Fragebogen „Nahaufnahme“ mit dem britischen Botschafter Andrew Mitchell, der seine Familie auf die Palme bringt, wenn er heimlich die Küche aufräumt

 

Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Andrew Mitchell, der britische Botschafter in Berlin

 

 

Andrew Mitchell (Foto: Privat)

 

Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.

Wir schaffen die Grundlage für die bestmöglichen Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und Deutschland.

 

Womit beginnt Ihr Tag?

Ich bin ein Frühaufsteher – spätestens um sechs Uhr stehe ich auf – den Sonnenaufgang finde ich immer hoffnungsvoll und optimistisch. Außerdem bin ich ein begeisterter Läufer. Ich habe viele Städte früh morgens so entdeckt.

 

Was unterscheidet Sie von anderen im Auftreten und im Behave im Job?

Künstliches Licht mag ich gar nicht und mein Büro ist deshalb ziemlich oft dunkel. Kollegen finden das komisch. Es ist schon mehrfach passiert, dass ein Kollege zu einer Besprechung erschienen ist, mich nicht gesehen hat und wieder gegangen ist.

 

… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?

Dass ich viel Energie habe und gerne viel Kontakt mit Menschen habe, dass ich ein offener Mensch bin und meine Impulse und Anregungen an oft recht ungewöhnlichen Orten suche. Ich kann etwas herausfordernd sein.

 

Tee oder Kaffee?

Beides. Mein erstes Getränk morgens ist eine Tasse starken Yorkshire Teas mit Milch, ohne Zucker. Statt zu frühstücken trinke ich dann eine Tasse Kaffee mit viel Milch. Seit meiner Zeit in Mailand habe ich eine starke Affinität zu gutem Espresso und mein kleiner Luxus zu Hause ist eine qualitativ hochwertige Kaffeemaschine.

 

Ihr Spitzname ist…?

Wegen meinem Nachnamen Mitchell war mein Spitzname früher Mitch. Mein Vater und Bruder hießen allerdings auch Mitch, und der Hund ebenso. Wenn jemand bei uns anrief und fragte, ob sie bitte mit Mitch sprechen könnten, sagte meine Mutter immer „Wollen Sie den Vater, den Sohn, den anderen Sohn oder den Hund sprechen?“

 

Verraten Sie eine Marotte.

Ich mag einen gut organisierten Kühlschrank: alle Sachen haben ihren festen Platz. Und wenn etwas nicht dort steht, wo es hingehört, dann stelle ich es wieder an seinen Platz zurück.

 

Was bringt Sie in Harnisch?

Offensichtliche Ungerechtigkeit. Ich war schon immer der Meinung, dass wir alle dafür verantwortlich sind, unser Möglichstes zu tun, um die Welt so fair und gerecht wie möglich zu gestalten – auch wenn dies eine besonders schwierige Aufgabe ist.

 

…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?

Ich bin ziemlich ordnungsliebend. In der Küche habe ich meine eigene Ordnung. Was meine Familie wirklich auf die Palme bringt, ist, dass ich, nachdem sie gekocht und die Küche aufgeräumt haben, heimlich und leise dann wieder nach meinen eigenen Vorstellungen aufräume – in der Hoffnung, dass die Familie es nicht merkt. Doch manchmal ertappen sie mich.

 

Was möchten Sie gerne in Rente machen?

Gerne würde ich ausgiebig die abgelegeneren Regionen in Nepal, Nordindien und Pakistan bereisen. Von 1999 – 2002 habe ich in der Botschaft in Nepal gearbeitet und habe vorrangig die Himalayagegend bereist, aber nicht die abgelegeneren Regionen. Außerdem hege ich seit langem den Wunsch, Klavier spielen zu lernen – und ich glaube daran, dass nahezu alles erlernt werden kann. Ich kann mir absolut vorstellen, mich in der Musik zu verlieren, wenn ich diese technischen Fähigkeiten besitzen würde.

 

Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?

Freundlichkeit.

 

Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?

Meine Laufschuhe, mein Lieblingsbuch “The Complete Works of Seamus Heaney”, einem irischen Poeten – ich lese es sehr regelmäßig und möchte es nicht missen – und meinen geliebten Cricketschläger.

 

(Foto: Privat)

 

Was war Ihr peinlichster Moment?

Als ich den norwegischen Botschafter Ihrer Königlichen Majestät Elizabeth II. vorgestellt habe. Es war der finnische Botschafter.

 

Auf welches Erlebnis hätten Sie lieber verzichtet?

Ich musste meinen ältesten Sohn ins Zentralkrankenhaus in Kathmandu in Nepal  bringen. Dort wurde ich darum gebeten, ihn auf dem Operationstisch festzuhalten, während sie sein gebrochenes Bein wieder einrenkten.

 

Welche Eigenschaft haben Sie von Ihrer Mutter übernommen?

Meine Mutter sagte neulich zu mir: „Ich habe dir als Kind immer gesagt, wenn es sich lohnt, etwas zu tun, dann lohnt es sich, es richtig zu tun“. Das habe ich verinnerlicht.

 

Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?

Ich würde gerne Bergführer sein und Gruppen auf den Vallee Blanche in den französischen Alpen führen – einem der letzten Gletscher Europas.

 

 

 

 

 

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