Vier von fünf Routineaufgaben im Marketing stehen vor der Automatisierung durch KI. Und das ist erst der Anfang, meint Mattes Schrader

KI revolutioniert das Marketing: 80 Prozent aller Routineaufgaben stehen vor der Automatisierung. Doch das ist erst der Anfang. Gastbeitrag von Digital-Pionier Mattes Schrader, CEO und Mitgründer von OH-SO Digital

 

Mattes Schrader (Foto: Privat)

 

 AI als Sparkasse: Wie man AI – Artifizielle Intelligenz – sinnvoll und effizient in Unternehmen implementiert.

Künstliche Intelligenz ist nicht nur ein Effizienz-Booster für das Marketing – sie öffnet auch den Weg für echte Innovationen und Wachstum. Studien belegen, dass sich mehr als 80 Prozent der heutigen Marketing-Routinen durch KI optimieren und automatisieren lassen. Das klingt nach einem Selbstläufer, oder? Doch die Praxis sieht für viele Marketingprofis anders aus. Sie stehen vor drei Herausforderungen:

  1. Zwingende Anwendungsfälle. Es gibt eine fast unendliche Fülle denkbarer Anwendungsfälle. Doch welche davon sind wirklich relevant und mit welchem Filter bewertet man diese?
  1. Knappe Budgets. In Zeiten rückläufiger Budgets ist der Spielraum für breite Experimente eng. Eine KI-Strategie braucht einen robusten Business Case, der sofort Momentum zeigt.
  1. Geschwindigkeits-Dilemma. Mehrmonatige Projekte drohen bereits veraltet zu sein, wenn sie live gehen. Denn die großen KI-Modelle und die arrondierende Tool-Landschaft machen fast im Monatstakt disruptive Sprünge in ihrer Leistungsfähigkeit.

Was also tun? Um den maximalen Nutzen aus dem Thema zu ziehen, müssen Marketingverantwortliche sowohl die Potenziale der Technologie als auch die Tools verstehen. Das erfolgreiche Implementieren erfordert zunächst einen klaren Fahrplan – einen Ansatz, der die gesamte Leistungskette optimiert, Einsparungen freisetzt und die Wachstumspotenziale erschließt.

Hebel für eine erfolgreiche KI-Implementierung im Marketing

Löschen, Fokussieren, Vorankommen und Automatisieren – darauf basiert das Vorgehensmodell, um erfolgreich KI in Marketing-Organisationen zu implementieren. Ein solches Modell ermöglicht  das systematische Betrachten von Prozessen, Ressourcen und strategischen Prioritäten. Es hilft Unternehmen, sich von überflüssigen Aufgaben zu befreien, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, Kundenzentrierung in die Praxis umzusetzen und Komplexität durch Vereinfachen und Automatisierung zu reduzieren. Das schafft Klarheit und eine effiziente Umsetzung. Und weil dieses Modell vor allem Umsetzungsgeschwindigkeit verspricht, nenne ich es P.A.C.E.:

  1. Purge: Radikales Aufräumen (Säuberung)

Der erste Hebel zielt darauf ab, überflüssige Prozesse und Aufgaben aufzuspüren und gnadenlos zu streichen – und zwar mindestens  30 Prozent. Das schafft nicht nur finanzielle Spielräume, sondern macht die Marketingorganisation auch wieder handlungsfähig.

Alles, was die Marke nicht differenziert oder vereinfacht, fliegt raus. Um Geschwindigkeit und Effizienz zu gewinnen, müssen wir uns von allem befreien, das keinen echten Mehrwert für den Kunden schafft. Anschließend kann KI unterstützen, die verbliebenen notwendigen, aber repetitiven Aufgaben zu automatisieren. Durch KI-gestützte Prozesse lassen sich Teams verkleinern, ohne Schlagkraft einzubüßen. Mit nur halb so vielen Menschen lässt sich die Geschwindigkeit verdoppeln – weniger Komplexität bringt mehr Agilität.

  1. Align: Auf Wertschöpfung konzentrieren (Ausrichtung)

Im Alignment geht es darum, jene Bereiche zu stärken, die einen echten Mehrwert für den Kunden und das Geschäft schaffen. Der Schlüssel zu erfolgreichem Marketing liegt darin, sich auf das zu fokussieren, was bei den Kunden wirklich ankommt. KI hilft Marketingteams, relevante Daten präzise zu analysieren, und die eigenen Stärken weiter auszubauen. So entstehen personalisierte Inhalte, die die Kundenbindung stärken, und die Customer Experience verbessern – alles bei weniger Komplexität und schnelleren Entscheidungen. Mit KI lassen sich Kampagnen exakt auf die Zielgruppe zuschneiden und Ressourcen effizienter einsetzen. Dies steigert die Performance und maximiert die wichtigsten KPIs (Haupt-Erfolgsfaktor).

  1. Customer: Kundenzentrisch innovieren (Kunde)

Kundenzentrische Innovation darf kein Lippenbekenntnis bleiben. Sie muss im Alltag gelebt und kontinuierlich vorangetrieben werden. Hier ist Schnelligkeit entscheidend: Innovationen für neue Geschäftsmodelle und -taktiken müssen in kürzeren Zyklen getestet und optimiert werden, um nah am Kunden zu bleiben. Je schneller wir iterieren, desto größer der Erfolg – das ist pure Mathematik.

KI verkürzt die Time-to-Market, indem sie den kreativen Prozess unterstützt und den Erfolg von digitalen Produkten, Kampagnen, Sales Services und Plattformen in Echtzeit misst. So wird ein schnelles Anpassen möglich. Wer Routineaufgaben automatisiert, schafft Freiraum für neue kreative Ideen.

  1. Emulate: Automatisierung vorantreiben (Nachahmen)

Manuelle Prozesse erhöhen die Komplexität und halten Teams davon ab, Verantwortung für das große Ganze zu übernehmen. Alles, was nicht zur echten Differenzierung der Marke beiträgt, sollte automatisiert oder durch KI emuliert werden. Ob im Kundenservice, bei E-Commerce-Prozessen, der Content- Ausspielung oder der Analyse von Nutzer- und Geschäftsdaten – KI optimiert diese Prozesse und steigert so Effizienz und Konsistenz. Das Ergebnis: Schnellere Markteinführungen, erhöhte Kundenzufriedenheit und signifikante Kosteneinsparungen. So schaffen wir nicht nur Effizienz, sondern auch Raum für kreative und strategische Weiterentwicklung.

Fazit: KI als Wachstumstreiber

Wachstum folgt der PACE-Formel. Ich gebe zu, ich habe mich ein bisschen in dieses Mantra verliebt. Unternehmen, die KI effizient einsetzen, erleben nicht nur Einsparungen, sondern auch einen echten Innovationsschub. KI schafft den Raum für kreative und strategische Projekte, indem sie die operative Last spürbar reduziert. Fürs Marketing bedeutet das: Mehr Zeit, um sich intensiv mit den Kunden auseinanderzusetzen – schneller, präziser und konsistenter. So wird KI zum echten Wachstumstreiber und zur Quelle neuer Wertschöpfung.

 

 

 

 

 

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