Fragebogen „Nahaufnahme“ mit Cabaia-Gründer Bastien Valensi, für den jeder Morgen mit einem Kampf beginnt


Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Bastien Valensi, Gründer und Chef der Rucksack-Marke Cabaia 

 

 

Bastien Valensi (Foto: PR/Cabaia)

 

Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.

Cabaia ist eine Rucksack- und Taschenmarke, die Mobilität angenehmer und einfacher macht.

 

Womit beginnt Tag?

Mit einem Kampf. Ich wecke meine Kinder auf, dann gibt es schon die erste Schlacht ums Frühstück, damit sie ausgewogen essen. Danach folgt der Sprint im wahrsten Sinne des Wortes, damit sie pünktlich in die Vor- beziehungsweise Schule und ich ins Büro komme.

 

Was unterscheidet Sie von anderen im Auftreten und im Behave im Job?

Was das Auftreten angeht: In der Firmengröße, die wir mittlerweile haben, bin ich wohl der einzigen CEO, der den ganzen Sommer mit kurzer Hose, Flip Flops und T-Shirt im Büro aufschlägt…. Was das Verhalten angeht: Ich sehe mich selbst als Leiter eines großen Ferienlagers bei Cabaia. Ich sorge dafür, dass sich jeder gut fühlt und Spaß bei der Arbeit hat: Ab 22 Uhr sieht man mich auch als offiziellen DJ der Firma…

 

… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?

Sie würden sagen, dass ich auf dem Klassenfoto des Unternehmens wirklich die letzte Person bin, die wie der CEO aussieht. Aber auch, dass keiner besser im Luftgitarre-Spielen ist als ich und allgemein keiner so gut wie ich imaginäre Instrumente spielt.

 

Tee oder Kaffee?

Cafeeeee !!!

 

Ihr Spitzname ist…?

Früher haben mich alle Babou genannt.

 

Was bringt Sie in Harnisch?

Unfähigkeit. Wenn ich davon ausgehe, dass jeder Mensch frei aussuchen kann, in welchem Bereich er arbeiten möchte, wird jeder den Bereich wählen, in welchem er sich am wohlsten fühlt, am meisten aufblühen kann und somit auch am kompetentesten ist… Deswegen tue ich mich sehr schwer zu verstehen, warum einige Menschen Bereiche und Jobs wählen, in denen sie eher ungeeignet und nicht kompetent sind.

 

 …und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?

 Ich hab ein sehr schlechtes Gedächtnis und springe sehr schnell von einem Thema zum anderen… Ich höre ganz oft: „Ja, für und in deinem Kopf klingt das vielleicht klar, aber ich bin nicht in deinem Kopf, Bastien!!“

 

Was möchten Sie gerne in Rente machen?

Eine verlassene Insel kaufen und dort etwas aufbauen – ganz nach meinen Regeln. Das würde sich anfühlen, als würde ich gleichzeitig eine neue Firma und eine neue Welt erschaffen.

 

Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?

Lebensfreude und die Lust, diese Freude mit anderen zu teilen. Für mich ist der beste Ort der Welt an einem Tisch mit einem guten Essen, einer guten Flasche Wein und mit Menschen, die ihre eigenen Geschichten erzählen und ihr Wissen und ihre Lebensfreude mit mir teilen.

 

Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?

Mein Handy – so bleibe ich mit allen in Kontakt
Meine Laufschuhe – zum Sport-Treiben natürlich
Mein Küchenmesser – immer bereit für ein gutes Essen

 

Was war Ihr peinlichster Moment?

Zusammen mit meinem Geschäftspartner haben wir in Frankreich an der ersten Staffel „Die Höhle der Löwen“ teilgenommen (französisch: Qui veut être mon associé ?). Das war eine reinste Katastrophe, denn wir haben nicht nur kein Investment von den Investoren der Sendung bekommen, sondern wurden auch als einziges Team gar nicht erst im Fernsehen ausgestrahlt – ja, so schlecht war unsere schauspielerische Leistung… Aaaaber: Wir sind mittlerweile das erfolgreichste Unternehmen, das jemals in der Sendung war

 

Aus welches Erlebnis hätten Sie lieber verzichtet?

Als ich 20 Jahre alt war, habe ich regelmäßig Partys in Nachtclubs organisiert. Einmal hatte ein Mädchen viel zu viel getrunken und sich so leider eine Alkoholvergiftung zugezogen. Als ich den Notarzt rief, habe ich sie nach ihrem Alter gefragt: Sie war seit einer Woche 18 Jahre alt… Da ich verantwortlich für die Feier war, war das ein riesiger Schreck

 

Welche Eigenschaft haben Sie von Ihrer Mutter übernommen?

Meine Freundlichkeit

 

Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?

Küchenchef in einem großen Restaurant. Ich würde einen Tag mit einer ganzen Brigade zusammen kochen. Ich liebe das Feuer und alles in solchen Küchen.

 

 

(Foto: Privat)

 

Auf Bastien Valensis Schreibtisch steht diese Klingel mit ihrem nervigen Ton: „Sie ist ein Serotonin-Boost, den mir die Softwarefirma Shopify geschenkt hat. Ich hatte früher bei jeder Bestellung und jedem Verkauf in der Boutique eine Benachrichtigung mit dem Klingelton einer Kassenschublade auf meinem Handy. Ich habe es abgeschaltet, weil es viel zu laut war, aber Shopify hat mir irgendwann diesen kleinen Knopf mit dem Ton der Kassenschublade geschenkt. Jedes Mal, wenn ich einen Durchhänger habe, drücke ich drauf und es erinnert mich an unsere Anfänge und wie gut es doch eigentlich bis jetzt gelaufen ist“, erzählt Bastien Valensi.

 

 

 

 

 

 

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