Fragebogen „Nahaufnahme“ mit ITB-Chefin Deborah Rothe, die gerne mal in einer Wildtierstation arbeiten würde

Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Deborah Rothe, Chefin der ITB Berlin,  der weltweit führenden Messe der Reiseindustrie

 

Deborah Rothe (Foto: PR / ITB)

 

Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.

Wir bringen Menschen, Kulturen und Märkte weltweit zusammen – auf Messen, die Partnerschaften, Inspiration und Business möglich machen.

 

Womit beginnt Ihr Tag?

Gegen 6:30 Uhr gibt es schwarzen Kaffee. Dann schneide ich Gemüse oder bereite eine schnelle Stulle für mittags zu. Hauptsache, ich muss später nicht improvisieren. Wenn es zeitlich passt, läuft auch schon die Waschmaschine oder ich bringe den Müll raus.

 

Was unterscheidet Sie von anderen im Auftreten und im Behave im Job?

Ich lege anderen gerne persönlichen Notizen auf den Schreibtisch. Manchmal sagt ein „Ich seh euch“ mehr als jedes Danke in PowerPoint.

Und: Ich räume ständig auf und wische und stelle gerne auch Meetingtische um. Ordnung gibt mir Ruhe, nasse Flecken auf der Küchenzeile muss ich direkt wegwischen.

 

… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?

Zu meinem Sauberkeits-/Ordnungsdrang: „Debbie war wieder unterwegs. Sie weiß bestimmt, wo die Flyer liegen”. Und dass ich die einzige Chefin bin, die in stressigen Phasen mit den Mitarbeitern im Büro tanzt. In der Corona-Zeit haben wir das einmal wöchentlich im Team eingebaut. Ein Song und dann ging es wieder an die Arbeit.

 

Tee oder Kaffee?

Kaffee. Kaffee. Und noch einen Kaffee.

 

Ihr Spitzname ist…?

Debbie

 

Verraten Sie eine Marotte.

Mein Büro sieht aus wie ein Wohnzimmer, mit kitschiger Leselampe, Bilderrahmen und Blumendeko. Für mich ist die Arbeitszeit auch inspirierende und bereichernde Lebenszeit, die man auch in schöner Umgebung verbringen kann.

Ich glaube an stille Kompetenzen: Wenn jemand zum dritten Mal still in einem Meeting sitzt, schreibe ich ihm später: „Ist alles okay bei dir? Hattest du einen Gedanken, der unterging?“

 

Was bringt Sie in Harnisch?

Socken auf dem Sofa und offenstehende Schranktüren.

Und: Unzuverlässigkeit, zum Beispiel, wenn jemand immer zu spät kommt. Das hat für mich mit Respekt gegenüber der Zeit des anderen zu tun.

…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?

Meine Sturheit.

 

Was möchten Sie gerne in Rente machen?

Ich möchte lange Reisen machen, vielleicht mit einem Camper quer durch Australien oder Südamerika. Es wäre auch schön, mit meiner Familie nach Spanien umzuziehen auf eine urige Finca. Und ich möchte brasilianisches Portugiesisch lernen.

 

Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?

Positive Ausstrahlung und Aura. Ich glaube daran, dass die persönliche Umgebung einem Energie geben oder nehmen kann.

 

Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?

Meinen To-go-Kaffeebecher. Meine Noise-Cancelling-Kopfhörer, mit denen ich am Flughafen, in der Bahn oder auf dem Weg ins Büro Musik oder Podcasts höre. Und meine Brille, ohne die komme ich nicht einmal die Treppen runter.

 

Was war Ihr peinlichster Moment?

Bei einem Termin mit einem Tourismusminister und einer unerwartet großen Delegation gingen mir die Visitenkarten aus. Ausgerechnet für den Minister hatte ich keine mehr.

 

Auf welches Erlebnis hätten Sie lieber verzichtet?

Der 28. Februar 2020 – der Tag, an dem die ITB Berlin aufgrund der bevorstehenden Corona-Pandemie abgesagt wurde. Wir waren die Ersten, zu diesem Zeitpunkt war noch nichts klar und die Meinungen sehr unterschiedlich.

 

Welche Eigenschaft haben Sie von Ihrer Mutter übernommen?

Meinen Pragmatismus.


Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?

Ich würde gerne für einen Tag die Arbeit in einer Wildtierstation in Costa Rica übernehmen und speziell mit Faultieren oder Chamäleons arbeiten. Das wäre der komplette Kontrast zu meinem Alltag.

 

(Foto: PR / Privat)

 

„Mit vier Jahren begann meine Zeit im Roll- und Eiskunstlauf – beim NSF in Berlin, den Neuköllner Sportfreunden. Über zehn Jahre prägte der Sport meine Kindheit und Jugend: Training fast täglich, Berliner und Deutsche Meisterschaften, Wochenenden in Hallen quer durch die Republik. Diese Zeit hat mich stark geprägt – Disziplin, Ausdauer, Teamgeist und vor allem die Liebe zum Sport. Bis heute,“ erzählt Deborah Rothe.

 

 

 

 

 

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