Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Björn Bremer, Deutschland-Chef der internationalen Werbeagentur DDB

Björn Bremer (Foto: PR/DDB)
Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.
Wir sind eine Kreativagentur, die unter anderem Werbung für Volkswagen, Telekom, Volksbanken Raiffeisenbanken, Ergo und E.ON macht, die PR für McDonald‘s übernimmt und für Lufthansa weltweit die digitalen Plattformen betreut.
Womit beginnt Ihr Tag?
Um 7.30 Uhr mit einer großen Tasse Kaffee und dem Wecken der Kinder. Momentan beantworte ich viele Fragen meines mittleren Sohnes zu Olympia, der neuen Saison des THW-Kiel oder der NFL. Nebenbei schlichte ich den ersten Geschwisterstreit des Tages oder erkläre zum gefühlt hundertsten Mal, warum man in der Kita Sonnencreme braucht.
Was unterscheidet Sie von anderen im Auftreten und im Behave im Job?
Durch meinen unkonventionellen Werdegang wurde ich nach fast zwei Jahrzehnten als Kreativer über Nacht zum CEO, ohne die übliche Managementausbildung oder jahrelange Führungserfahrung. Daher treffe ich Entscheidungen intuitiv. Wenn ich spüre, dass etwas unser Unternehmen nicht wirklich voranbringt, verschwende ich keine Energie daran.
… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?
Sie würden wahrscheinlich scherzhaft zu einem Kollegen sagen: „Mist, gleich muss ich wieder mit Björn über etwas sprechen, das ihn Null interessiert.“
Tee oder Kaffee?
Kaffeeeee, definitiv! Am liebsten in St. Pauli-Braun, also mit einem Schuss Milch.
Ihr Spitzname ist…?
Bob. In der Schule in Amerika war das einfacher auszusprechen als Björn.
Verraten Sie eine Marotte.
Ich räume ziemlich viel und ständig abends auf. Das beruhigt mich und hilft mir beim Abschalten. Außerdem habe ich so das Gefühl, auch zu Hause etwas beizutragen.
Was bringt Sie in Harnisch?
Wenn ich an Kleinigkeiten scheitere. Neulich wollte ich eine einfache Malvorlage für meine Tochter ausdrucken und habe fast eine halbe Stunde damit verbracht, den Drucker dazu zu bringen, nicht ständig Testdrucke auszuspucken.
… und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?
Wenn ich als ehemaliger Kreativer versuche, mich wieder in kreative Prozesse einzubringen – zum Beispiel indem ich Skripte oder Claims schreibe. Dann müssen mir die Kollegen oft erklären, warum das entweder total langweilig ist oder nicht zur Strategie passt.
Was möchten Sie gerne in Rente machen?
Ich möchte am Western Cape in Südafrika leben und möglichst jeden Tag mit meinen Kids Surfen gehen.
Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?
Wenn sie unabhängig von der Situation zu jedem freundlich und respektvoll sind und dabei nicht vergessen, dass jeder sein eigenes Päckchen mit sich trägt.
Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?
Surfboard, Insulinspritze, und, leider, inzwischen auch mein iPhone.
Was war Ihr peinlichster Moment?
Während eines wichtigen Meetings kritisierte ein hochrangiger Kunde plötzlich lautstark die Agentur. Um mein Team zu verteidigen, rief ich: „David,…“ und wurde sofort unterbrochen, als er korrigierte: „Daniel.“ Den Namen in so einer Situation zu verwechseln – das war ultrapeinlich.
Auf welches Erlebnis hätten Sie lieber verzichtet?
Am letzten Tag der Wintersaison habe ich mir das Fußgelenk so schwer beim Snowboarden verletzt, dass ich drei Stunden operiert werden musste. Jetzt habe ich 13 Schrauben und zwei Platten im Fuß und humpele seit über 14 Wochen durch die Gegend.
Welche Eigenschaft haben Sie von Ihrer Mutter übernommen?
Den Drang zum Aufräumen
Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?
Es wäre faszinierend, gemeinsam mit brillanten Köpfen darüber nachzudenken, wie man die Welt als Philanthrop wirklich besser machen kann.

Statt einem einzelnen persönlichen Gegenstand zeigt Bremer sein Homeoffice (Foto: Privat)
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