgenmuffel auf und lasse das Handy erst mal links liegen. Dafür viel Wasser und ein grüner Tee, manchmal auch Kaffee. Das Frühstück fällt essenstechnisch meist aus. Zwei- bis dreimal die Woche bringe ich meinen Kreislauf an einer Rudermaschine in Form und dann geht es entweder mit dem Rad oder mit dem Auto in die Firma.
Was unterscheidet Sie von anderen im Auftreten und im Behave im Job?
Interessanterweise vermehren sich meine Schreibgeräte über den Tag, was mir sagt, Du bist ein unbewusster Kulikleptomane.
… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?
Mittlerweile bringen die meisten Kollegen ihre Schreibgeräte vor mir in Sicherheit…
Tee oder Kaffee?
Kaffee, wenn es ein guter grüner oder Kräutertee ist, dann gerne Tee.
Ihr Spitzname ist…?
Die, denen der Name Georg beim Sprechen zu hakelig ist, nennen mich George.
Verraten Sie eine Marotte.
Ich habe die Angewohnheit, unterwegs ständig auf Taschen von Fremden zu schauen, rein beruflich, natürlich. Meine Familie und Freunde rollen dabei regelmäßig die Augen.
Was bringt Sie in Harnisch?
Respektlosigkeit im Umgang mit anderen.
…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?
Wahrscheinlich, dass ich manchmal zu wenig ins Detail gehe. Ich behalte gerne die Vogelperspektive, wo andere längst sagen würden: „Schau nochmal genauer hin“
Was möchten Sie gerne in Rente machen?
Eine längere Reise nach Japan und Korea. Mich fasziniert die Verbindung von Tradition und Moderne und als Taschenmacher schaue ich natürlich mit neugierigem Blick auf die Leder- und Handwerkskunst dort.
Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?
Die Neugierde. Ein älterer Freund von mir stellt bis heute Fragen, als sei er noch ein Berufsanfänger. Von ihm habe ich gelernt, dass man nie „fertig“ ist und dass genau diese Haltung jung hält.
Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?
- Eine gute Bratpfanne – das wichtigste Objekt in der Küche.
- Mein Rad, gut für Kopf und Körper.
- Mein Smartphone, da heute so unglaublich viel an verschiedenster Kommunikation, Recherche usw. darüber läuft.
Was war Ihr peinlichster Moment?
Die Kundin, die ich länger nicht gesehen habe, mit deutlich mehr Gewicht als beim letzten Zusammentreffen, vor allem um den Bauch, fragte ich, in welchem Monat sie wäre. Sie war nicht schwanger. Das passiert mir nie wieder.
Auf welches Erlebnis hätten Sie lieber verzichtet?
Ich bin als Teenager bei Ebbe rausgeschwommen und hätte es durch den Sog fast nicht mehr an Land geschafft. Ein existenzieller Moment.
Welche Eigenschaft haben Sie von Ihrer Mutter übernommen?
Das “Ich-kümmere-mich-um-Dich-Gen” und die Fähigkeit der positiven Kommunikation.
Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?
Ein Gourmetkoch. Einen Tag lang mit allen Sinnen arbeiten, Aromen kombinieren und erleben, wie sich Menschen über gutes Essen freuen – das hätte großen Reiz.

(Foto: Privat)
Die Rakete steht seit 20 Jahren auf Georg Picards Tisch.
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