Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Christiane Brunk, Geschäftsführerin des Lederwarenunternehmens Braun Büffel

Christiane Brunk (Foto: Braun Büffel PR)
Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.
Wir sind ein Familienunternehmen, das hochwertige Lederwaren herstellt und sich durch Handwerkskunst und eine lange Geschichte auszeichnet.
Womit beginnt Ihr Tag?
Ich stehe um 6.15 Uhr auf, dann lese ich 15 Minuten, dann mache ich 20 Minuten Yoga, duschen und anziehen, Kaffee, Abfahrt ins Büro.
Was unterscheidet Sie von anderen im Auftreten und im Behave im Job?
Wenn ich bei uns im Lager ein Produkt aus dem Regal nehme, finde ich sicher immer eines, an dem ich etwas auszusetzen habe. Vielleicht hat das Leder eine andere Haptik als ursprünglich festgelegt, die Farbe ist etwas anders als sonst oder das Garn passt nicht zum Rest. Alles Dinge, die der Endverbraucher nicht wahrnimmt, die aber meinem Hang zum Perfektionismus entgegenstehen.
… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?
Oft stelle ich Fragen, die ich berechtigt finde, die meine Mitarbeiter aber anders sehen. So stoße ich mit meinem Hang zum Perfektionismus hier und da auf Widerstände und muss mir halb ernst gemeinte Kommentare gefallen lassen, warum ich denn schon wieder im Lager herumlaufe und mich immer noch für den 500. erprobten Handgriff interessiere. Aber da alle unsere zum teils jahrzehntelang treuen Mitarbeiter Lederexperten aus Leidenschaft sind, kommen sie mit meiner forschen Art mehr als gut zurecht.
Tee oder Kaffee?
Beides
Ihr Spitzname ist…?
Chrissy
Verraten Sie eine Marotte.
Ich sammle auf Wanderungen Steine. Jeder Stein erzählt eine Geschichte. Mein Mann meint, ich könnte ein Museum aufmachen.
Was bringt Sie in Harnisch?
Unpünktlichkeit. Ich bin ein Zeitmanagement-Freak und strukturiere meinen Tag sehr gut. Wenn dann jemand zehn Minuten zu spät kommt, gerät mein innerer Kalender völlig durcheinander.
…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?
Mein Perfektionismus. Eine meiner Lieblingsfragen ist: „Warum ist dieser Rand nicht genau 1,5 Zentimeter breit?“ Das führt zu viel Augenrollen und „Ach, das merkt doch keiner!“ – aber ich merke es.
Was möchten Sie gerne in der Rente machen?
Ich möchte durch Europa reisen, es gibt viele Länder, die ich noch nicht kenne. Ich möchte auch nach Neuseeland wegen der fantastischen Landschaft. Und dann möchte ich Italienisch zu lernen, ich liebe Italien und besonders Südtirol.
Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?
Wenn sie offen, herzlich und zuverlässig sind.
Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?
Mein Bett, meine Yogamatte und meine Geldbörse aus unserem Haus.
Was war Ihr peinlichster Moment?
Als ich einen Pitch bei einem wichtigen neuen Kunden hatte – und versehentlich die Präsentation meiner zehnjährigen Tochter über Einhörner und Regenbögen gezeigt habe, weil die Dateien vertauscht waren. Statt hochwertiger Lederwaren galoppierten bunte Ponys über den Bildschirm. Ich erklärte dann, dass Kreativität und Fantasie die treibenden Kräfte unserer Innovationskraft sind. Aber peinlich war es trotzdem.
Auf welches Erlebnis hätten Sie lieber verzichtet?
Auf das Hochwasser im Januar 1995 in Kirn, das unser gesamtes Firmengebäude überschwemmt hat und uns fast die Existenz gekostet hat.
Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?
Das Amt von Volker Wissing übernehmen. Auch kleine Unternehmen brauchen ein breitbandiges Internetangebot, um wettbewerbsfähig zu sein. Insbesondere die Umsetzungsgeschwindigkeit eines flächendeckenden Breitbandausbaus lässt sehr zu wünschen übrig.

(Foto: Privat)
„Diese Thermoskanne war ein Geschenk unseres asiatischen Partners bei einer Kundenveranstaltung in Singapur zu unserem 130-jährigen Firmenjubiläum“.
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